Wertschöpfungskette
Szenarien zeigen, wo es Alternativen gibt
Von Dr. rer. nat. Jürgen Kaack, STZ-Consulting Group
Mit der Wertschöpfungskette (supply chain) werden die verschiedenen Aufgaben zur Leistungserbringung beschrieben. Üblicherweise reicht die Darstellung von der Entwicklung über Beschaffung und Produktion über den Vertrieb bis zu Inkasso und nachlaufenden Serviceleistungen.
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Diese Betrachtungsweise der Wertschöpfung umfasst somit werden alle mit Kostenaufwand verbundenen Aufgaben. Auch Dienstleistungsangebote können mithilfe von Wertschöpfungsketten analysiert und optimiert werden.
Elemente und Berechnung
Je nach Geschäftsmodell wird auch die Wertschöpfungskette anders aussehen. Mit ihrer Hilfe können die Kostenbeiträge zur Leistungserbringung zugeordnet bzw. kann ein Aufbruch der Kosten ermittelt werden. Falls Teile der Wertschöpfung von Kooperationspartnern erbracht werden, so sind deren Abgabepreise einschließlich des einkalkulierten Gewinns als Kosten in der Wertschöpfungskette anzusetzen. Wenn man diese fremdbezogenen Komponenten herausrechnet, lassen sich die eigene Wertschöpfung und die hierauf erlöste Gewinnmarge berechnen.
Damit man ein vollständiges Bild bekommt, müssen auch die vorlaufenden Kosten wie Entwicklung, Produktionsvorbereitung und Vertriebsmaterialien auf Einzelstücke zugeschlüsselt berücksichtigt werden. Genauso gehören aber auch nachlaufende Kosten wie Inkasso, Reklamationen und Garantieleistungen zu den in der Wertschöpfungskette zu berücksichtigenden Elementen.
Analyse und Alternativen
Eine Optimierung der Wertschöpfungskette kann vorgenommen werden, indem für die einzelnen Wertschöpfungsstufen Alternativszenarien analysiert werden. Dies kann die Fremdvergabe von Teilen der Entwicklung genauso umfassen wie eine Produktionsverlagerung oder alternative Vertriebsformen. Dabei muss nicht immer das Outsourcing der beste Weg sein. Es gibt immer wieder Geschäftsmodelle, bei denen ein Insourcing, also die Rückholung von bislang fremdvergebenen oder zugekauften Leistungen in die eigene Realisierung sinnvoll ist.
Fazit: Veränderungen im Blick behalten
Die Analyse der Wertschöpfungskette ist somit ein Instrument zur Optimierung eines Geschäftsmodells und liefert wichtigen Input zur Unternehmensplanung bzw. zur Erstellung eines Business Plans. Nicht nur Neuprodukte und Innovationen können mithilfe der Wertschöpfungskette analysiert werden – sie ist auch für bestehende Produkte sinnvoll, z.B. wenn über den Produktlebenszyklus neue Wettbewerber oder ein verändertes Kaufverhalten (Produktnutzen, Substitution) Druck auf den erzielbaren Preis ausüben und die Gewinnmargen sinken.
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