Portable Applications

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Anwendungen to go reisen auf Stick mit

Von Oliver Schonschek

Ganz gleich, wo man ist – solange es eine akzeptable Internet-Verbindung gibt, hat man als Cloud-Nutzer gute Karten. Für unterwegs taugt ein Laptop aus dem Gerätepool des Unternehmens, das private Tablet oder sogar der Computer in der Hotellobby: Über einen einfachen Browser können Sie Ihre Cloud-Anwendungen nutzen, als ob Sie im gewohnten Büro wären. So jedenfalls die Theorie.

In Wirklichkeit ist der gleiche Browser noch lange nicht derselbe Browser. Denn in der Regel haben Sie Ihre Arbeitsplatzsoftware individualisiert, mit Lesezeichen, Add-ons und anderen Erweiterungen versehen. Der Browser auf dem Firmennotebook, Ihrem Privattablet oder dem Hotel-PC sieht natürlich anders aus. Anstatt nun auf den verschiedenen Endgeräten, die Sie nutzen wollen, jeweils den Browser einzurichten, könnten Sie Ihre individuelle Version auch einfach mitnehmen, z.B. mit Firefox Portable Edition, Chromium Portable oder Opera@USB.

Ein tragbarer Browser hat mehrere Vorteile: Zum einen müssen Sie z.B. keine persönlichen Lesezeichen auf einen fremden PC hochladen. Wenn Sie so etwas anschließend nicht korrekt löschen, hinterlassen Sie womöglich Spuren, die ungewollt über Ihre Internet-Vorlieben Auskunft geben. Der Browser als Portable Application dagegen hinterlässt keine verräterischen Reste auf dem Rechner. Außerdem spart man sich jegliche Einrichtungszeit. Das gilt natürlich nicht nur für Browser to go.

Tragbare Mail-Clients und Office-Programme

Individuell konfigurierte Anwendungen, die man auf einen USB-Stick packt und mitnimmt, die überall laufen, ohne dass man sie lokal installieren müsste, gibt es auch für E-Mail (z.B. Portable Thunderbird, PocoMail PE oder Scribe). Office-Programme gehen ebenso bequem mit auf die Reise, z.B. LibreOffice Portable, OpenOffice.org Portable oder Portable OpenOffice.org. Die Zahl der tragbaren Anwendungen wächst laufend; das Spektrum umfasst bereits Anwendungen im Security-Bereich wie Antiviren- oder Löschprogramme, und sogar ein komplettes Betriebssystem können Sie auf dem USB-Speicher mitnehmen, z.B. Windows to Go. Auch hier gilt: Installationen auf dem Endgerät sind nicht notwendig.

Portable Applikationen beweisen, dass sich Endgeräte, Anwendungen und Daten durchaus getrennt sehen und nutzen lassen. Ein Laptop, ein USB-Stick mit den individuellen Anwendungen sowie Daten (und weitere Anwendungen) aus der Cloud reichen, um den eigenen Computer-Arbeitsplatz an jedem Ort schnell aufzubauen – wenn die Internet-Verbindung steht.

Fazit: Praktisch denken, sicher bleiben

So praktisch portable Applikationen auch sein mögen, so sorgfältig sollte man darauf achten, dass man sicherheitstechnisch nicht ins Schleudern gerät. Es besteht z.B. die Gefahr, dass die portable Version nicht dem aktuellen Stand entspricht, auf dem bereits Desktop- oder Mobile-Version sind. Dadurch könnten portable Anwendungen noch riskante Schwachstellen in sich tragen, die bei den installierten Versionen bereits behoben sind.

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Schwarz auf Weiß
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Denken Sie auch daran, dass Sie portable Apps auf dem USB-Stick schnell einmal verlieren können und dass Ihre individuellen Einstellungen etwas über Sie verraten könnten. Auf keinen Fall sollten Sie auf dem USB-Stick gespeicherte, ungeschützte Passwörter hinterlegen!

Zudem sollten Sie möglichst nur die Programme als portable Apps nutzen, die Sie auch kennen und als installierte Version gewöhnt sind. Schließlich wollen Sie unterwegs in kurzer Zeit Ihre gewohnten Arbeitsmittel bereitstellen und keine kuriose Alternativwelt. Das Ziel ist eine möglichst identische Parallelwelt für die Hosentasche.

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Oliver Schonschek bewertet als News Analyst auf MittelstandsWiki.de aktuelle Vorfälle und Entwicklungen. Der Fokus liegt auf den wirtschaftlichen Aspekten von Datenschutz und IT-Sicherheit aus dem Blickwinkel des Mittelstands. Er ist Herausgeber und Fachautor zahlreicher Fachpublikationen, insbesondere in seinem Spezialgebiet Datenschutz und Datensicherheit.


Oliver Schonschek, Tel.: 02603-936116, www.schonschek.de

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