Glasfaser, Teil 2

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Ein großer, viele regionale Anbieter

Von Dr. Harald Karcher

Im Markt für Glasfaser-Internet gibt es nur wenige große Anbieter wie die Deutsche Telekom und Versatel, aber viele regionale Netzbetreiber: etwa NetCologne im Großraum Köln oder M-net in München und vielen Städten Bayerns, TMR Bochum, COM-IN Ingolstadt, R-KOM Regensburg, HL komm Leipzig, Glasfaser Ostbayern, das STNB Stadtnetz Bamberg und weitere. Viele sind im Provider-Verband BUGLAS organisiert.

Bis Ende 2013 will die Deutsche Telekom 44 Städte mit Glasfaser versorgt haben: Aalen, Aichach, Albstadt-Ebingen, Aschaffenburg, Bad Nenndorf, Bad Salzschlirf, Baden-Baden, Beilstein (Württemberg), Bühl (Baden), Emmerich am Rhein, Fulda, Gifhorn, Hannoversch Münden, Hennigsdorf, Herrenberg, Hilden, Hildesheim, Hofheim am Taunus, Hofheim-Wallau, Ingolstadt, Kalbach, Kevelaer, Kiel, Kleinmachnow, Kleve, Limburg an der Lahn, Löhne, Lübbecke, Miltenberg, Neuhof Kr. Fulda, Obernburg am Main, Offenburg, Prenzlau, Rastatt, Rendsburg, Roth, Siegburg, Starnberg, Torgau, Tübingen, Velten, Waldenbuch, Zittau und Zweibrücken. Laut Telekom-Auskunft soll dieses „Glasfaser-Festnetz“ bis Ende 2013 ca. 13 Mio. und bis Ende 2016 über 24 Mio. Haushalte versorgen.

KommRZ001-ID05 Glasfaser 3.jpg Der Ausbau der Telekom-Breit­band­netze verschlingt jedes Jahr mehrere Milliarden Euro und wird 2014 voraus­sichtlich über 50.000 Bau­stellen zur Folge haben. (Grafik: Deutsche Telekom)

Es fällt auf, dass in der Liste Großstädte wie Berlin, Hamburg oder München fehlen. Auskunft hierzu gibt die Ausbaukarte der Telekom unter www.t-mobile.de/netzausbau/: Dort sieht man z.B., dass Freising, nördlich des Münchener Flughafens, eine Glasfaserversorgung durch die Telekom mit bis zu 200 MBit/s im Download und 100 MBit/s im Upload hat. Die Münchener Innenstadt dagegen wird von M-net mit FttB bis 100 MBit/s im Download versorgt; M-net ist eine Tochterfirma der Münchener Stadtwerke SWM.

Sonderdienste für Geschäftskunden

Einige Glasfasernetzbetreiber haben spezielle Business-Angebote: Bei NetCologne etwa gibt es für Geschäftskunden bis zu 1 GBit/s im Standardportfolio. Bei kundenindividuellen Projektlösungen sind laut Pressestelle auch symmetrische Bandbreiten bis zu 10 GBit/s im Up- und Download möglich.

Auch M-net bietet laut Pressechef Wolfgang Wölfle mit Internet-, Daten- und festnetzbasierten Telefondiensten über Mobilfunk bis hin zu komplexen Standortvernetzungen ein auf den Kommunikationsbedarf von Geschäftskunden zugeschnittenes Portfolio. Es umfasst unter anderem M-net SDLS mit Bandbreiten von 2.300 bis zu 20.000 kBit/s und eine statische IP-Adresse; M-net Glasfaser SDSL mit permanenter Internet-Anbindung und symmetrischen Bandbreiten von 5000 bis zu 25.000 kBit/s sowie statischen IPv4/IPv6-Netzwerkadressen; M-net Direct Access als permanente Internet-Standleitung mit Bandbreiten von 2 bis 1000 MBit/s und optionaler redundanter Anbindung mit Verfügbarkeiten bis zu 99,99 %.

Serie: Glasfaser
Teil 1 sagt, warum Lichtwellenleiter bei Breitband das Maß der Dinge sind und erklärt die Ausbauvarianten von FttN bis FttH. Teil 2 sichtet den deutschen Markt und erläutert sinnvolle Optionen für Geschäftskunden.

Im Business-Bereich gibt es generell höhere Service-Levels; sie garantieren z.B. 99,99 % Netzverfügbarkeit p.a., 99,95 % Leitungsverfügbarkeit p.a. redundant, 99,5 % Leitungsverfügbarkeit p.a. einfach, durchschnittliche Reparaturzeiten von vier Stunden sowie Überwachung und Hotline rund um die Uhr an 365 Tagen. Dass solche Dienste ein Vielfaches von privaten Anschlüssen kosten, versteht sich von selbst.

Fazit: Durchsatz auf lange Sicht

Glasfaser hat auf absehbare Zeit noch enorme Kapazitätsreserven für die Zukunft. Private Haushalte können sie kaum an die Leistungsgrenzen bringen. Lässt man die hohen Kosten der Erstverlegung außer Acht, so müsste man eigentlich fast jeden Haushalt und fast jede Firma über Glasfaser anbinden.

Thema: Breitbandausbau
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Dr. Jürgen Kaack hat eine Reihe von Projekten als Berater begleitet. Einige aus der Region Nordrhein-Westfalen stellt er ausführlicher als Best-Practice-Beispiele vor: Arnsberg, Ennepetal, Erftstadt, Erkelenz und Wegberg sowie die Lage im gesamten Kreis Heinsberg, ferner Geilenkirchen, Haltern am See, Kaarst, Nettetal und Rheurdt. Außerdem berichtet er von der T-City Friedrichshafen, erläutert die möglichen Geschäftsmodelle im kommunalen Breitbandausbau sowie die Optionen der NGA-Rahmenregelung und setzt auseinander, wo Vectoring seine Haken hat. Nicht zuletzt skizziert er die Prinzipien einer Breitbandstrategie NRW und macht handfeste Vorschläge für eine umfassende Breitbandstrategie. Seine gesammelten Erfahrungen sind 2016 in der Reihe MittelstandsWiki bei Books on Demand erschienen: „Schnelles Internet in Deutschland“ (Paperback, 220 Seiten, ISBN 978-3-946487-00-5, 9,99 Euro).

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