Viele Firmenverkäufe im deutschen Mittelstand scheitern, weil die Preisvorstellungen der Inhaber zu unrealistisch und überzogen sind, glaubt der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU). Gut 80% der Berater gehen davon aus, dass die Firmenchefs zur Zeit in aller Regel höhere Verkaufspreise erwarten als realisierbar sind.
Zum Teil müssten sich die Unternehmer, so der BDU, mit deutlich niedrigeren Verkaufsergebnissen zufrieden geben. Basis dieser Einschätzung ist eine Managementbefragung des BDU unter 247 Führungskräften aus Unternehmensberatungsgesellschaften.
Kehrseite der Medaille: Für Kaufwillige ist die derzeitige Lage günstig. Gut drei Viertel der befragten Unternehmensberater geben an, dass nach ihrer Einschätzung mittelständische Unternehmer in Deutschland zur Zeit viel eher bereit sind, ihr Unternehmen zu verkaufen als noch vor fünf Jahren.
Die Gründe für diese Entwicklung seien vielfältig, so BDU-Präsident Antonio Schnieder. “Die einen finden keinen geeigneten Nachfolger aus der Familie oder dem Unternehmen. Die anderen sind ganz einfach die regulatorischen und bürokratischen Zusatzbelastungen leid.” Es gebe aber auch Fälle, in denen Unternehmer einfach nur den Erfolg der vergangenen Jahre kapitalisieren wollen.
Um unrealistisch hoch angesetzte Preisvorstellungen zu vermeiden, rät der BDU, die Unternehmensübergabe frühzeitig zu planen und konzeptionell gut vorzubereiten. Wer erst einmal in einer unternehmerischen Krise stecke, der gerate unnötig beim Verkauf der Firma unter Druck. Grundlage einer Firmenübergabe sollte eine fachkundige und neutrale Unternehmensbewertung sein.
(ots/ml)






Fast jeder “aus dem Bauch” gestaltete Unternehmenswert ist “marktnormal” unverkäuflich, d.h. sehr deutlich zu hoch und i.e. findet keinen Nachfolger.
Nur mittels einer “sachgerechten Unternehmensbewertung” auf Basis “Ertragswerte oder Cash-Flow” ermittelte Unternehmenswerte finden “marktnormal” auch Nachfolger, d.h. Käufer und Banken die den Nachfolger finanzieren.
Wir erleben, das deutlich über 90% aller mittelständischen Unternehmensverkäufer keine “sachgerechte Unternehmensbewertung” haben und damit schon preislich kein Nachfolger sinnvoll “erfolgswahrscheinlich” angesprochen werden kann.
In der Tat zahlt der Markt keine Herzblutprämie. So sehr es verständlich ist, daß ein Unternehmer sein Lebenswerk angemesen vergütet haben möchte, ein Käufer schaut einzig und allein auf die zukünftigen Potentiale eines Unternehmens.
Die Erfahrung zeigt aber, daß mit einer rechtzeitigen und professionellen Vorbereitung einer Unternehmensübergabe durchaus der Verkaufspreis erheblich gesteigert werden kann.