BRIC

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Zwei Macher, zwei Lieferanten

Das Kürzel BRIC steht für die aufstrebenden Märkte Brasilien, Russland, Indien und China.

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In die Welt gesetzt haben den Begriff ab 2001 die Investmentbanker von Goldmann Sachs (namentlich Jim O’Neill), die darauf abstellten, dass diese Volkswirtschaften bis 2050 die heute reichsten Länder der Welt überholen werden. Neben diesem grundsätzlich wirtschaftsanalytischen Gebrauch, der Investoren interessiert, verwendet aber auch das Auslandsmarketing das Kürzel häufig im Rahmen der strategischen Absatzgliederung (wie ASIAPAC oder EMEA) für die betreffenden aufstrebenden Märkte (Emerging Markets).

Tatsächlich zeigen die BRIC-Staaten sehr beachtliche volkswirtschaftliche Wachstumsraten; die Versuche die betreffenden Länder zu einer Art Wirtschaftsunion zu führen, zeitigten zwar etliche Gipfeltreffen, blieben bis heute allerdings ohne sichtbare Ergebnisse. Tatsächlich konzentriert sich der jüngste Nachtragsreport (2007) auch fast ausschließlich auf Indien (Software und Arzneimittel), während sich China von selbst zum eigenständigen Großthema aufbaut.

Die BRIC-Länder umfassen über 25 % der globalen Landmasse, 40 % der Weltbevölkerung und sie halten momentan einen Anteil von ca. 10 % am weltweiten Bruttoinlandsprodukt. Als Gruppe betrachtet machen die BRICs jederzeit eine gute Figur. China und Indien fällt in dieser Perspektive die Rolle von Produzenten und Dienstleistern zu, während Brasilien und Russland als Rohstofflieferanten (Eisenerz bzw. Erdgas und Erdöl) gesehen werden.

Kritik hat die Konzeption von ganz unterschiedlichen Seiten erfahren. Zum einen geht die Diskussion darum, warum bestimmte Länder nicht aufgenommen wurden, namentlich Mexiko. Zum anderen ist zwar oft von BRIC die Rede, aber de facto wird Brasilien außen vor gelassen, so dass nur die dann zusammenhängende Landmasse in Europa-Asien betrachtet wird.

Wieder andere sehen Russland eher im Niedergang begriffen; manche Studien haben das Kürzel daher bereits auf BIC eingedampft. Abgesehen davon werden die konkreten Hochrechnungen in Frage gestellt; explodierende Wirtschaften seien eben nicht linear in die Zukunft zu verlängern. Von Brasilien etwa wird seit bald 30 Jahren der große Aufschwung erwartet. Unberücksichtigt bleiben z.T. auch politische Verhältnisse, etwa das schwierige Nahverhältnis Indiens zu Pakistan.

Nützliche Links

Bei Goldmann Sachs gibt es den Erstreport (2003) „Dreaming with BRICs: The Path to 2050 (Global Economics Paper No. 99) zum Download als PDF, ebenso wie weiteres Material zum Thema.

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