Studie der Hochschule Niederrhein

Der Online-Anteil im Handel wird 2012 kräftig steigen

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Der Anteil der Käufe mit Hilfe des Internets wächst progressiv. Schon deutet sich an, dass die Prognose des Bundesverbands des Versandhandels (BHF), 2012 werde der Online-Anteil auf 16,5 % ansteigen, deutlich übertroffen werden wird. Er dürfte wohl eher knapp unter 20 % landen. Allerdings werden nicht alle Branchen gleich stark von diesem Trend profitieren. Das ergaben Analysen des eWeb-Research-Centers der Hochschule Niederrhein.

Gemessen am gesamten Non-Food-Einzelhandelsumsatz von rund 205 Milliarden Euro in 2011 lag der Online-Anteil mit 21,7 Milliarden Euro bereits bei 10,2 %. Inklusive Services – wie zum Beispiel Ticketumsätze – wurden sogar 29,7 Milliarden Euro erreicht. Das entspricht einem Anteil von. 14,5 %.

Insgesamt legte der Online-Handel im vergangenen Jahr um 18,6 % zu. Gemessen am Branchenumsatz profitierte von dieser Entwicklung der Buchhandel mit einem Online-Anteil von 16,9 % am meisten. 2012 dürfte der Buchhandel daher die 20-Prozent-Marke knacken, vermutet Professor Dr. Gerrit Heinemann, E-Commerce-Experte und Leiter des eWeb-Research-Centers.

Gleiches gelte für Computer und Computerzubehör, die im letzten Jahr 15,4 % Online-Anteil erreichten, sich jedoch mit 32 % Wachstum besonders rasant entwickelten und 2012 ebenfalls auf einen 20-Prozent-Anteil kommen könnten, so Experte Heinemann weiter.

Der Bereich Elektronik und Elektroartikel legte mit einem Zuwachs von 28 % ebenfalls stark zu und kommt nun auf einen Online-Anteil von 12,3 %. Bekleidung/Schuhe kommen laut Studie auf 11,9 %. Während sich Schmuck und Uhren rasant entwickelten (95 % Wachstum) und 2011 einen Online-Anteil von 8 % erzielten, gibt es bei Möbel/Dekoration mit 3,6 % sowie Do-it-yourself/Garten/Heimwerken mit nur 1,8 % Online-Anteil noch Nachholbedarf. „In beiden Warengruppen tut sich insbesondere der stationäre Handel schwer mit dem Thema Internet, obwohl einige erfolgreiche Beispiele zeigen, dass gerade sperrige und großvolumige Artikel besonders onlinetauglich sind“, ermuntert Heinemann.

Im Zuge der neuen Kundenorientierung schickten sich immer mehr Händler an, dem Kunden den Wandel durch die Vertriebskanäle vom ersten Kontakt bis zum Kauf und auch darüber hinaus so naht- und reibungslos wie möglich zu gestalten. Ein großes Potenzial des Einzelhandels liege zudem in der Verzahnung der Verkaufskanäle, glaubt Online-Experte Heinemann.

Der Krefelder Wissenschaftler prognostiziert daher, zukünftig werde es immer schwieriger, zwischen Online- und Offline-Welt zu trennen: „Beides verschmilzt zu No-Line-Systemen, in denen die Kanalgrenzen verschwinden und die Betriebsformen ineinander übergehen.“ Daraus ergäben sich enorme Chancen für die gebeutelten, stationären Einzelhändler, die von diesen nur ergriffen werden müssten. (Quelle: Hochschule Niederrhein/ml)

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3 Kommentare:

  1. Interessanter Artikel, danke. Meiner Meinung nach ist das erst der Anfang, ich vermute weitere starke Einbrüche zugunsten des Online-Handels. Die Entwicklung ist einfach nicht mehr aufzuhalten und letztendlich wird Internet das Einkaufserlebnis komplett umkrempeln.

  2. Es sieht so aus, als ob anfangs skeptische Menschen etwas offener werden und sich trauen, im Internet einzukaufen. Ich denke, es ist noch viel mehr Potenzial im eCommerce vorhanden, denn besonders viele ältere Menschen werden nach und nach mehr im Internet unterwegs sein und shoppen.

  3. Es ist doch überhaupt gar nicht verwunderlich, dass der Online-Anteil immer weiter steigt. Aber niemand nimmt es wirklich zur Kenntnis, dass dadurch der Einzelhandel in den Städten quasi kaputt gemacht wird. Denn natürlich ist es online sehr oft günstiger, es ist absolut bequemer, man bekommt alles schön geliefert, man kann es hin und her schicken und man kann seine Meinung sagen und hat viel mehr Macht, als gegenüber dem Einzelhandel. Warum sollte ich also in die Stadt fahren? Das sind sicher die positiven Dinge daran, aber dass die Einzelhändler dann kaum noch etwas verkaufen werden, ist wohl der schlimmste aller Nachteile. Bleibt die Frage, ob es irgendwann nur noch einen Onlinehandel geben wird, denn schon heute zeichnet sich ja ab, dass fast alles problemlos lieferbar ist und vielleicht gibt es irgendwann den virtuellen Supermarkt. Nachteil wäre dann bloß, wenn man mal schnell was braucht, dann kommt es sicher erst in ca. 2 Tagen per Post, aber ob das dann reicht? Abwarten …

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