Server-based Computing, Teil 2

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Thin Clients arbeiten unbeirrt

Von Sabine Philipp

Server-based Computing ermöglicht nicht nur die einfachere Kontrolle und Administration der laufenden Programme. Durch die zentrale Bereitstellung laden sie auch viel schneller. Das hat zwei große Vorteile.

„So hat z.B. Microsoft Office einen Kernbereich und einen Bereich, der für jeden Benutzer geladen wird“, erklärt Spezialist Oliver Bausch. „Nehmen wir mal an, dass für den ersten Benutzer 30 MByte benötigt werden. Beim zweiten Benutzer sind es dann nur noch 10 MByte mehr, da der Kernbereich schon im Speicher ist. So erreichen wir einen Skaleneffekt auf dem Server und sparen schlussendlich Infrastrukturkosten.“

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Zusätzlich wird Rechenleistung gespart. Ein netter Nebeneffekt, der vor allem bei sehr aufwändigen Anwendungen wie CAD oder Photoshop Wirkung zeigt. Es gibt so gut wie keinen PC oder Client, der zu leistungsarm ist, um diese Programme laden. Denn die Rechenleistung wird ja vom Server gefordert – und der ist um einiges stärker.

Ob es bei den Lizenzen selbst günstiger wird, ist meist eher unwahrscheinlich. Denn Microsoft verlangt Lizenzgebühren pro Arbeitsplatz. Allenfalls bei Open-Source-Lösungen kann es hier Einsparpotenzial geben. „Außerdem sollte nicht verschwiegen werden, dass Unternehmer, die auf Thin Clients umstellen möchten, noch in einen Server investieren müssen“, fügt Bausch hinzu. „Der kostet etwa 5000 Euro.“

Serie: Server-based Computing
  • Teil 1 erklärt, wie eine Server-Client-Infra­struktur funktio­niert, deren Termi­nals ohne an­fällige Teile auskommen.
  • Teil 2 prüft die Vor­teile in der Praxis und nennt die Nachteile.
  • Teil 3 erläutert Varianten und sagt, was bei der Um­stellung zu beachten ist.

Ob sich Thin Clients finanziell für das Unternehmen rechnen, muss die Buchhaltung also mit spitzem Stift kalkulieren. Aber selbst wenn die Rechnung gerade bei kleineren Betrieben nicht ganz eins zu eins aufgehen sollte – eine Thin-Client-Lösung könnte sich auf längere Sicht trotzdem rentieren. Denn das Konzept ist sicherer und übersichtlicher.

Kontrolle macht sicher

„Die einheitlichen Datenbestände und Software-Aktualisierungen an allen Arbeitsplätzen sichern das unternehmensweite Qualitätsmanagement“, argumentiert Bausch. Die unprofessionellen Insellösungen, bei denen der eine Kollege Vista und der Zimmernachbar Windows 2000 laufen hat, fallen weg. Allen Anwendern stehen dieselben aktuellen Softwareversionen zur Verfügung.

MittelstandsWiki-Fachmann
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Der Technische Informatiker fackelte nicht lange und stieg be­reits wäh­rend des Stu­diums (1992) als Unter­nehmer ins IT-Geschäft ein. Aus cogito ent­stand schließ­lich die levigo-Gruppe mit levigo systems, wo Oliver Bausch die Po­si­tion des Ge­schäfts­führers inne­hat. Das Unter­nehmen blickt heute be­reits auf gute zehn Jahre Er­fahrung im Um­gang mit Thin Clients und den IT-Bedürf­nissen im Mittel­stand zurück.

Selbst nach einem Hardwarecrash kann der Anwender innerhalb weniger Minuten und ohne Datenverlust mit einem Ersatzgerät weiterarbeiten. „Obwohl so etwas kaum vorkommen sollte“, so Bausch. „Aufgrund ihrer einfachen Bauweise sind die Thin Clients kaum störanfällig. Ausfallzeiten, z.B. durch Systemabstürze, gehören damit der Vergangenheit an. Auch Installationen oder etwaige Fehlbedienungen durch den Anwender sollte es fast nicht mehr geben, da alle Applikationen und Daten ausschließlich auf dem Server ausgeführt und gespeichert werden.“

Somit ist das direkte Risiko von Viren, Würmern, Trojanern und unberechtigten Zugriffen praktisch ausgeschlossen. Die Schadprogramme haben schließlich keine Möglichkeit, sich auf dem Rechner festzusetzen. Das erspart auch aufwändige Schutzmaßnahmen an jedem einzelnen Arbeitsplatz. Der Verantwortliche kann viel besser kontrollieren, was im Netzwerk passiert, und den Virenschutz zentral und effektiv steuern.

Ein weiterer Vorteil der zentralen Datenhaltung besteht darin, dass bei Diebstahl eines Thin Clients weder Kundendaten noch Kennwörter außer Haus gelangen. Auch Betriebsspionen machen die schlanken Terminals das Leben schwer. Denn da Thin Clients eben keine Komponenten wie Festplatte oder DVD-Laufwerke haben, kann niemand Informationen entwenden.

Von Standards weit entfernt

Allerdings: „Wenn man von den Vorteilen spricht, muss man fairerweise auch die Nachteile nennen. Und der größte ist, dass es immer noch keine Standards gibt“, bedauert Bausch.

So ist es leider noch immer so, dass auf jeder Hardware die Managementsoftware des Herstellers läuft. Ein Wechsel wird dadurch erschwert. Auch wenn es natürlich dennoch Migrationsmöglichkeiten gibt. Eine weitere Möglichkeit wäre ein Umstieg auf Open-Source-Software mit offenen Standards. Immerhin gibt es hier bereits bewährte Lösungen.

Ein weiteres Problem sieht Bausch bei Administratoren, die sich nicht wirklich mit der Thematik auskennen. „Vor allem in kleineren Betrieben ist es ja oft so, dass der Sohn des Geschäftsführers oder irgendein Mitarbeiter wie der Buchhalter die Administration nebenbei macht.“ Da es sich hier um einen Applikationsserver handelt, auf den unter Umständen viele Leute zugreifen, „muss man schon wissen, wie man die Zugriffe sichert. Ansonsten kann es durchaus passieren, dass Unbefugte Zugriff auf geheime Dokumente haben.“

Was das Firmennetzwerk im SBC-Betrieb leisten sollte und welche Thin-Client-Varianten es gibt, wird Teil 3 dieser Serie erklären.

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