Arbeitstemperatur

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Produktion im Heißluftbetrieb

Von der Fachredaktion anwalt.de

Der Sommer bringt regelmäßig Temperaturrekorde. Selbst Mitarbeiter, die im Home Office auf dem Balkon sitzen, kommen da ins Schwitzen, ganz zu schweigen von Angestellten, deren Arbeitsräume keine Klimaanlage haben. Unter der Hitze leiden nicht nur Arbeitnehmer und Geräte, sondern auch ihre Leistungsfähigkeit. Und bevor der Erste auf dem Flur zusammenklappt, steht der Unternehmer in der Fürsorgepflicht.

Kreislauf vor dem Kollaps

Arbeitgeber können auf an heißen Tagen für ein gutes Betriebsklima sorgen. Dafür braucht es keine teuren Investitionen, sondern gesunden Menschenverstand und Fantasie. Bei Extremtemperaturen können gesundheitliche Probleme auftreten. Anzeichen für Überhitzung sind Kopfschmerzen, Konzentrationsmängel und Ermüdung. In Mitleidenschaft gezogen werden Atmung, Puls und Blutdruck.

Normalerweise verkraften gesunde Menschen starke Hitze ganz gut. Doch bei einigen Risikogruppen können schwer wiegende Folgen auftreten, zum Beispiel bei Diabetikern, Herz- oder Nierenkranken, aber z.B. auch bei werdenden Müttern. Und niemand ist ganz vor einem Hitzekollaps sicher. Wenn man seine Körpertemperatur nicht mehr auf 37° C konstant halten kann, wird es richtig gefährlich.

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Schwitzen nach Vorschrift

Dem Arbeitgeber obliegt eine Fürsorgepflicht gegenüber seinen Arbeitnehmern. Das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) schreibt vor, dass er Arbeitsräume so einrichten muss, dass Beschäftigte keinen gesundheitlichen Gefahren ausgesetzt sind. Andernfalls hat er Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Zunächst muss er technische, dann organisatorische und schließlich personenbezogene Maßnahmen treffen. Dabei sind stets die aktuellen technischen und arbeitsmedizinischen Kenntnisse zu berücksichtigen. Fachkundige Beratung bietet die Sicherheitsfachkraft (Sifa) und der Betriebsarzt.

Wie hoch sollte die Temperatur in Arbeitsräumen sein? Hierzu kann man als Orientierungshilfe die Arbeitsstätten-Richtlinie § 6 „Raumtemperatur“ (ASR 6) heranziehen. Danach soll in Arbeitsräumen und bei sitzender Tätigkeit die Temperatur zwischen +21° C und +22° C liegen. An heißen Tagen sollte die Temperatur von +26° C nicht überschritten werden. Jedoch ist diese Temperaturvorgabe eine so genannte Soll-Vorschrift, die keine gesetzliche Verpflichtung des Arbeitgebers begründet, an allen Tagen und stets diese Temperaturnormen einzuhalten.

Abkühlen und ausdampfen

Klimaanlagen können Kühlung bringen. Aber sie sollten nicht zu kalt eingestellt sein, sonst beschwert man der Belegschaft die typische Sommererkältung. Es gibt auch einfachere Mittel gegen die Hitze: Die klassischen Tischventilatoren können genauso gute Dienste leisten. Wichtig sind auch Jalousien, Markisen und Wärmeschutzfenster. Sie vermeiden direkte Sonneneinstrahlung und verhindern, dass sich der Raum weiter aufheizt.

Im Büro oder in der Werkstatt strahlen Computer, Drucker, Scanner, Lampen und Maschinen zusätzlich Wärme aus. Eventuell kann man die Geräte zeitweise abschalten.

Für eine gute Luftzirkulation sorgt die Querlüftung: Gegenüberliegende Fenster und Türen werden komplett geöffnet, am besten am frühen Morgen, wenn es noch kühler ist. Kurze Pausen können den Körper weiter entlasten. Bei einer Temperatur von über +35° C wird pro 60 Minuten Arbeitszeit eine Pause von 15 Minuten in einem kühleren Umfeld empfohlen.

Zur Abkühlung sollten Arbeitnehmer viel Wasser trinken, kaltes Wasser über die Handgelenke laufen lassen oder kalte Fußbäder nehmen. Kaffee und Alkohol sind an heißen Tagen zu meiden. Das gilt übrigens ebenso für sehr kalte Getränke. Denn auf sie reagiert der Körper, indem er weitere Wärme produziert. Man sollte außerdem keine schweren Mahlzeiten zu sich nehmen. Denn alle diese Faktoren belasten Herz, Kreislauf und Verdauung. Der Körper muss ja schon mit der extremen Hitze fertig werden. Es empfiehlt sich leichte Sommerkleidung, der Krawattenzwang sollte gelockert werden.

Fazit: Praktisch denken, cool bleiben

Führungskräfte und Mitarbeiter sollten geschult sein, welche Schutzmaßnahmen man durchführen kann. Bei kleineren Betrieben oder Abteilungen kann man z.B. durchaus auch ein Sommer-Meeting machen, bei dem man den Arbeitnehmern praktische Tipps gibt. Letztlich nützt es dem Unternehmen nichts, wenn in den Räumen gebrütet wird statt gearbeitet, so gut es eben geht.

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