Octopus Cloud in Deutschland

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Mehr Wachstum durch Wechsel

© Wolfram Scheible – Deutsche Telekom AG

Sebastian Mainzer, Palmer Hargreaves

Andere Märkte, andere Sitten: Dass auch im IT-Business jedes Land indi­viduelle An­forderungen hat, be­merkten die Gründer des Schweizer Start-ups Octopus Cloud AG schnell. Doch dass die höchsten An­sprüche aus dem Nachbar­land Deutsch­land kommen würden, hat die Jung­unternehmer überrascht.

Erfolgsmodell aus der Schweiz

Mit ihrem SPLA Manager hat Octopus Cloud eine Lösung entwickelt, mit der die Abrechnung von Microsoft-SPLA-Software-Lizenzen (Services Provider License Agreement) erheblich vereinfacht werden soll. Das Start-up aus Zug in der Schweiz ist damit international extrem erfolgreich. Nur in Deutschland stießen die Unternehmer zunächst auf Widerstand. Denn für deutsche Kunden zählt im Cloud-Geschäft vor allem eins: die Sicherheit der Daten – und damit der Standort der Cloud-Server. „Datenschutz ist in Deutschland ein sehr prominentes Thema. Und mit dem Serverstandort in ihrer Heimat verbinden deutsche Kunden einfach das höchste Datenschutzniveau“, sagt Bahadir Durak, Co-CEO bei Octopus Cloud. „Außerdem legen die Deutschen Wert auf spezielle Zertifikate, die ein hohes Sicherheitsniveau belegen.“

Damit konnte das Unternehmen bis dato nicht dienen, denn bisher wurde der SPLA Manager in unternehmenseigenen Rechenzentren in der Schweiz betrieben. Um auch auf dem deutschen Markt erfolgreich zu werden, musste Octopus Cloud daher etwas ändern.

Octopus DSC0675.jpg Die drei Gründer von Octopus Cloud: Cihan Gökgöz, Bruno Pauli und Bahadir Durak (v.l.n.r.) sind seit 2013 mit ihrem SPLA Manager erfolgreich. (Bild: Susanne Seiler – Octopus Cloud AG)

Virtueller Umzug nach Deutschland

Deshalb schauten sich die Schweizer nach einem passenden Anbieter um – und landeten letztlich bei der Open Telekom Cloud. „Außerdem war uns Skalierbarkeit extrem wichtig“, sagt Cihan Gökgöz, CIO der Octopus Cloud AG. „In anderen Märkten sind wir schließlich in kurzer Zeit sehr erfolgreich geworden. Deshalb sollte unser neuer Cloud-Anbieter in der Lage sein, problemlos mitzuhalten.“ Das IaaS-Angebot (Infrastructure as a Service) kommt aus hochsicheren Rechenzentren in Sachsen-Anhalt. Mit dem Siegel TÜV Trusted Cloud und dem CSA Star Level 2 Gold wurde der Open Telekom Cloud von unabhängiger Stelle ein hohes Sicherheitsniveau bescheinigt.

Also wurde das System, das bisher im Octopus-Rechenzentrum in der Schweiz gelaufen war, sukzessive in die deutsche Cloud gespiegelt. Nach vier Wochen Implementierung schalteten die Schweizer dann komplett um. Damit steht der Eroberung des deutschen Marktes nun nichts mehr im Wege: „Unsere anfänglichen Probleme hatten sich damit praktisch in Luft aufgelöst“, sagt Bahadir Durak. „Mit der Open Telekom Cloud als Basis sind für unsere deutschen Kunden und Partner jetzt keine Fragen in Sachen Datenschutz und Sicherheit mehr offen.“

Schnell entwickeln, besser skalieren

Nach dem Wechsel sind für die Schweizer außerdem viele Prozesse einfacher, schneller und günstiger geworden. So profitiert Octopus Cloud zum Beispiel von einer kürzeren Entwicklungszeit für neue Funktionen und Lösungen. „Wenn einer von uns eine Idee hat, kann er mal eben einen Server aufsetzen und testen“, sagt Gökgöz. Dank stundengenauer Abrechnung zahlt das Unternehmen dabei immer nur für den Zeitraum, in dem der Server tatsächlich verwendet wird. „Das war früher so nicht möglich. Effizienter kann man nicht entwickeln.“

Relativ einfach hat das Schweizer Unternehmen damit die Voraussetzungen geschaffen, auch den deutschen Markt zu erobern. Durak: „Der jetzt hohen Nachfrage aus Deutschland nach zu urteilen, werden wir wohl sehr bald noch viel größere Kapazitäten aus der Open Telekom Cloud benötigen. Zum Glück können wir jetzt jederzeit spontan skalieren.“

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