In-App Advertising, Teil 2

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Smartphones sprechen Kunden an

Von Oliver Schonschek

Thema verpasst?

Seit das Internet mobil geworden ist, dreht sich alles um Apps. Die praktischen Helfer-Anwendungen fürs Smartphone eignen sich daher gut dafür, Werbung zu platzieren, die der Nutzer während des Starts oder der Verwendung zu sehen bekommt. Besonders erfolgreich ist In-App Advertising, wenn Sie für Ihre eigene App werben wollen. Der Nutzer hat schließlich bereits bewiesen, dass er an der Installation von Mini-Applications interessiert ist.

Damit Sie auf das richtige Pferd setzen, wenn Sie innerhalb einer App Werbung schalten, sollten Sie auf die Installationszahlen achten. Besonders häufig heruntergeladene Apps finden Sie in den entsprechenden Rankings der App-Marktplätze, z.B. im Ranking der kostenlosen Apps bei bei Google Play.

Für die Zielgruppe klickenswert

Doch die Anzahl der Installationen alleine ist nicht entscheidend, denn sie nennt nur die maximale Zahl an Empfängern Ihrer Werbebotschaft. Die passende Zielgruppe finden Sie über die App-Kategorien. Überlegen Sie also, welche Art von Apps Ihre Zielgruppe wohl am meisten interessiert.

Damit Ihre App-Anzeige nicht als störend empfunden wird, sollten Ihre Werbung und die App als Werbefläche so gut wie möglich harmonieren. Einschlägige Vermarkter empfehlen einstimmig, dass die Werbung innerhalb der App ein Erlebnis, einen Mehrwert bieten soll. Das kann z.B. ein interessantes, passendes Video sein, das in der App abläuft und für Ihr Produkt wirbt.

Mit Werbenetzwerken arbeiten

Theoretisch könnten Sie den Anbieter einer geeigneten App direkt kontaktieren, denn er wird ja auf der Download-Seite im Marktplatz genannt. Doch die meisten erfolgreichen Anwendungen haben sich bereits einem Werbenetzwerk angeschlossen und vermarkten ihre Flächen nicht mehr selbst. Mit einer kleinen Internet-Recherche werden Sie wahrscheinlich rasch das betreffende Werbenetzwerk aufspüren, da die App dort in der Regel als Referenz angegeben ist.

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E-Book am Online-Kiosk

Was Apps fürs Business leisten können, erklärt Oliver Schonschek kompakt und genau im E-Book „Geschäfte mit mobilen Apps“, das Sie on­line im Zeit­schriften­kiosk des Mittel­standsWiki bekommen.

Sie können aber auch umgekehrt vorgehen und sich ein Werbenetzwerk auswählen, das Ihnen bei der App-Suche hilft. Eine Übersicht über entsprechende Werbenetzwerke finden Sie bei der Mobile Marketing Association und bei der Unit Mobile Advertising des BVDW.

Die Auswahl an Werbenetzwerken ist allerdings ziemlich groß. Ein Entscheidungskriterium kann die aktuelle Reichweite sein, also letztlich die Zahl der Partner und der Erfolg der bisherigen mobilen Kampagnen. Auskünfte zu den aktuellen Reichweiten geben Ihnen z.B. die jeweils aktuellen Mobile Facts der Arbeitsgruppe Online Forschung (AGOF).

Aus Kundensicht konzipieren

Auch wenn das Verhalten der meisten Nutzer im mobilen Internet es gar nicht vermuten ließe: Der Datenschutz spielt für die Anwender eine wichtige Rolle. Deshalb sollte das Werbenetzwerk Ihrer Wahl z.B. eine Widerspruchs­möglichkeit bieten, wenn bestimmte Werbung nicht akzeptiert wird. Zudem sollten die Nutzer über die Werbung in deutlicher Form und nicht etwa versteckt informiert werden.

Die App, die als Werbefläche dient, sollte eine ordentliche Datenschutzerklärung aufweisen und über die Verwendung der Daten zu Werbezwecken informieren. Zudem sollte die App, die für Sie wirbt, keine kritischen Berechtigungen verlangen. Im Idealfall sollte sich das mobile Werbenetzwerk einer unabhängigen Prüfung unterzogen haben und ein externes Datenschutzsiegel führen. Schließlich wollen Sie es sicher nicht riskieren, dass Kunden bei der Nutzung Ihrer Werbung ausspioniert werden könnten.

Mobile Anzeigen abstimmen

Die beste App und das erfolgreichste Werbenetzwerk helfen aber wenig, wenn Ihr eigenes Werbebanner oder Werbevideo nicht ankommt. So muss Ihre mobile Werbung auf die verfügbare Fläche zugeschnitten sein, sollte keinen Zoom voraussetzen, damit man etwas lesen kann, und sich über die Touch-Funktionalität gut bedienen lassen.

Die mobile Zielseite, auf die man von Ihrer Werbung aus gelangt, muss natürlich die Erwartungshaltung, die Ihr Werbevideo oder Werbebanner erzeugt hat, auch erfüllen. Wie gut Ihre Botschaft ankommt, sehen Sie in den Berichten des Werbenetzwerkes, auf die Sie nicht verzichten sollten. Und wie bei jeder Kampagne muss auch In-App Advertising laufend optimiert werden.

Serie: In-App Advertising

  • Teil 1 erklärt, wie Werbung funktioniert, die z.B. die Zeit während des Hochfahrens überbrückt.
  • Teil 2 sagt, wie Sie die passende App finden und was es bei der Kampagnenkonzeption zu beachten gilt.

Die eigene App vermarkten

Wenn Sie aber selbst eine erfolgreiche App haben, können Sie umgekehrt Werbeflächen anbieten und sich einem Werbenetzwerk anschließen. Im Prinzip gelten die bisherigen Hinweise auch hierfür:

  • Sie können eine App nur dann erfolgreich als Werbefläche vermarkten, wenn Sie die Nutzer richtig und dauerhaft anziehen.
  • Dazu müssen Sie immer die Wünsche der Zielgruppe im Blick behalten – auch was den Datenschutz angeht.
  • Die Werbung braucht Platz in Ihrer App, entweder zeitlich (also z.B. während des Starts) oder räumlich (zum Beispiel als Banner).
  • Sie sollten deshalb bereits bei der App-Entwicklung oder -Weiterentwicklung an die geplante Werbefläche denken. Hilfreich ist es, wenn Sie sich an die Vorgaben der Mobile Rich-media Ad Interface Definitions (MRAID) halten, denn diese werden von vielen Werbenetzwerken unterstützt.
  • In jedem Fall sollten Sie von dem Werbenetzwerk Ihrer Wahl die SDKs (Software Development Kits) anfordern, die Ihnen bei der werbefreundlichen App-Entwicklung helfen.
  • Denken Sie auch daran, dass die Werbung Ihre eigene App beeinflusst, unter Umständen negativ! Die Werbung muss zu Ihrer App passen. Geben Sie am besten die für Ihre App geeigneten Anzeigenkategorien vor.
  • Machen Sie unbedingt einen Testlauf, wie sich die Werbung in Ihrer App verhält. Eine Werbung, die versehentliche Klicks provozieren möchte, sollten Sie nicht dulden.
  • Schließlich sollten Sie auch als Anbieter von Werbeflächen bei In-App Advertising die Berichte des Werbenetzwerkes auswerten und den Werbeplatz optimieren.

Danken Sie daran: Es geht dabei immer um Ihre Kunden und Nutzer und damit letztlich um den App-Umsatz, der ganz wesentlich aus Werbeeinnahmen besteht oder von der Werbung abhängt.

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4 Kommentare:

  1. In gewisser Weise muss ich mich da Lelala anschließen. Für mich sind App-Ads nichts anderes als die Bannerwerbung auf Webseiten. Und dabei hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass die Klickrate bisher immer weiter zurück gegangen ist.

  2. Sven schrieb am 29.10.2012, 14:19 Uhr:

    Werbung in Apps lohnt sich ganz besonders, wenn man auch eine App vermarkten möchte oder ein Produkt mit Mobile Billing anbietet. Man sollte aber auch da ganz genau auf die Zielgruppe achten – hab da auch schon viel Geld falsch investiert.

  3. Rupherd schrieb am 24.10.2012, 19:53 Uhr:

    @Lelala: Ich kann dir nur empfehlen, es mal zu testen! Wenn du ein Produkt hast, das gerade für Handynutzer ist, dann kannst du deine Verkaufszahlen ordentlich in die Höhe treiben.

  4. Lelala schrieb am 24.10.2012, 12:27 Uhr:

    Ich bin nach wie vor skeptisch, was die Euphorie bezüglich der Marketing-Möglichkeiten in Apps angeht: Die Debatte über die kleineren Bildschirme ist ja schon alt; aber ich denke mir bei den In-App-Ads immer, dass die meisten Leute das einfach als „zu privat“ bewerten, direkt „Werbung in die Hosentasche“ zu bekommen. Und dann muss auch noch geklickt werden.

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