Zukunftsmarkt Umwelt

Mega-Green-Cities, Riesenchance für Unternehmen

Download

Download

Die Klimaziele können nur erreicht werden, wenn die großen Bal­lungs­räume, also die Städte ihren CO2-Ausstoß radikal reduzieren. Die entsprechenden gigantischen Umstrukturierungen eröffnen In­ves­to­ren völlig neue Felder und Chancen. Das Stra­te­gie­be­ra­tungs­un­ter­neh­men Booz & Company analysierte deshalb im Rahmen einer Studie, welche Weichenstellungen nötig sind, damit die Städte ihre CO2-Bilanz in den Griff bekommen. Den Anstoß für die Studie gab nicht von ungefähr die EXPO 2010 in Shanghai, denn China benötigt mit seinen enormen Umweltproblemen am dringendsten um­fang­rei­che Investitionen in Green Tech und neue Infrastrukturen.

Bereits heute lebt weltweit jeder Zweite in einer Stadt. In zehn Jahren werden es in China schon 60 % der Bevölkerung sein. Dort schreitet die Urbanisierung besonders schnell voran: Es gibt bereits 175 Städte mit mehr als einer Million Einwohnern, davon sogar sieben mit über zehn Millionen.

Gleichzeitig entwickeln sich die Folgen der Umweltverschmutzung für die Volksrepublik mit Smog-verseuchten Millionenstädten zu einem deutlich negativen Wirtschaftsfaktor. So hat das bevölkerungsreichste Land der Erde durch den Wirtschaftsboom in den letzten zwei Jahrzehnten seinen CO2-Ausstoß um 150 % erhöht. Ein möglicher Ausweg für China aus diesem Wachstums- und Urbanisierungsdilemma ist die konsequente Planung und Entwicklung von umweltschonenden, CO2-neutralen und damit deutlich lebenswerteren Städten

Weltweit müssen in den kommenden 30 Jahren rund 350 Billionen US-Dollar in den Ausbau und Betrieb von konventioneller städtischer Infrastruktur investiert werden, um diese funktionstüchtig zu halten. Das hat Booz & Company in einer aktuellen Studie im Auftrag des World Wide Fund For Nature (WWF) errechnet.

Würden jedoch im selben Zeitraum von den 350 Billionen US-Dollar nur rund 22 Billionen in energieeffizienten Wohnungsbau, emissionsarme Fahrzeug- und Logistiksysteme sowie Green ICT (umweltfreundliche Informations- und Kommunikationstechnologie) investiert werden, so könnte der städtetypische Anteil des CO2–Ausstoßes um bis zu 50 % gesenkt werden. „Damit besteht eine realistische Chance, die globale Erderwärmung bis 2050 tatsächlich auf unter zwei Grad zu begrenzen“, glaubt Gregor Harter, Partner und Green ICT-Experte bei Booz & Company. Berechnungen würden zudem zeigen, dass sich Investitionen in grüne ICT-Infrastruktur meist schnell amortisieren und kaum Mehrkosten verursachen.

Als besonders wichtig zur Erreichung dieser Ziele stuft die Booz & Company-Studie die Investition in grüne Technologien zur konsequenten Erschließung regenerativer Energiequellen ein. Eine solche Schlüsseltechnologie sind intelligente Stromnetze. Diese sogenannten Smart Grids sind eine zentrale Voraussetzung, um den Anteil regenerativer Energiequellen im Energiemix signifikant zu erhöhen. „Die chinesische Regierung wird alleine in diesem Jahr über 7 Milliarden US-Dollar in den Ausbau von Smart Grid-Modellprojekten investieren. Damit befindet sich China in diesem strategischen Green Tech-Bereich auf Augenhöhe mit den USA“, mahnt Gregor Harter.

Um den Trend zur Urbanisierung und das immense wirtschaftliche Wachstum annähernd umweltverträglich zu gestalten, forciert China eine Reihe visionärer Green-City-Pilotprojekte. So wurde die Region um die Stadt Baoding in der östlichen Provinz Hebei durch gezielte staatliche Investitionen zum chinesischen Green Electric Valley ausgebaut. Von dort aus rollen mittlerweile über 200 hochspezialisierte Unternehmen den Weltmarkt für Solar- und Windenergieanlagen auf. Allein zwischen 2005 und 2008 vervierfachten sich die hier erwirtschafteten Umsätze von 700 Millionen US-Dollar auf 3.5 Milliarden US-Dollar.

Aber nicht nur in China müssen die Industrie und staatliche Institutionen in den kommenden Jahrzehnten gemeinsam an ambitionierten und ganzheitlichen Ansätzen für CO2-neutrale Städte arbeiten. „Finanzierbare grüne Technologie ist der Schlüssel zur Lösung dieser zentralen ökologischen und ökonomischen Probleme“, so das Fazit von Dr. Edward Tse, Senior Partner, Asienexperte bei Booz & Company sowie Autor des gerade erschienenen Wirtschaftsbuches The China Strategy. „Für Unternehmen mit schlüssigen Lösungen und Produkten in diesem Segment entsteht im Umfeld der grünen Mega-Cities ein riesiger Zukunftsmarkt.“

Die (englischsprachige) Studie Reinventing the city – Three prerequisites for greening urban infrastructures von Booz & Company steht als kostenloser Download zur Verfügung.

(Booz & Company/ml)

Einen Kommentar hinterlassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Sie können folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>