- Uniserv: Software-Lösungen erhöhen Qualität von Unternehmensdaten
- Oracle JD Edwards EnterpriseOne: Mobile Anwendungen bieten Einsichten in Echtzeit
- Database Award 2012: Computerwoche und Oracle prämieren Datenbankprojekte
- CeBIT 2012: Telekom setzt auf Cloud-Services
- Dell: Studie sensibilisiert für IT-Sicherheit
Serverkonsolidierung, Teil 2
Geballte Ressourcen je nach Last
Von Sabine Philipp
Außer auf Blades kam Teil 1 dieser Serie bereits auf virtualisierte Serversysteme zu sprechen. Der Hauptvorteil davon ist, dass das Unternehmen dann flexibel Hauptspeicher und CPUs zuweisen kann. „Somit bekommt jedes System so viel Rechenleistung, wie es wirklich braucht“, sagt MittelstandsWiki-Fachmann Jens Tintrup. „Das ist besonders praktisch, wenn man viele Systeme hat, die hohe Peaks über den Tag verteilt haben, wie z.B. Datenbanken, die stündlich für fünf Minuten die Updates oder Indizierungen fahren und den Rest des Tages mehr oder weniger ruhen.“
Auf einen Blick |
Aus praktischer Erfahrung
Die Sache mit der Virtualisierung hat unter Umständen allerdings einen Haken. Denn nicht jede Software taugt für die Virtualisierung. Ob ein bestimmtes Programm, das Sie im Betrieb brauchen, für eine solche Umgebung überhaupt geeignet ist, kann man im Vorfeld schlecht erkennen. „Im Einzelfall müssen Sie das mit den Softwareherstellern abklären“, meint Tintrup.
Jens Tintrup ist Geschäftsführer der Tintrup Computer GmbH. Als Kaufmann und Netzwerkspezialist weiß er, wie wichtig es für KMU ist, dass sich neue Infrastruktur bald bezahlt machen muss. Weil das Lüdinghauser Unternehmen auf qualifizierte (und zertifizierte) Herstellerkontakte setzt, hat Tintrup einen guten Überblick darüber, was einzelne Lösungen konkret leisten.
Ein weiterer Nachteil ist, dass bestimmte Schnittstellen, z.B. USB, nicht zur Verfügung stehen. „Zudem ist die Performance in klein wenig schlechter als bei einem klassischen System“, meint der IT-Experte. Allerdings sei dies zu vernachlässigen: „Bei einem Linux-System würden die Einbußen 2 bis 4 % betragen, bei Windows 5 bis 10 %.“ Mit Blick auf die Vorteile sei dies sicherlich zu verschmerzen.
Der größte Schwachpunkt an virtuellen Servern ist aber die Virtualität an sich. Sobald das System ausfällt, kann das zu einem ernsten Problem werden. „Der Virtualisierung liegt ja immer ein Stück Software zugrunde, das zuerst gestartet wird“, betont Tintrup. „Danach werden die anderen Programme, die Gastsysteme, hochgefahren.
Wenn sich also ein Softwarefehler einschleicht, sind sofort alle anderen Systeme betroffen, weil ohne den Start der Virtualisierungssoftware nichts läuft.“ Von Hardwarefehlern einmal ganz abgesehen. Nicht zuletzt schwelt weiterhin die entscheidende Frage, inwieweit das Startsystem anfällig für Hackerangriffe ist.
Mit feuerfesten Notfallplänen
Daher brauchen virtualisierte Systeme eine besonders gute Planung was Disaster Recovery bzw. Datensicherheit und -rettung angeht. Backups und eine Spiegelung der Systeme sind also exorbitant wichtig (übrigens kaum weniger bei physikalischen Servern). Daher ist es sinnvoll, ein zweites Rechenzentrum in einem zweiten Brandabschnitt im Gebäude anzubinden bzw. die Daten übers Internet an einen entfernten Ort zu spiegeln.
Da der Prozess bei einer Spiegelung sehr rechenintensiv ist, weil die Maschinen große Datenmengen sowohl hoch- als auch herunterladen, werden Sie mit einem gutbürgerlichen ADSL-Anschluss nicht glücklich. Ein SDSL-Anschluss oder das besonders schnelle VDSL mit einem Upload-Download-Verhältnis von 50/10 MBit/s sollten es schon sein.
Selbst voll professionelle Spiegelungssysteme machen Backups nicht überflüssig. Es kann immer geschehen, dass wichtige Dateien versehentlich oder durch Schadsoftware gelöscht werden. Wer dann keine Sicherungskopien parat hat, ist verloren.
- Was die Serverkonsolidierung für den Speicherplatz bringt und was Unternehmen bei der Migration beachten sollten, schildert Teil 3 dieser Serie.





