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Wir regeln Rechenzentren

© Data Center Group

Von Simon Federle, Konzept PR

Von einer Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler (EdK) zum genossenschaftlich organisierten, kooperativen Unternehmensverbund: Die Expertise Edekas im Lebensmittelhandel ist unbestritten. Überall dort, wo Edeka nicht selbst „supergeil“ ist, arbeitet die Unternehmensgruppe mit anderen Experten wie der Werbeagentur Jung von Matt oder der Stiftung WWF zusammen – auch beim Betrieb ihrer neuen georedundanten Twin-Core-Rechenzentren für den süddeutschen Raum. Partner für diese Aufgabe ist RZservices, eine der fünf Töchter der Data Center Group aus Wallmenroth.

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Data Center as a Service

Der Full-Service-Dienstleister kümmert sich um Verfügbarkeit, Sicherheit sowie Wirtschaftlichkeit von Rechenzentren und unterstützt seine Kunden unter anderem bei Instandhaltung oder Komplettbetrieb. Ein wichtiger Grund für die Kooperation waren die Erfahrungen, die Edeka vorab mit dem Anbieter gemacht hatte: Die Data Center Group war zunächst damit beauftragt worden, zwei neue Rechenzentren zu bauen, um die beiden bestehenden Datacenter im Südwesten und Norden Bayerns umzulagern. Realisiert wurde das Projekt durch die Tochter proRZ, die in Würzburg ein georedundantes Twin-Core-RZ errichtet hat. Die einzelnen Datacenter wurden in den Stadtteilen Heuchelhof und Estenfeld gebaut, sind identisch, werden parallel betrieben und sichern sich im Fall eines Ausfalls gegenseitig.

Für Edeka hat die Data Center Group neue Rechenzentren gebaut und übernimmt auch den laufenden Betrieb as a Service. (Bild: Data Center Group)

Entscheidendes Kriterium für die weitere Kooperation war jedoch die Marktführerschaft im Bereich DCaaS (Data Center as a Service). „Uns lagen zwar Wartungsangebote verschiedener Dienstleister vor, um einen nachhaltigen und wirtschaftlichen Betrieb eines Rechenzentrums zu gewährleisten, bedarf es jedoch mehr als nur Wartung“, berichtet Andreas Menzel, Geschäftsführer Rechenzentrum Süd bei Edeka. Gefragt war ein vollumfängliches Betriebsführungs- und Notfallmanagementsystem. Nach Angaben des Projektverantwortlichen amortisiert sich die Auslagerung dieser Aufgaben aus mehreren Gründen. Zum einen muss Edeka die notwendigen personellen Ressourcen weder selbst beschäftigen, noch unternehmensspezifisch aus- und weiterbilden. Allein die gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen an den gesamten IT-Betrieb, die sich obendrein laufend verändern, wären eine offenkundige Herausforderung für Edeka. Letztlich gab ein Vergleich den Ausschlag, der die Kosten eines unzureichend betriebenen Datacenters dem Einsparpotenzial eines angepassten Betriebsführungsmanagementsystems (BfMs) gegenüberstellt.

Zwischen RZ- und IT-Betrieb

Die vereinbarten Serviceleistungen beginnen in solchen Fällen noch bevor die Rechenzentren produktiv sind, hier bereits während der Besiedelung am 29. April respektive 11. November 2016. „Die Königsdisziplin, der eigentliche Umzug, wurde in beiden Fällen in nur zwei Tagen, von Freitag bis Samstag, umgesetzt“, sagt Frank Neubauer, Business Development Manager bei RZservices. Edeka hatte dazu die Hard- und Software der alten Rechenzentren entsprechend vorbereitet und vor Ort selbst installiert. Parallel dazu kümmert sich der sogenannte Site Manager um den störungsfreien Betrieb von Klimatisierung, Energie- und Notstromversorgung sowie um die Kontrolle der Anlagen und Tests im Realbetrieb. Auch künftig wird er die Schnittstelle der Kommunikation zu den IT-Managern von Edeka bleiben. Der Site Manager ist jede Woche in beiden Rechenzentren, sorgt für den Wissens- und Know-how-Transfer, geht auf die Belange der IT-Verantwortlichen ein und unterstützt sie im laufenden Betrieb.

Daneben definiert ein BfMs weitere SLAs (Service Level Agreements) für Strategie, Entwicklung, Implementierung und Betrieb. Dazu zählt beispielsweise die Konformität mit gesetzlichen Anforderungen durch entsprechende Zertifizierungen. Zwar waren im konkreten Fall beide Rechenzentren infolge eines Generalübernehmerauftrags bereits vor dem Umzug TÜV-zertifiziert. In zwei Jahren wird jedoch auf die Bauabnahme eine Rezertifizierung erfolgen, die den Fokus auf Betrieb, Organisation und Notfallmanagement legt; sie wird durch den DCaaS-Dienstleister organisiert, umgesetzt und vor allem garantiert.

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Schwarz auf weiß: Dieser Beitrag erschien zuerst in unserer Magazinreihe. Einen Überblick mit freien Download-Links zu sämtlichen Einzelheften bekommen Sie online im Pressezentrum des MittelstandsWiki.

Vereinbarte Kennzahlen

Ebenfalls wichtiger Bestandteil des BfMs ist die Überwachung der IT-Infrastruktur, für das der Service in Bayern ein hauseigenes Monitoring-Tool verwendet. Es bewertet nicht nur einzelne Anlagen oder Komponenten, sondern analysiert übergreifend und dauerhaft alle Infrastrukturen. Schließlich visualisiert es die Datenmengen und benachrichtigt gegebenenfalls den Site Manager bzw. dessen Back Office. Die gesammelten DCIM-Informationen (Data Center Infrastructure Management) helfen Edekas IT-Managern, vorhersehbare Störungen, erhöhten Energieverbrauch und unnötige Kosten zu vermeiden.

Schließlich regelt das BfMs sowohl die Organisation des Betriebs als auch die Lösung von Störfällen, ebenso Bestand, Konfiguration und Kapazität. Um die Qualität zu steigern und messbar zu machen, wurden Key Performance Indicators (KPIs) vereinbart. Dazu zählen unter anderem Messgrößen für das Betriebs- und Störfallmanagement, die Aussagen über die Verfügbarkeit zulassen. „Wichtigster KPI der Kooperation war für uns allerdings die Power Usage Effectiveness“, sagt Andreas Menzel. Dieser PUE-Wert wurde von vornherein festgehalten und durch RZservices garantiert. Bei Abweichung greift eine Vertragsstrafe. „Wir haben jedoch keinerlei Veranlassung zu glauben“, versichert Menzel, „dass SLAs nicht eingehalten werden.“

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