Variable Vergütung

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Wann es mehr gibt, muss eindeutig sein

Von Dr. rer. nat. Jürgen Kaack, STZ-Consulting Group

Gehaltsstrukturen können neben Fixgehältern pro Monat und anderen festen Bestandteilen wie z.B. Weihnachts- oder Urlaubsgeld auch variable Bestandteile enthalten, die zu fest vereinbarten Zeiträumen anhand von definierten Kriterien ermittelt und ausgezahlt werden.

Die Kriterien können vom Erfolg des ganzen Unternehmens, von einzelnen Abteilungen und Gruppen oder auch von individuellen Zielen abhängen. Auch Mischformen sind möglich, z.B. ein Teil Unternehmensziel und ein anderer für individuelle Ziele. Wichtig ist so etwas nicht nur im klassischen Vertrieb und seinen Provisionsmodellen, sondern z.B. auch bei etlichen Formen der Mitarbeiterbeteiligung, namentlich den Instrumenten der Erfolgsbeteiligung.

Klare Kriterien

Generell sind variable Elemente neben einem monatlichen Grundgehalt in den Verträgen der Vertriebsmitarbeiter üblich und sinnvoll. Aber auch in den meisten anderen Funktionen können variable Vergütungsmodelle auf der Basis individueller Ziele vereinbart werden. Sie sollten sich stets an den für das Unternehmen wesentlichen Punkten orientieren. Durch die Fokussierung der Kriterien auf wenige und für die Mitarbeiter nachvollziehbare Kriterien wird die Wirksamkeit dieses Steuerungsinstrumentes in der Praxis gefördert. Kriterien für die Bemessung der variablen Gehaltsbestandteile sollten

Checkliste
Die Checkliste zur Vertriebs­optimierung prüft die Orga­nisa­tion von der Vertriebs­planung bis hin zu evaluie­renden Meetings.
  • vom Mitarbeiter in seiner Funktion beeinflussbar,
  • für den Erfolg im Vertriebsprozess entscheidend,
  • für die Unternehmensentwicklung relevant sowie
  • im Ergebnis auswertbar und transparent sein.

Vorteilhaft ist es, wenn die Systematik auch für kurzfristige Aktionen wie z.B. Sonderverkäufe oder Produktneueinführungen nutzbar ist.

Verteilung im Team

Bei einer Teamorganisation ist die Transparenz des Teamerfolgs ein Kriterium für die Ermittlung von variablen Gehaltsbestandteilen. In manchen Fällen sind interne Wettbewerbe ein zusätzliches Motivationselement. Oft werden bei Erreichen gesetzter Ziele variable Prämien an einzelne Mitarbeiter oder ganze Teams gezahlt. Die Vergleiche für die Ergebnisermittlung müssen dabei transparent und fair erfolgen. Falls Ziele für zeitlich befristete Wettbewerbe vorgegeben werden, so dürfen diese zwar ambitioniert sein, aber sie müssen auch unter realistischen Bedingungen erreichbar sein.

E-Book am Online-Kiosk
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Fazit: Feedback führt nach vorne

Ein wichtiges Führungsinstrument in Verbindung mit einer variablen Vergütung ist das Feedback-Gespräch, das in nicht zu großen Abständen geführt werden sollte. Auf Erfolgen oder Misserfolgen aufbauend, würdigt es den individuellen Beitrag und die persönliche Entwicklung, zeigt aber auch Defizite auf. Das Feedback-Gespräch sollte immer mit der Festlegung von überprüfbaren Zielen enden, die schriftlich festgehalten und im nächsten Gespräch abermals besprochen werden. Zugleich ist es eine passende Gelegenheit, um nichtfinanzielle Anreize (Schulungen, Corporate Titles, Prämierungen etc.) zu gewähren.

Nützliche Links

1 Kommentar:

  1. Es existieren zwei Grundmodelle:
    - mit konventioneller Zielvereinbarung
    - mit Zieloptimierung.

    Bei der konventionellen Zielvereinbarung legen Führungskraft und Adressat gemeinsam Ziele fest. Zumeist beginnt die Zone des flexiblen Entgelts bei 80%-iger Zielerreichung und ist bei 150% "gedeckelt", um überproportionale Auszahlungen zu verhindern. Dies birgt jedoch die Gefahr, dass Adressaten ihre Leistung zurücknehmen oder Erfolge in die Folgeperiode verschieben, sobald sie die Deckelung erreichen.

    Führungskräfte, die Ziele hoch, realistisch und anspruchsvoll mit ihren Mitarbeitern zu vereinbaren versuchen, stoßen regelmäßig auf Widerstände: Manche Mitarbeiter "mauern". Denn: Je niedriger die Ziele, desto leichter fällt es, a) die Zone des erfolgsorientierten Entgelts zu erreichen und b) an die besonders lukrativen Beträge der Zielüberschreitung zu kommen.

    Das Grundmodell der Zieloptimierung als moderne Weiterentwicklung der Verbindung von MbO und Entgelt löst gerade diese Widerstände auf und verhilft Führungskräften so zu mehr Effizienz. Zudem liegt die lukrative Zone nicht bei Übererfüllung, sondern im Bereich der Plangenauigkeit.

    Im Gegensatz zum konventionellen Zielvereinbarungssystem, wonach alle Elemente gemeinsam festzulegen, zu diskutieren und zu definieren sind, legt bei Zieloptimierung der Führende die Zielrichtung fest. Der Adressat hingegen hat bewertete KAP zu entwickeln, hieraus die angestrebte, höchstmögliche Ziel-Höhe zu ermitteln und diese an den Führenden zu berichten.

    Gerade für moderne Unternehmen könnte es besonders sinnvoll sein, flexible Entgeltsysteme auf der Basis von Zieloptimierung anzuwenden. Dies trägt hoher Leistungsbereitschaft sowie dem Bedürfnis nach eigenständigem mit-unternehmerischem Handeln in weitaus stärkerem Maße Rechnung als konventionelle Zielvereinbarung.

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