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LiveRank ermöglicht Echtzeit-Tracking für Fans

© Deutsche Telekom

Von Jan Ungruhe, Palmer Hargreaves

Als die Rekordjagd beendet war, spürte Jan Frodeno nichts als Schmerzen. An eine große Party verschwendete der Triathlet, der wenige Augenblicke zuvor einen neuen Weltrekord aufgestellt hatte, keinen Gedanken. „Jetzt ist erst mal eine Stuhlparty angesagt. Ich muss mich dringend setzen“, sagte der erschöpfte Olympiasieger dem Bayerischen Rundfunk. Bei der DATEV Challenge Roth, der weltgrößten Triathlon-Veranstaltung über die Langdistanz, hatte Frodeno im Juli 2016 die Strecke über 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen in der Fabelzeit von 7:35:39 Stunden bewältigt. Mehr als 200.000 Zuschauer erlebten das Triathlon-Märchen hautnah mit. Aber sie waren nicht die Einzigen: Auch über das Internet hatten Fans die Möglichkeit, das Rennen in Echtzeit zu verfolgen. Möglich macht das ein neues Tracking-System für den Profi- und Breitensport: LiveRank.

In Echtzeit die Strecke mitverfolgen

LiveRank ist so groß wie eine Streichholzschachtel und bringt gerade einmal 39 g auf die Waage. In Roth bestand die gemeinsame Lösung von Deutscher Telekom und SAS Technologies ihre Feuertaufe und trackte insgesamt mehr als 28.000 km von 130 Athleten, darunter auch Jan Frodeno. Das Leichtgewicht, das sich zum Beispiel am Startnummernband befestigen lässt, ist mit einer SIM-Karte, einem GPS-Modul und weiteren Sensoren ausgestattet. Damit bestimmt LiveRank zum Beispiel die Position eines Läufers und überträgt sie über das Mobilfunknetz an eine Cloud-Plattform. Dort laufen alle Daten zusammen und lassen sich über App oder Browser am Wettkampfort oder von zu Hause abrufen. Fans, Verwandte und Bekannte verfolgen den Wettkampf somit bequem per Tablet, Smartphone oder Computer auf einer Live-Karte im Internet.

368-IMG 5685.jpg Der LiveRank-Sender ist winzig und wiegt gerade einmal 39 g. (Bild: Deutsche Telekom)

Während eines Laufs bestimmt LiveRank Standort, Geschwindigkeit, Schritte und die geschätzte Zielankunft der Sportler. Alle Live-Daten lassen sich zudem filtern, etwa nach Altersklassen. Wer einen Favoriten hat, markiert ihn, um ihn auf der Karte im Blick zu behalten. Wahlweise kann das LiveRank-System zudem die Herzfrequenz messen und übertragen: Über eine Bluetooth-Schnittstelle lassen sich zum Beispiel die Daten von Brustgurten einspeisen.

Ausdauernder Akku für Langdistanzen

Das System sendet alle 10 s ein Signal mit den entsprechenden Informationen in die Cloud und ermöglicht somit deutlich präzisere Messungen als reine Zeitnahmen, bei der die Position eines Sportlers auf der Strecke nicht erfasst wird. Neben dem geringen Gewicht hat LiveRank weitere Vorteile gegenüber Tracking-Apps auf Smartphones, die vergleichsweise groß und schwer sind. Speziell ein Triathlon verlangt Ausdauer, und nicht nur von den Teilnehmern. Die Akkus der meisten mobilen Geräte halten die Dauer eines Wettkampfs gar nicht durch – schon gar nicht Langdistanzen wie einen Triathlon. LiveRank dagegen hält laut Herstellerangaben trotz der Zehnsekundentaktung rund 16 Stunden durch.

Praktische SOS-Funktion für Notfälle

Die Entwickler von LiveRank haben das System zudem mit einem weiteren Feature ausgestattet, das die Sicherheit der Sportler verbessern soll: einer SOS-Funktion für den Notfall, die schnelle Hilfe herbeirufen kann. Sportler senden damit im Ernstfall einen Notruf samt metergenauer GPS-Position an eine Rettungsstelle oder eine vorab definierte Person. Für störungsfreien Empfang sorgt in Deutschland das Netz der Telekom.

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