KI-Agenten: Unternehmen brauchen digitale Personalakten

Die Zahl der Cyberangriffe steigt drastisch, KI verkürzt Reaktionszeiten auf Sekunden. Thomas Tschersich, Chief Security Officer der Deutschen Telekom, erklärt, wie Unternehmen mit Automatisierung dagegenhalten.

In der aktuellen Podcastfolge von „heise meets …“ spricht Matthias Tüxen mit Thomas Tschersich, CSO der Deutschen Telekom und CEO von T-Security, über die neue Geschwindigkeit im Cyberraum. Bis zu hundert Millionen Angriffsversuche registriert das Security Operations Center täglich.

Die Zahl der DDoS-Angriffe hat sich binnen eines Jahres verzehnfacht – von 3.000 auf 30.000 pro Woche. Nur durchgehende Automatisierung von der Erkennung bis zur Abwehr hält da noch mit. Der Automatisierungsgrad in der Cyberabwehr liegt bei rund 80 Prozent.

Agentic AI: Angreifer verkürzen Reaktionsfenster massiv

Spezialisierte Sprachmodelle finden Zehntausende Schwachstellen in Codebasen, darunter auch in bis zu 20 Jahre altem Quellcode. Klassische Reaktionszeiten von 15 Minuten reichen nicht mehr aus, da KI-gestützte Angriffe in 30 Sekunden über die Bühne gehen.

Früher vergingen Monate zwischen Patch und ersten Angriffen. Heute sind es Minuten, künftig Sekunden. Wer nicht automatisiert reagiert, verliert das Rennen. Gleichzeitig hilft KI beim Fixen: Ein Merge-Request in der CI/CD-Chain schließt Lücken direkt.

KI-Agenten: Unternehmen brauchen das Vier-Augen-Prinzip

Deepfakes machen Stimmen fälschbar – fünf Sekunden lange Audioausschnitte genügen. Tschersich empfiehlt digitale Identitäten für Menschen und Agenten sowie eine Art Personalabteilung für KI: Identität feststellen, Rechte vergeben, Zugriffe kontrollieren.

Ein Challenger-Agent prüft die Ergebnisse produktiver Agenten und stoppt kritische Aktionen. Ab bestimmten Schwellenwerten ist eine menschliche Freigabe erforderlich. Ein Model-Router entscheidet zudem, welche Aufgabe an teure oder günstige Modelle geht – sowohl aus Kosten- als auch aus Datenschutzgründen.

Für die kommenden Jahre nennt Tschersich zwei Prioritäten: konsequentes Patchen aller Schwachstellen und ein neuer Umgang mit Open Source, dessen Quellcode KI besonders effizient analysiert. Ein solides Basisniveau sei ab zehn Euro pro Nutzer und Monat erreichbar und decke rund 80 Prozent der Risiken ab. Alle Details liefert das vollständige Gespräch im Podcast.

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