Arbeit im zweiten Quartal um 4,8 Prozent teurer

Zahlen des Statistischen Bundesamts
Zahlen des Statistischen Bundesamts

Eine Stunde Arbeit kostete deutsche Arbeitgeber im zweiten Quartal 2009 im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich im Durchschnitt kalenderbereinigt 4,8 %(1) mehr als im zweiten Quartal des letzten Jahres. Laut Statistischem Bundesamt ist das nach dem An­stieg im ersten Quartal der zweithöchste An­stieg im Jahresvergleich seit zwölf Jahren. Im Vergleich zum Vorquartal stiegen die Ar­beits­kos­ten saison- und kalenderbereinigt jedoch lediglich um 0,3 % und damit deutlich langsamer als im vierten Quartal 2008 (+2,4 %) be­zie­hungs­weise im ersten Quartal 2009 (+1,6 %).

In den Arbeitskostenindex fließen aber nicht nur die Stundenkosten ein, sondern auch die Menge der tatsächlich geleisteten Stunden. Daher führten der Abbau von Überstunden auf Arbeitszeitkonten und Kurzarbeit zu einer rechnerischen Verteuerung des Produktionsfaktors Arbeit im Verhältnis zu den geleisteten Arbeitsstunden und der erzielten Produktion. Von diesem Effekt war vor allem das Verarbeitende Gewerbe betroffen. Dort stiegen die Arbeitskosten je Stunde gegenüber dem Vorjahresquartal um 7,6 % und die Lohnstückkosten um 24,3 %.

Innerhalb der Europäischen Union erlitt Deutschland im ersten Quartal 2009 eine der höchsten Kostensteigerungen für Arbeitszeit. Nur die sechs(2) europäischen Länder Österreich (+6,2 %), Slowakei (+7,7 %), Tschechische Republik (+8,0 %), Lettland (+8,0 %), Bulgarien (+18,6 %) und Rumänien (+18,6 %) verzeichneten einen höheren Anstieg der Arbeitskosten. In Großbritannien (-5,5 %), Griechenland (-3,3 %) und Frankreich (-0,6 %) sanken die Arbeitskosten sogar.

(Statistisches Bundesamt/ml)

Diese Meldung wurde am 16.9.2009 nach einer Korrektur der Daten durch das Statistische Bundesamt von uns nachträglich berichtigt:

(1) Ursprünglich meldete das Bundesamt einen bereinigten Anstieg der Arbeitskosten um 5,2 %

(2) Hier waren in der ersten Meldung lediglich fünf Mitgliedsstaaten genannt. Österreich fehlte wegen des höheren Vergleichswerts für Deutschland.