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DSL-Alternativen
Aus dem Abseits ins Internet
Von Sabine Philipp
Breitband ist in vielen Unternehmen ein Muss: In Deutschland arbeiten 98 % der Firmen mit dem Internet, doch nur 80 % verfügen über einen schnellen Breitbandanschluss: Europaweit liegen wir in Sachen Breitband auf Platz 8. Ein Grund: Die Datenautobahn verläuft hierzulande zum größten Teil über die Telekom. Und die ist ein kommerzielles Unternehmen, das Gewinn machen möchte. Daher baut sie unlukrative Standorte in der Provinz nicht so gerne aus. So ist auf dem Lande oft nicht einmal DSL verfügbar.
Wenn Sie kein größerer Betrieb sind, der bereit ist, viel Geld für einen Glasfaseranschluss hinzulegen, wird man in ländlichen Regionen nicht viel für Sie tun. Aber auch als kleinerer Unternehmer müssen Sie nicht abwarten, bis die Task Force des Bundestags sich aufgerafft hat. Sie können sich durchaus selbst helfen.
Auf einen Blick |
Parallel per S-DSL
Sie haben eine zweite Leitung, die bis zum Vermittlungsknoten frei ist? Wunderbar. Dann können Sie mit symmetrischem DSL (SDSL) arbeiten. Das ist eine andere Form von DSL, bei der Sie im Grunde genommen die gesamte Bandbreite des Kabels nutzen können. Bei „normalem“ DSL wird durch das Telefon ein Teil des Frequenzbereichs belegt. Bei SDSL können Sie dagegen alle Bereiche nutzen. Logischerweise brauchen Sie dann aber eine zweite Leitung, da Sie sonst nicht mehr telefonieren können.
Der Vorteil dieser Lösung ist, dass Sie ein symmetrisches Produkt haben. Es herrscht also kein Ungleichgewicht beim Hoch- und Herunterladen. Allerdings ist diese Anbindung beträchtlich teurer, da es sich um ein Nischenprodukt handelt.
Mit der Antenne ins Netz
Dann können Sie es über Funk versuchen. Neben Mobilfunk gibt es den Standard Worldwide Interoperability for Microwave Access (WiMAX). Das funktioniert so, dass ein Betreiber eine Anbindung zur nächsten Vermittlungsstelle herstellt und dann die Teilnehmer über Funk anbindet. Dazu brauchen Sie aber eine gute Funkverbindung.
Das System ist unabhängig vom Mobilfunk; die Telekom hat sich hier zurückgezogen. So mieten kleine, private Betreiber Standleitungen, z.B. vom magentafarbenen Riesen, und binden Ihr Unternehmen per Funk an. Der Nachteil: Da auch dies ein Nischenprodukt ist, bekommen Sie es nicht gerade günstig. Außerdem müssen Sie die Ihnen zur Verfügung stehende Bandbreite mit allen anderen Nutzern teilen. Sprich: Je mehr Leute surfen, desto weniger Daten können Sie übertragen.
| E-Book am Online-Kiosk | |
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Eine ausführliche Darstellung zum Thema Datenfunk gibt Dr. Jürgen Kaack im Ratgeber „WiMAX, WLAN, UMTS – Funk als Alternative zu DSL“, den Sie online im Zeitschriftenkiosk des MittelstandsWiki bekommen. |
Nach UMTS umsehen
Günstiger und effektiver ist UMTS bzw. der Folgestandard HSDPA (High Speed Downlink Packet Access), denn es hat eine höhere Bandbreite. Allerdings benötigen Sie auch eine höhere Dichte an Basisstationen – und daran hapert es auf dem Land. Außerdem brauchen Sie eine UMTS-fähige Basisstation in Ihrer Nähe.
| Ausbau erkunden |
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| Da viele Menschen Mobilfunk kritisch gegenüberstehen, werden Sie von einem möglichen Ausbau meist nichts in der Zeitung lesen. Informieren Sie sich daher auf den Webseiten von Vodafone und T-Mobile, den Anbietern für HSDPA, ob es eine Abdeckung für Ihren Standort gibt. Bei den Betreibern können Sie erfahren, ob und wann ein Ausbau geplant ist. |
Noch ist der Bereich, der mit UMTS und HSDPA abgedeckt ist, kleiner als bei dem klassischen GSM-Netz. Wenn es sich aber lohnt, werden sie ausgebaut. Vorerst kann das allerdings noch dauern. Es ist also kein gangbarer Weg für sofort. Für Unternehmen mit hundert Mitarbeitern ist die Funklösung ohnehin ungeeignet. Firmen dieser Größenordnung, die auch bereit sind, sich am Glasfaserausbau zu beteiligen, kommt die Telekom auch beim Breitband entgegen.
Verbundlösungen finden
Wenn diese Beispiele auf den ersten Blick nicht für Sie in Frage kommen, könnten Sie sich immer noch mit anderen Unternehmen zusammenschließen bzw. eine Initiative bilden. Denn gemeinsam ist man nicht nur stärker, sondern verspricht auch mehr Gewinn für die Unternehmen, die dann eher bereit sind, etwas in der Region zu investieren. Vielleicht liegen sogar schon Leerrohre, etwa vom lokalen Stromversorger. Das macht den Glasfaserausbau günstiger, da nicht alles aufgegraben werden muss. Am besten setzen Sie sich mit anderen Betroffenen zusammen und überlegen gemeinsam, was zu tun ist.
Fazit: Argument für den Standort
Das Problem ist offenbar: Wo es keine Standardlösung gibt, kann es kompliziert und teuer werden. Das gilt es z.B. bei einer Betriebsverlegung zu bedenken. Wenn Sie sich also einen neuen Standort suchen, dann sollte auch die Internet-Anbindung ein wichtiges Entscheidungskriterium sein. Gerade beim besonders schnellen VDSL können bereits hundert Meter mehr Distanz zur Verbindungsstelle (bzw. Outdoor-DSLAM) über den Superanschluss entscheiden.
Nützliche Links
Auskunft über die Breitbandversorgung in Deutschland gibt der Breitbandatlas des BMWi, der online erreichbar ist. Praktische Beispiele gibt auch das offizielle Breitbandportal.






