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Der Wirtschaftsbeobachter mischt selbst mit

Von Rudolph Schuster

Das ifo Institut für Wirtschaftsforschung ist eine international renommierte Einrichtung, die eng mit der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) verbunden ist. Es ermittelt regelmäßig den Geschäftsklimaindex. Innerhalb der CESifo-Gruppe kooperiert das ifo Institut seit 1999 mit dem Center for Economic Studies (CES) und der CESifo GmbH. Unter der Marke CESifo werden auch die internationalen Aktivitäten der Gruppe gebündelt.

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Beratung und Forschung

Neben der regelmäßigen Erhebung und öffentlichen Bereitstellung von Wirtschaftsdaten zählt das ifo Institut auch die Beratung politischer Entscheidungsgremien sowie die akademische Forschung und die Ausbildung junger Wissenschaftler zu seinen Aufgaben. Die Forschungseinrichtung arbeitet eng mit zahlreichen deutschen und ausländischen Universitäten zusammen, organisiert Veranstaltungen im In- und Ausland und bietet Wissenschaftlern an ihren Standorten München und Dresden ein umfangreiches Gastforscher-programm.

Geschäftsklima nach Lage und Aussichten

Aus zwei Gründen ist das ifo Institut ein bedeutsamer Faktor im deutschen Wirtschaftsleben: Das liegt zum einen am monatlichen ifo-Geschäftsklimaindex, der bis in die 1970er-Jahre zurückreicht und daher lange Zeitreihen ermöglicht. Er erfasst Selbstauskünfte aus den Segmenten Verarbeitendes Gewerbe, Bauhauptgewerbe, Großhandel und Einzelhandel. Die Abfrage konzentriert sich auf eine Beurteilung der aktuellen Geschäftslage und auf die Erwartungen für das nächste halbe Jahr. Das daraus ermittelte ifo-Geschäftsklima wird u.a. als Indexwert dargestellt, wobei das Jahr 2005 mit einem Wert von 100 Punkten als Eichmaß gilt. Durch die allmonatliche Datenerhebung lassen sich ökonomische Trends recht schnell aufspüren, allerdings ist die Zuverlässigkeit der ifo-Prognosen umstritten.

Der zweite Grund ist eine Personalie: Hans-Werner Sinn, der seit 1999 Präsident des ifo Instituts ist. Der Professor für Nationalökonomie und Finanzwissenschaft trat wiederholt mit wirtschaftspolitischen Äußerungen an die Öffentlichkeit, die ebenso oft auf z.T. heftige Kritik stießen. Sinn gilt als einer der einflussreichsten deutschen Ökonomen, der wie kaum ein anderer Spitzenforscher in der politischen und öffentlichen Meinungsbildung mitmischt. Manche Kritiker bescheinigen ihm jedoch mehr mediale Präsenz als wissenschaftliche Kompetenz.

Fazit: Wem nützen die Zahlenspiele?

Wie auch immer man den Einfluss des ifo Instituts auf die wirtschaftliche Entwicklung bewertet, an der öffentlichen Wirkung seiner Publikationen gibt es keinen Zweifel, und die Politik orientiert sich nicht nur auf Bundesebene an den Prognosen und Analysen der Wirtschaftsforscher aus München. Aber auch für die Unternehmensplanung im Mittelstand können die vom ifo Institut und anderen Instituten für Mittelstandsforschung bereitgestellten Forschungsdaten durchaus wichtige Erkenntnisse und praktische Hilfestellungen liefern. Denn schließlich lassen uns auch das Börsenbarometer und der Wetterbericht nicht kalt.

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