Make or Buy

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Auf Kernkompetenzen konzentrieren

Von Christine Lendt

Make or Buy bedeutet wörtlich die Wertschöpfungsalternative zwischen „(selber) machen oder kaufen“. Gemeint ist die strategische Überlegung, ob ein Objekt im Unternehmen selbst produziert oder von außen bezogen werden sollte. Dabei kann es sich um Sachgüter oder einzelne Komponenten handeln, aber auch um Dienstleistungen und Rechte.

Das mögliche Ausmaß bewegt sich zwischen einer reinen Make-Strategie (der kompletten Eigenfertigung) bis zu einer reinen Buy-Strategie (dem Zukauf ganzer Produkte). In der Regel wird die Mischform angewendet. Eine komplette Eigenfertigung von Produkten wird nur in wenigen Spezialgebieten praktiziert, wie zum Beispiel in der Raumfahrttechnik.

Das andere Extrem dagegen, die reine Buy-Strategie, sichert die Existenz ganzer Wirtschaftszweige – den Bereich der Handelswaren. Aufgrund der Nachfrage nach kompletten Produkten haben Handelsunternehmen ihre Kernkompetenzen in den Bereichen Service, Logistik und Marketing platziert. In Industriebetrieben muss beim Make or Buy zwischen der Nutzung von spezialisierten Zulieferern und der Optimierung der eigenen Produktion abgewogen werden.

Gerade im Zuge der „schlanken Produktion“ besteht ein Trend zur Reduzierung der Eigenfertigung. Durch Einkauf von Teilen bei spezialisierten Zulieferern kann die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden. Ziel einer Make-or-Buy-Strategie ist immer die Steigerung der Rendite. Das Risiko ist allerdings, das das Unternehmen dabei stark von den eigenen Kernkompetenzen abzuweicht.

Anlass für eine Make-or-Buy-Frage ist eine interne oder externe Veränderung: Wachstumsvorhaben und Faktoren wie Sortimentserweiterungen oder eine Standortverlagerung können dabei eine große eine Rolle spielen. Oft liegen die Ursachen aber auch im Umfeld des Unternehmens, zum Beispiel durch neue Kostenstrukturen, Veränderungen bei Lieferanten oder einen Wechsel der Beschäftigungssituation.

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2 Kommentare:

  1. Kersten John schrieb am 08.11.2010, 16:16 Uhr:

    Am Ende der letzten Wirtschaftskrise wird das Pendel wieder stark in Richtung "Buy" und Outsourcing ausschlagen. Hier ergibt sich eine klare Logik, die besagt, das Teile, Werkstücke und Produkte mit geringer Wertschöpfung sehr gut im europäischen Ausland zu fertigen sind. Deutsche Unternehmen können hier international kaum bei den Kosten mithalten, deswegen sind intelligente Wege gefragt und ein smarter Produktionsmix notwendig. Hier wird externes Know-how benötigt, dann rechnet es sich für alle involvierten Partner. Für mich ist völlig klar, dass wir europäisch denken und handeln müssen.

  2. Timo Koch schrieb am 14.09.2009, 15:29 Uhr:

    Der Wirtschaftskrise sei dank, dass inzwischen verstärkt über Insourcing nachgedacht wird. In Zeiten von hohem Wachstum waren viele Unternehmen gezwungen, Kapazitäten abzugeben, um Aufträge überhaupt termingerecht abarbeiten zu können.

    Inzwischen schlägt das Pendel in die andere Richtung. Um die eigene Produktion auszulasten, setzen Unternehmen aktuell verstärkt auf Eigenfertigung und holen dort Produktionsumfänge zurück, wo es sich rechnet.

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