Transportmarktbarometer
Steigende Transportnachfrage schafft Spielräume

Der rezessionsbedingte Einbruch der Transportnachfrage scheint den Tiefstpunkt überwunden zu haben. Bereits im Sommer habe es erste Anzeichen für eine wieder steigende Nachfrage gegeben. Dieser Trend habe sich nun verfestigt, meldet das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Das Transportmarktbarometer ProgTrans/ZEW für das vierte Quartal sieht für das nächste halbe Jahr allerdings bestenfalls geringe Preiseanstiege, da teilweise gegenläufigen Einflussfaktoren wirksam werden dürften.

So sind laut ZEW die Kraftstoffpreise seit Dezember 2008 relativ stabil und damit nicht Preis treibend. Im Gegensatz dazu dürften tendenziell wieder wachsende Transportmengen in den Märkten, in denen es bisher durch die Wirtschaftskrise bedingte Überkapazitäten und dadurch einen starken Wettbewerb gab, wieder gewisse Spielräume für Preisanhebungen eröffnen.

In der aktuellen Umfrage zum TransportmarktbBarometer wird die Entwicklung des Transportaufkommens im nächsten halben Jahr im Straßengüterverkehr, bei den Kurier-, Express- und Paket (KEP)-Diensten sowie im „klassischen“ Schienengüterverkehr recht zuversichtlich eingeschätzt. Beim Kombinierten Verkehr und vor allem bei der Binnenschifffahrt sind die Erwartungen der Experten dagegen zurückhaltender. Bei der Luftfracht und Seeschifffahrt ist im Moment der stärkste Optimismus anzutreffen. In Bezug auf die einzelnen Transportverbindungen schneiden die grenzüberschreitenden Verkehre in der aktuellen Befragung wieder günstiger ab, vor allem die interkontinentalen Verkehre.

Für die nächsten sechs Monate gehen die befragten Experten überwiegend von stabilen Preisen aus. Bei Veränderungen sehen sie allerdings tendenziell eher einen Anstieg der Preise. Beim Straßengüterverkehr und bei den KEP-Diensten werden überwiegend stabile bis leicht steigende, im Schienengüter- und im Kombinierten Verkehr mehrheitlich stabile und ansonsten uneinheitliche Preisentwicklungen erwartet. Bei der Binnenschifffahrt besteht hinsichtlich der künftigen Preisentwicklung die größte Unsicherheit. Bei den Luft- und Seefrachtraten gibt es laut ZEW deutliche Signale für einen Preisanstieg.

(ZEW/ml)

Transportmarktbarometer ProgTrans/ZEW

Für diese Erhebung befragen die ProgTrans , Basel und das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, vierteljährlich rund 300 Spitzenkräfte aus der Transportwirtschaft und der verladenden Wirtschaft.