Kabel-Internet, Teil 2

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Die Anbieter im Überblick

Von Dr. Harald Karcher

Der ANGA Verband Deutscher Kabelnetzbetreiber e.V. vertritt laut eigenen Angaben die Interessen von mehr als 180 führenden Unternehmen der deutschen Breitbandkabelbranche, darunter Kabel Deutschland, Unitymedia KabelBW, Tele Columbus, PrimaCom, NetCologne, wilhelm.tel, Deutsche Telekabel und Pepcom sowie eine Vielzahl mittelständischer Anbieter. Die Kabelnetzbetreiber der ANGA versorgen direkt oder indirekt rund 18 Mio. Kunden in Deutschland. Ende 2012 nutzten ca. 4,4 Mio. Haushalte auch Breitband-Internet und 4,3 Mio. Telefondienste über Breitbandkabel.

Zu den Mitgliedern des Verbandes zählen zudem führende Systemhersteller wie Alcatel-Lucent, Astro Strobel, Kathrein, Motorola, Nokia Siemens Networks, Teleste, Triax und Wisi.

Vodafone übernimmt KD
Mittlerweile ist die Übernahme von Kabel Deutschland durch den britischen Telekommunikationsriesen Vodafone erfolgreich abgeschlossen. Das Handelsblatt erkennt darin einen verstärkten Druck auf die Deutsche Telekom, da Vodafone damit gleich auf mehreren umkämpften Märkten wachse. Dazu erklärte Vodafone-Pressesprecher Dirk Ellenbeck am 25. Oktober 2013: „Zu TV-Kabel und VDSL können wir aktuell nichts sagen, bei ADSL haben wir 94 % Haushaltsabdeckung.“

Kabel Deutschland ist der größte deutsche Kabelnetzbetreiber. Der Konzern betreibt die Kabelnetze in 13 Bundesländern. Von den etwas über 40 Mio. deutschen Haushalten sind nach Unternehmensangaben rund 15,3 Mio. an das Netz von Kabel Deutschland anschließbar. Davon sind wiederum bereits 13,5 Mio. (88 %) für Internet- und Telefonnutzung aufgerüstet. Bereits für rund 11,5 Mio. (85 %) der aufgerüsteten Haushalte sind Download-Geschwindigkeiten von derzeit bis zu 100 MBit/s verfügbar. Kabel Deutschland zählt im Herbst 2013 über 2 Mio. Kunden, die ihren Internet-Anschluss über das TV-Kabel beziehen.

CATV für Privat- und Business-Kunden

Für Mitte November 2013 nennt Kabel Deutschland, laut Auskunft der zuständigen PR-Agentur, folgende Angebote für Internet plus Telefon: 10 MBit (600 kBit/s Upload), 25 MBit (1 MBit/s Upload), 50 MBit/s (2 MBit/s Upload), 100 MBit/s (6 MBit/s Upload). Das Angebot nur für Internet umfasst 20 MBit/s (1 MBit/s Upload).

Bei allen Angeboten fällt der relativ geringe Upload-Speed auf. Die starke Asymmetrie zwischen Download und Upload könnten die Provider durch erhebliche Investitionen in die Kabelnetze technisch verändern.

Thema: Breitbandausbau
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Dr. Jürgen Kaack hat eine Reihe von Projekten als Berater begleitet. Einige aus der Region Nordrhein-Westfalen stellt er ausführlicher als Best-Practice-Beispiele vor: Arnsberg, Ennepetal, Erftstadt, Erkelenz und Wegberg sowie die Lage im gesamten Kreis Heinsberg, ferner Geilenkirchen, Haltern am See, Kaarst, Nettetal und Rheurdt. Außerdem berichtet er von der T-City Friedrichshafen, erläutert die möglichen Geschäftsmodelle im kommunalen Breitbandausbau sowie die Optionen der NGA-Rahmenregelung und setzt auseinander, wo Vectoring seine Haken hat. Nicht zuletzt skizziert er die Prinzipien einer Breitbandstrategie NRW und macht handfeste Vorschläge für eine umfassende Breitbandstrategie. Seine gesammelten Erfahrungen sind 2016 in der Reihe MittelstandsWiki bei Books on Demand erschienen: „Schnelles Internet in Deutschland“ (Paperback, 220 Seiten, ISBN 978-3-946487-00-5, 9,99 Euro).

Typischerweise sind es Privatkunden, die Fernsehen, Telefon und Internet per TV-Kabel nutzen. Allein im letzten Jahr haben sich laut Kabelverband ANGA mehr als 75 % der Breitband-Internet-Neukunden für schnelles Surfen über das TV-Kabel entschieden.

TV-KABEL---ENDGERÄT.jpg Wer über das Fernseh­kabel­netz Telefonieren und Surfen will, muss seine her­kömmliche TV-Radio-Doppel­dose durch eine solche jüngere Multi­media­dose mit einem Daten­anschluss aus­tauschen. Die Dose im Bild wurde beim Autor erst­mals Ende 2009 durch Kabel Deutsch­land für einen Kabel-32.000-An­schluss einge­setzt. Bei Um­stellung auf Kabel-100.000 anno 2013 war sie immer noch aktuell und für den neuen Speed von 100 MBit/s eben­falls noch zu gebrauchen. (Bild: Harald Karcher)

Kabel Deutschland spricht jedoch mit neuen Paketen ab Mitte November 2013 auch Selbst­ständige und kleinere Unter­nehmen an. Die Angebote umfassen Wireless-Kabel­router (nur Internet-Anschluss) bzw. HomeBox Fritz!Box 6360 (Internet und Telefon) sowie das Homepage-Paket Power inklusive zwei Domains, 4 GByte Webspace, bis zu vier Telefon­leitungen für gleich­zeitiges Tele­fonieren plus zusätzliche Internet-Leitung, E-Mail-Post­fächer sowie kostenloser Business-Entstörungs­hotline, erklärt die PR-Agentur von Kabel Deutschland.

Für Unternehmen mit Publikums­verkehr bietet Kabel Deutsch­land außerdem ein umfangreiches Service­paket für Highspeed-WLAN-Hotspots an, durch die Restaurants, Cafés, Hotels, Arztpraxen, Friseur- oder Wasch­salons etc. ihren Kunden und Gästen einen leistungs­fähigen Highspeed-Internet-Funk­zugang anbieten können. Die Betreiber erhalten dabei ein WLAN-Paket aus einer Hand: Internet-Anschluss mit Flatrate, eine spezielle WLAN-Hardware inklusive der Installation vor Ort, einen separaten Internet-Zugang für den Betreiber und eine rund um die Uhr erreichbare Hotline.

Serie: Digitale Infrastruktur
Die Einführung beginnt in Berlin und klärt die Rahmenbedingungen in Deutschland. Ein erster Regionalschwerpunkt widmet sich dann dem Westen und Nordrhein-Westfalen. Weitere Regionalreports konzentrieren sich auf den deutschen Südwesten und auf Bayern. Extra-Beiträge berichten außerdem über den Stand der NGA-Netze in Österreich und über die praktische, aber schwierige Mobilfunk-Dominanz in der Alpenrepublik.
Serie: Digitale Infrastruktur
Die Einführung beginnt in Berlin und klärt die Rahmenbedingungen in Deutschland. Ein erster Regionalschwerpunkt widmet sich dann dem Westen und Nordrhein-Westfalen. Weitere Regionalreports konzentrieren sich auf den deutschen Südwesten und auf Bayern. Extra-Beiträge berichten außerdem über den Stand der NGA-Netze in Österreich und über die praktische, aber schwierige Mobilfunk-Dominanz in der Alpenrepublik.

Fazit: Am Upload hängt alles

Der deutsche CATV-Marktführer Kabel Deutschland verfügt über eine Infrastruktur, die auf der Kombination von Glasfaser und Koaxialkabel beruht. Auf Basis des hierauf umgesetzten Technologiestandards DOCSIS 3.0 könnten bereits heute Produkte mit bis zu 400 MBit/s im Download realisiert werden. Im Verbreitungsgebiet sind laut Unternehmensauskunft über 11,5 Mio. Kabelhaushalte bereits für schnelles Internet von bis zu 100 MBit/s im Download aufgerüstet. Die übrigen Versorgungsgebiete des Unternehmens, bei denen die Aufrüstung auf DOCSIS 3.0 noch aussteht, könnten auf Basis von DOCSIS 2.0 Geschwindigkeiten von bis zu 32 MBit/s realisieren.

Die Gesamtkapazität des Koaxialkabels betrage mit DOCSIS 3.0 rund 5.000 MBit/s. Bereits in der Entwicklung befindliche Innovationen – darunter DOCSIS 3.1 – sollen diese Kapazität in den kommenden Jahren weiter deutlich steigern. Kabel Deutschland habe in einem Feldtest als weltweit erster Kabelnetzbetreiber erfolgreich eine Download-Geschwindigkeit von 4.700 MBit/s (4,7 GBit/s) über das Fernsehkabelnetz erreicht.

Serie: Kabel-Internet
Teil 1 beginnt mit der Deutschen Bundespost und erklärt den Auf- und Ausbau des heutigen CATV-Netzes. Teil 2 sichtet die Lage auf dem Markt. Typisches Merkmal ist der relativ geringe Upload-Speed.

Ohne Zweifel gibt es bei den deutschen CATV-Kabel-Internet-Anbietern viel Download-Speed zu günstigen Konditionen. Ob – und vor allem: wann – die relative Schwäche beim Upload auch in der Praxis überwunden wird, wollte keiner der Anbieter kommentieren.

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