Mitarbeiterentsendung

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Im Ausland mit bewährten Kräften arbeiten

Von Sabine Philipp

Thema verpasst?

Die globalisierte Wirtschaft verlangt auch von vielen kleinen und mittleren Unternehmen ein internationales Engagement. Etliche Projekte im Ausland erfordern aber das Know-how deutscher oder in Deutschland ausgebildeter Fachkräfte.

Bürokratische Hürden bei der Entsendung Ihrer Mitarbeiter sind relativ schnell genommen. Schwieriger ist es hingegen, die passenden Kandidaten für den Posten in der Fremde zu finden.

Die Familie mit ins Boot setzen

Nicht jeder Angestellte hat unbedingt Lust auf einen Auslandsaufenthalt. Besonders schlechte Karten haben Sie, wenn Ihr Mitarbeiter Familie hat. Erst recht schwierig wird es, wenn es sich beim Einsatzort um ein Krisengebiet handelt. Sie müssen Ihren Leuten also schon einen guten Grund für dieses Abenteuer bieten. Motivierend wirken hier allemal ein Extrabonus und andere Zusatzleistungen.

Außerdem sollten Sie den Familienmitgliedern behilflich sein, ebenfalls in der Fremde Fuß zu fassen. Dazu gehört unter anderem, dass Sie eine deutsche Schule für den Nachwuchs finden und auch bezahlen. Falls es so etwas vor Ort nicht gibt, könnten Sie für die Kindern auch einen Fernunterricht organisieren. Spezielle Kurse gibt es beispielsweise beim ILS.

Natürlich müssen Sie auch den Ehepartner mit ins Boot holen. Neben einem Visum kann eventuell eine entsprechende Arbeitserlaubnis für Wohlwollen sorgen. Am besten verschicken Sie die Familie vorab probeweise ins Ausland (Look-and-See-Trip), damit sie gemeinsam herausfinden können, ob es ihnen dort gefällt. Außerdem sollten Sie für regelmäßige Flüge in die Heimat aufkommen.

Schließlich fallen auch noch die Umzugskosten an, und für eine passende Unterkunft im Gastland muss ebenfalls gesorgt werden – eine Aufgabe, die Sie womöglich an einen Relocation-Service übertragen können.

Und denken Sie daran: Es bringt nichts, ihre Mitarbeiter unter Druck zu setzen. Das wird sie nicht gerade motivieren und liefert kaum gute Arbeitsergebnisse. Und falls sie dann ein anderer Job in die Heimat zurücklockt, sind Sie sie ganz schnell los.

Für kulturelle Integration sorgen

Auch wenn die generelle Verkehrssprache das Englische ist: Ihr Mitarbeiter sollte wenn irgend möglich auch die Landessprache beherrschen. Von der jeweiligen Kultur und den gebräuchlichen Umgangsformen des Landes etwas zu wissen, ist mittlerweile für einen erfolgreichen Auslandsauftritt ebenfalls unabdingbar. Spendieren Sie ihm also einen Fremdsprachenkurs und ein interkulturelles Training. Selbstverständlich ist es auch unumgänglich, dass er im Gastland mobil ist.

Manche Hemmschwelle kann auch leichter genommen werden, wenn Sie Ihren Mitarbeiter frühzeitig mit den ausländischen Kollegen bekannt machen – auch wenn das vorerst nur in einer Telefon- oder Videokonferenz realisierbar ist. Oder vielleicht lässt sich schon in Deutschland ein gemeinsames Projekt auf die Beine stellen?

Andere Länder, deutsche Sitten

Grundsätzlich gilt für alle das Gesetz des jeweiligen Landes. Was Ihre entsendeten Mitarbeiter anbelangt, müssen Sie sich aber auch in der Ferne an die deutschen Unfallverhütungsvorschriften halten. Die Berufsgenossenschaft wird das vor Ort zwar kaum nachprüfen. Falls Sie jedoch die Regeln verletzen und es zu einem Unfall kommt, wird man Ihnen in Deutschland unangenehme Fragen stellen.

Wenn es in ein Gebiet mit besonderen klimatischen und gesundheitlichen Belastungen geht, muss ein spezialisierter Arzt Ihre Leute zumindest über die individuellen Gefahren aufklären und im Bedarfsfall entsprechende Impfungen vornehmen. Falls die Krankenkasse die Schutzimpfungen nicht zahlt, müssen Sie dafür aufkommen.

Ist Ihr Mitarbeiter insgesamt mehr als drei Monate unterwegs oder sind die Infektionsgefahr und die berufliche Belastung besonders hoch, steht ebenfalls eine Untersuchung an. War Ihr Mitarbeiter mehr als ein Jahr in einem Gebiet, das nicht gerade für sein gesundes Klima bekannt ist, dann muss er spätestens acht Wochen nach seiner Rückkehr untersucht werden.

Formalien rechtzeitig regeln

Wegen der Sozialversicherung sollten Sie sich rechtzeitig mit der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung – Ausland in Kontakt setzen. Dort klärt man Sie über die Details auf.

Daneben sollten Sie nicht zuletzt den Arbeitsvertrag entsprechend anpassen. Klären Sie auch alle Zusatzleistungen schriftlich, etwa die Arbeitserlaubnis für den Ehepartner oder die Kinderbetreuung. Sonst kann es hinterher, ehe man sich’s versieht, zum Streit kommen.

Fazit: Nach Kandidaten mit Potenzial fahnden

Neben den Menschen, die grundsätzlich lieber zu Hause bleiben, gibt es auch Leute, die es in die Fremde lockt. Suchen Sie schon gezielt in Ihren Stellenanzeigen nach dieser Spezies. Oder machen Sie einen Aushang in der Firma, in dem Sie den Auslandsjob vorstellen und interessierten Anwärtern schmackhaft machen. Vielleicht findet sich auch jemand, der zwar nicht zu 100 % für den Posten qualifiziert ist, den aber Flexibilität, Intelligenz und eine hohe Lernbereitschaft auszeichnen. Denn gerade soziale Kompetenzen sind fern von der Heimat besonders wichtig. Möglicherweise lässt sich beim Fachwissen dann noch etwas drehen, etwa durch ein Fernstudium.

Falls Sie dennoch partout niemanden auftreiben, dann sehen Sie sich doch direkt im Gastland um. Neben durchaus fitten einheimischen Kräften finden Sie vielleicht einen ausgewanderten Deutschen mit der entsprechenden Qualifikation, der nur darauf wartet, sein Landeswissen für Ihr Unternehmen fruchtbar zu machen.

Nützliche Links

Bei Fragen können Sie sich auch an Ihre IHK und die Auslandshandelskammern wenden. Tipps für den Papierkrieg hat die IHK Rhein-Neckar. Das Webportal perso-net stellt neben hilfreichen Informationen zur Vorbereitung einer Mitarbeiterentsendung ins Ausland auch eine praktische Checkliste zur Verfügung. Eine Liste verschiedener Anbieter für interkulturelle Dienstleistungen findet man im Interkulturellen Portal.

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