Umweltschutz

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Frische Luft ins Unternehmen

Von Sabine Philipp

Thema verpasst?

Wer sich für eine saubere Umwelt einsetzt, tut nicht nur Gutes für die Zukunft unseres Planeten. Er kann gleichzeitig Kosten sparen, an Fördermittel gelangen, das Firmenimage verbessern und seine Auftragsbücher füllen. Nicht zuletzt vermeidet er saftige Haftungsrisiken, die sich aus dem neuen Umweltschadensgesetz ergeben.

Für ein effizientes Umweltcontrolling gibt es eine Reihe von verschiedenen Ansätzen. Die eigenverantwortliche Optimierung des Einsatzes von Material und Energie wird von mehreren Instrumenten unterstützt, die eine umweltfreundliche Unternehmensführung zusätzlich profitabel werden lassen.

Mit CO₂-Zertifikaten lässt sich handeln

Seit dem 1. Januar 2005 dürfen Betriebe, die über bestimmte Anlagen verfügen, nur noch CO₂ ausstoßen, wenn sie über eine entsprechende Anzahl an Emissionsberechtigungen (Zertifikate) verfügen. Kontrolliert wird das Ganze von der Deutschen Emissionshandelsstelle. Grundlage dafür ist das Gesetz über den Handel mit Berechtigungen zur Emission von Treibhausgasen (TEHG).

Wichtig!

Diese Übersicht dient lediglich der Orientierung und ersetzt keinesfalls die fach­männische Beratung durch Rechts­experten. Die Inhalte wurden sorg­fältig recherchiert, dennoch sind Ab­weichungen vom tat­sächlichen Sach­verhalt nicht auszuschließen.

Dadurch ergeben sich aber auch neue Chancen für umweltfreundliche Unternehmen. Denn wenn Sie in emissionsärmere Technologien investieren und Ihren CO₂-Ausstoß reduzieren, dürfen Sie überschüssige Zertifikate verkaufen. Falls Sie jedoch mehr auspusten, als Sie dürfen, müssen Sie nachkaufen.

Freiwillige Gütesiegel bringen Vorteile

Zwei internationale Normen bieten sich an

Der heutige Verbraucher fordert immer häufiger umweltverträgliche Produkte und will auch über – eventuell gefährliche – Inhaltsstoffe und Herstellungsprozesse informiert werden. Mit einem normgerechten Umweltzertifikat nach ISO 14001 oder EMAS können Sie zeigen, dass bei Ihnen alles mit rechten Dingen zugeht. Die standortbezogene EMAS-Verordnung gilt europaweit, die am gesamten Unternehmen orientierte ISO-14000-Serie ist weltweit anerkannt.

Eine Teilnahme an diesen Managementsystemen ist freiwillig. Bei beiden Zertifikaten geht es im Prinzip darum, dass Sie Ihre Betriebsorganisation nach umweltrelevanten Kriterien aufbauen oder neu ausrichten. Das Umweltmanagementsystem dient dazu, den betrieblichen Umweltschutz zu analysieren und systematisch zu verbessern.

Vorsprung durch Vorbildfunktion

Das Zertifikat nach ISO 14001 ist einfacher zu bekommen, da keine öffentlichen Stellen in den Zertifizierungsprozess eingebunden sind und Sie die Öffentlichkeit nicht informieren müssen. Sie brauchen lediglich einen kompetenten Prüfer. Es ist auch günstiger als das europäische Pendant, das je nach Betriebsgröße mit 2600 bis 690.000 Euro zu Buche schlagen kann. Dafür werden Sie mit einem EMAS-Testat bei öffentlichen Aufträgen bevorzugt.

Nach einer Studie des Bundesumweltministeriums haben diese Testate aber noch weitere Auswirkungen. So sparen Unternehmen Geld, etwa weil sie nicht mehr unnötig Energie verheizen. Außerdem profitieren Sie von einer besseren Betriebsorganisation und einer höheren Rechtssicherheit in puncto Umweltrecht. Sie dürfen nicht vergessen, dass es in Deutschland mehrere tausend Vorschriften zum Umweltschutz gibt. Da kann man schnell unwissentlich gegen das Gesetz verstoßen.

Dazu kommt, dass Ihre Mitarbeiter sicher hoch motiviert sind, wenn sie einem Betrieb angehören, der sich für die Umwelt verantwortlich fühlt. Und last but not least dürfen Sie selbstverständlich mit den Testaten für Ihre Produkte werben.

Förderungen und Zuschüsse
Wenn Sie in Ihrem Betrieb ein Umweltmanagementsystem einführen, können Sie von einigen Förderprogrammen profitieren, die je nach Bundesland variieren.

Zuschüsse gibt es auch vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, unter anderem für den Bau von Solarkollektoranlagen und Biomassekesseln.

Die KfW Mittelstandsbank vergibt günstige Kredite für Umweltvorhaben, u.a. aus dem Sonderfonds Energieeffizienz.

Auf der Website des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie können Sie mit dem Förderassistenten recherchieren, was sonst noch für Sie herausspringen kann.

Außerdem gibt es da noch einige Umweltpreise, die Ihr Engagement mit klingender Münze honorieren.

Mit Ökoprofit in den Umweltschutz einsteigen

Ökoprofit ist ein Kooperationsprojekt zwischen Kommune und Wirtschaft, bei dem die Umwelt und der Geldbeutel von Unternehmen gleichermaßen entlastet werden, etwa durch einen effizienteren Wasserverbrauch. Außerdem dient die Teilnahme an einem Ökoprofit-Projekt als gute Vorbereitung auf die oben genannten freiwilligen Umweltzertifikate. Fragen Sie bei Ihrer Kommune oder bei Ihrer IHK nach, ob Sie auch in Ihrer Region mitmachen können. Häufig wird ein Teil der Kosten übernommen.

Ihr Engagement in Sachen Umwelt kann auf jeden Fall eine erfreuliche Meldung in der Zeitung einbringen. Und die ist die beste und günstigste Werbung. Achten Sie deshalb immer auch auf eine gut organisierte Pressearbeit mit aussagekräftigen Pressemeldungen, die für die schreibende Zunft interessant sind. Sonst kriegt am Ende keiner Ihre Begeisterung für den Umweltgedanken mit.

Fazit: Ökologie und Ökonomie ohne Gegensatz

Umweltmanagementsysteme und Grüne IT spielen eine immer größere Rolle gerade für die Unternehmensplanung im Mittelstand. Wer mit Ressourcen nachhaltig wirtschaftet, verschafft sich mittel- und langfristig nicht nur deutliche Kosteneinsparungen, sondern auch klare Wettbewerbsvorteile. Wenn es auch einige Mühe und Zeit in Anspruch nimmt, sich durch den bürokratischen Dschungel zu kämpfen, ist das Engagement für eine umweltschonende Betriebsorganisation und Produktgestaltung eine viel versprechende Win-Win-Strategie mit enormer Imagewirkung. Und Profit erwirtschaften mit einem guten Gewissen macht schließlich doppelt Spaß!

Nützliche Links

Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Emissionshandel, und wie Sie konkret vorgehen müssen, verrät die IHK Wiesbaden. Weitere Informationen zum Handel mit Umweltzertifikaten gibt es auf der Website des Umweltministeriums. Einen Vergleich zwischen der ISO-14000-Serie und EMAS finden Sie z.B. beim Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg.

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