E-Government: Cloud Computing, Teil 1

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Für Gemeinden rechnet sich IT aus der Wolke

Von Heiderose Witte

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Schätzungen zufolge geben Kommunen, Länder und Bund in Deutschland zusammen zwischen 15 und 20 Mrd. Euro für Informationstechnologie aus. Allerdings sind die IT-Dienste auf Verwaltungsebene bislang stark fragmentiert und wenig standardisiert. Es besteht deutlicher Optimierungsbedarf in Sachen Konsolidierung, wenn die öffentliche Hand künftigen Herausforderungen gerecht werden will. Cloud Computing könnte hier zum Innovationstreiber werden, da sich damit IT-Dienste verwaltungsübergreifend konsolidieren lassen.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) versteht den Begriff „Cloud Computing“ so:

„Cloud Computing bezeichnet das dynamisch an den Bedarf angepasste Anbieten, Nutzen und Abrechnen von IT-Dienstleistungen über ein Netz. Angebot und Nutzung dieser Dienstleistungen erfolgen dabei ausschließlich über definierte technische Schnittstellen und Protokolle. Die Spannbreite der im Rahmen von Cloud Computing angebotenen Dienstleistungen umfasst das komplette Spektrum der Informationstechnik und beinhaltet unter anderem Infrastruktur (z.B. Rechenleistung, Speicherplatz), Plattformen und Software.“

Für den öffentlichen Sektor bedeutet dies: Die Mitarbeiter können sich auf Kernaufgaben und Fachverfahren konzentrieren, Verwaltungsprozesse lassen sich effizienter und kostengünstiger umsetzen.

Klar, effektiv und bürgernah

In den öffentlichen Verwaltungen gewinnt Cloud Computing bereits deutlich an Tempo. 40 % aller Befragten einer IDC-Studie im Auftrag von Microsoft von Ende 2011 nutzen die Wolke bereits oder führen sie gerade ein – das sind mehr als doppelt so viele wie 2010 (18 %). Nur noch 2 % der Befragten sagen, dass sie sich noch gar nicht mit Cloud Computing auseinandersetzen – immerhin 13 Prozentpunkte weniger als 2010 und deutlich weniger als im Durchschnitt aller Branchen (17 %).

Gut die Hälfte der IDC-Befragten geht davon aus, dass sich Cloud Computing im öffentlichen Sektor in den nächsten Jahren etabliert

„Die Studie macht deutlich, dass Cloud Computing in der öffent­lichen Ver­waltung in­zwischen ge­nauso Rea­lität ist wie in anderen Branchen“, erklärt Marianne Janik, Senior Director Public Sector und Mit­glied der Ge­schäfts­leitung von Micro­soft Deutsch­land. Das sei ein posi­tiver Trend, weil der öffent­liche Sektor hier seine Vor­bild­funktion wahr­nehme und wichtige Im­pulse für den Stand­ort Deutsch­land gebe. Ge­rade in den zer­splitterten Infra­strukturen der Ver­waltungen und Be­hörden könne Cloud Com­puting die Ar­beit effekti­ver, trans­parenter und bürger­freundlicher machen. 

Auf der Suche nach Leistung und Sicherheit

Dieser Meinung sind der Studie zufolge auch immer mehr Verantwortliche in den Behörden. Vor allem erwarten sie von Public Cloud Services die schnellere Erfüllung der Anforderungen einzelner Fachabteilungen und eine insgesamt höhere Sicherheit als bei IT-Eigenbetrieb. Nach Angaben der Befragten begegnen die Cloud-Anbieter bei den meisten verwaltungsspezifischen Herausforderungen spürbar besser, so dass die Akzeptanz von Cloud Computing steige, je ausgereifter die Technologie werde.

Dennoch zählen Sicherheitsbedenken immer noch zu den größten Hürden, die die öffentlich Bediensteten im Zusammenhang mit der Einführung von Public Cloud Services nennen. „Insbesondere die mangelnde Kontrolle und Kenntnis des Datenstandorts verunsichert die Anwender“, sagt Matthias Kraus, Research Analyst beim Marktbeobachter IDC. „Allerdings sind die Bedenken eher emotionaler als rationaler Natur.“

Bislang setzt der öffentliche Sektor deshalb auf die Verlagerung des IT-Betriebs in eine so genannte Private Cloud. Bei diesem Modell handelt es sich um eine abgeschottete Cloud-Umgebung im eigenen Rechenzentrum oder im Rechenzentrum eines IT-Dienstleisters. In der Public Cloud dagegen, z.B. bei Amazon und Google, geschieht der Zugang über das öffentliche Netz. Da allerdings nicht alle Daten, die im öffentlichen Sektor anfallen, sicherheitskritisch sind, sagt IDC in der Untersuchung einen zunehmenden Mix von Private und Public Cloud voraus: die Hybrid Cloud.

E-Government-Serie: Cloud Computing

  • Teil 1 skizziert die Erwartungen und Anforderungen, die Behörden und Verwaltung an ein Cloud-Konzept richten.
  • Teil 2 fährt in den Rhein-Erft-Kreis und sieht sich an, wie Bergheim in die Cloud gewechselt ist.

Behörden unter Kostendruck

Laut einer Studie von Hewlett-Packard wollen Ende 2012 rund 75 % der IT-Leiter ihre Ressourcen aus der Cloud beziehen. Befragt hat das Unternehmen 317 IT-Entscheider aus der gesamten EMEA-Region. Die Verantwortlichen erwarten sich davon nicht nur Kosteneinsparungen, sondern auch mehr Bürgerservice. Die Gründe dafür bringt Volker Smid, Vorsitzender der HP-Geschäftsführung, auf den Punkt:

„Die öffentlichen Verwaltungen stehen vor einer doppelten Herausforderung: Einerseits steigen die Ansprüche der Bürger an Servicequalität und Geschwindigkeit, andererseits haben sie durch die Finanzkrise immer weniger Budget zur Verfügung. Sie sind also gefordert, ihre IT so zu transformieren, dass sie beiden Anforderungen gerecht werden.“

Wie ein erfolgreicher Verwaltungsumzug in die Cloud aussehen kann, zeigt Teil 2 dieser Serie anhand des nordrhein-westfälischen Musterbeispiels Bergheim.

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