Gastbeitrag: Dropshipping als Wachstumsmotor im E-Commerce

Aus MittelstandsWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Mit Lieferketten statt Lagerhallen

Von Nicolai Kuban, storebird.de

Thema verpasst?

Wer einen erfolgreichen Online-Shop betreiben will, der muss gerade zu Beginn und in den Wachstumsphasen viele unterschiedliche Stellschrauben beachten. So spielen das Shopsystem, die Warenwirtschaft, das Design, die Usability, die Konversionsraten sowie die Preise und auch das Produktsortiment eine entscheidende Rolle für Erfolg oder Misserfolg.

Gerade das Produktsortiment kann sich entscheidend auf den Umsatz und die Profitabilität des Online-Shops auswirken. Bietet dieser ein breites Sortiment, so ist die Chance, dass der Besucher das findet, was er sucht, groß – folglich werden mehr Besucher zu Käufern und die Konversionsraten steigen.

Kapitalbindung im Sortiment

Natürlich hat das Produktsortiment die Vorteile, dass es neue Zielgruppen ansprechen und größere Warenkörbe generieren kann; doch es bringt auch eine Menge Nachteile bzw. Herausforderungen mit sich: Wer viele Produkte anbieten möchte, muss diese im gewöhnlichen Handel vorfinanzieren, in eigenen Lagerräumen verstauen und entsprechend für deren Versand und die dazugehörigen Verpackungsmaterialien Sorge tragen.

Es wird also deutlich, dass ein großes Sortiment - und die damit einhergehenden Investitionen in Ware, Lagerplatz, Verpackung und Mitarbeiter im Versand - Kapital bindet, die Fixkosten erhöht und somit die Liquidität des Unternehmens einschränkt. Die Folge ist ein nur noch gebremstes Wachstum mangels freien Budgets für Marketing und Vertrieb.

Lösungsansatz: Dropshipping

Dropshipping setzt genau hier an und ermöglicht Online-Shops den Verkauf großer Sortimente ohne die Problematik der Kapitalbindung. Das im deutschen E-Commerce noch nicht sehr verbreitete Modell, welches auch als „Streckengeschäft“ bezeichnet wird, ist als eine Partnerschaft zwischen Online-Händler und Großhändler/Hersteller zu verstehen, bei der der Großhändler die Waren vorfinanziert, lagert und an Endkunden versendet, während sich der Online-Shop vollkommen auf die Vermarktung, Neukundengewinnung und Kundenbindung konzentriert.

Dropshipping im schematischen Überblick

Am besten lässt sich dieses Modell in folgender Grafik darstellen:

Konzentration auf Kernkompetenzen

Das besonders Spannende am Ansatz des Dropshipping ist, dass sich beide Seiten auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und gemeinsam eine Win-Win-Situation schaffen können.

Während der Großhändler perfekt in Sachen Vorfinanzierung, Produktsortiment und Logistik aufgestellt ist, liegt der Schwerpunkt des Online-Shops vor allem auf der Kundengewinnung und -bindung. Der Shop bedient unterschiedliche Marketing-Kanäle wie Suchmaschinen, Marktplätze, Auktionshäuser, Preisvergleiche, kümmert sich um den Kundensupport und sorgt für den Aufbau einer zufriedenen Stammkundschaft.

Durch die bereits bestehenden Strukturen und Prozesse des Großhändlers bleiben dem Shop hohe Investitionen erspart; stattdessen kann er von freier Liquidität und an Skaleneffekten des Großhändlers partizipieren.

Nicolai Kuban verant­wortet als geschäfts­führender Gesell­schafter den Aus­bau der Shopping-Plattform Storebird.de sowie eine Viel­zahl an dessen Partner­shops. Er blickt auf mehr als sechs Jahre Er­fahrung im E-Commerce zurück, begann 2005 als eBay-Power­seller und war 2008 an der Gründung von eKomi – einem inter­national füh­ren­den Be­wertungs­system für Online-Shops – be­teiligt, wo er knapp zwei Jahre das Marketing leitete.

Auf der anderen Seite hat der Großhändler den Vorteil, einen neuen Vertriebskanal mit der Zielgruppe „Endkunden“ erschließen zu können – ohne die dafür notwendigen Aufwendungen.

Herausforderungen im Tagesgeschäft

Auf der einen Seite bietet Dropshipping sehr viele Vorteile, auf der anderen Seite kann es auch zu unterschiedlichen Herausforderungen für den Shop-Betreiber kommen. Nutzt dieser zu viele verschiedene Partner, ist es z.B. möglich, dass Kunden mit nur einer Bestellung Pakete zahlreicher Versender zu unterschiedlichen Zeiten erhalten – dies macht den Bestellvorgang etwas unkomfortabel.

Zudem ist der Online-Shop von der Zuverlässigkeit des Partners abhängig. Liefert dieser zu spät oder im schlechtesten Fall gar nicht, fällt dies auf den Online-Shop zurück.

Es sollte daher beim Eingehen einer Partnerschaft unbedingt mit Verträgen gearbeitet werden, in denen beide Seiten die Kernpunkte der Zusammenarbeit absichern.

Fazit: Vorteilsmodell für Start und Ausbau

Das Modell des Streckengeschäfts eignet sich aus meiner Sicht optimal, um einen neuen Shop zu starten oder einen bestehenden weiter auszubauen. Mit nur wenig Aufwand und nahezu keinerlei finanziellen Investitionen kann man durch ein diversifiziertes Produktsortiment neue Käufer in den Shop locken, bestehende Käufer eher zum Kauf bewegen und die Höhe der bereits generierten Warenkörbe weiter steigern.

Hinter den Kulissen
Einige Online-Shops wie zum Beispiel www.vitalingo.de oder www.putzking.de nutzen diese Methode bereits, auch wenn es für den Käufer nicht ersichtlich ist und das Einkaufserlebnis reibungslos klappt.

Wer bei der Wahl seiner Partner und beim Aufbau der Strukturen alles genau durchdenkt, kann ein sehr gutes und nachhaltiges Geschäft auf dieser Basis aufbauen.

Nützliche Links

Wenn Sie sich tiefgründiger mit dieser Materie befassen möchten, kann ich Ihnen mein Whitepaper „Dropshipping als Wachstumsmotor“ nahe legen, welches Sie kostenlos bei uns anfordern können.

Anzeige
Buying|Butler

Einen Kommentar hinterlassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sie können folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>