LTE-Mobilgeräte, Teil 2

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LTE-Laptops: Sony, Fujitsu, Toshiba

Von Dr. Harald Karcher

Nun zu den drei Laptop-Pionieren unter den Herstellern von LTE-Mobilgeräten: Fujitsu, Sony und Toshiba. Alle drei kommen aus Japan. Das passt, denn Japan ist bei LTE insgesamt sehr weit, nicht nur bei den Endgeräten, sondern auch bei den Netzen.

Als erster Notebook-Hersteller konnte Sony schon im Frühsommer 2012 mit seinem LTE-Laptop Sony Vaio S13A überzeugen, der auch in deutschen LTE-Netzen funktionierte. Von Intel gab es damals noch kein LTE-Modul. Das im Vaio S13A verbaute 4G-3G-2G-LTE-Cat3-Funkmodul Sierra Wireless AirPrime MC7710 bedient grundsätzlich alle in Deutschland relevanten Mobilfunkfrequenzen, insbesondere LTE bei 800, 1800 und 2600 MHz. Findet der Laptop überhaupt kein passendes LTE-Netz, dann kann er auch in ältere Standards der Gattung 2G oder 3G zurückschalten.

Mit einer LTE-SIM-Karte der Telekom konnten wir mit dem Vaio-S13A-Notebook schöne Datendurchsatz-Peaks oberhalb der VDSL-50-Marke aus der Mobilfunkluft erreichen: 87 MBit/s im Download und 30 MBit/s im Upload bei Ping-Zeiten von 25 bis 35 ms, gemessen im Akkubetrieb auf dem Münchener Marienplatz. Die Frage nach dem schlechtesten Datendurchsatz ist dagegen müßig: Verlässt man das LTE-versorgte Gebiet, dann geht per LTE natürlich gar nichts mehr. Umso schöner ist es, dass das Sony-Notebook dann auf andere 3G-2G-Mobilfunksorten wie HSPA, UMTS oder GPRS zurückschalten kann.

Serie: LTE-Mobilgeräte
Teil 1 erklärt, warum es trotz ausgebauten Netzen hauptsächlich LTE-fähige Smartphones gibt: Weil die Netzanbieter auch gleich passende Handys vertreiben, aber kaum Tablets oder Laptops. Teil 2 sichtet den hiesigen Markt für LTE-taugliche Tablets und Laptops. Er sieht ganz ordentlich aus – aber nicht in Deutschland.

Fujitsu war nach Sony vermutlich der zweitschnellste Anbieter von LTE-Laptops in Deutschland. „Wir bieten seit Herbst 2012 integrierte LTE-Module als Ergänzung zu den HSDPA-Modulen an, über unser gesamtes mobiles Portfolio“, sagt Sony-Strategiedirektor Meinolf Althaus. „Die Nachfrage wächst, ist aber noch stark regional geprägt und wird durch die Länder mit einer guten Infrastruktur und bereits angepassten Tarifen wie z.B. Skandinavien dominiert. Eine weitere Verbreitung sehen wir in den kommenden zwölf Monaten, neben LTE-Verfügbarkeit und -Tarifen ist hier die immer stärkere Belastung der 3G-Netzwerke und die dadurch sinkende Bruttodurchsatzrate eben dieser ein wesentlicher Treiber.“

KommRZ001-ID11 Mobil-LTE-1.jpg LTE-Surfen unter Wasser: Das touch-sensitive Display des Business-Tablets Fujitsu Stylistic M702 reagierte im Kurz­test nicht nur auf die Finger, sondern auch auf das Wasser. So scrollte die Web­seite von den Wellen getrieben weiter. (Bild: Harald Karcher)

Michael Melzig von Fujitsu ergänzt: „Wir bieten schon seit 2012 auch alle Tablets auf Wunsch mit LTE an, mit Ausnahme des Stylistic M532. Im Stylistic Q702, Stylistic Q572 und im Lifebook T902 ist ein Sierra Wireless Modul MC7710 verbaut. Das MC7710 unterstützt die LTE-Bänder bei 800, 900, 1800, 2100 und 2600 MHz. Beim M702 haben wir eine Fujitsu-Eigenentwicklung integriert. Das MC7710 unterstützt hier die LTE-Bänder bei 800, 900 und 2600 MHz.“

Schließlich Ulrich Jäger von Toshiba: „Unsere Detachable-Modelle Toshiba Portégé Z10t sowie die WT310-Tablets bringen wir auch als Konfigurationen mit LTE auf den Markt. Zukünftig werden standardmäßig die Combo-Module (LTE/3G) in den Businessgeräten verbaut.“ Letzteres dürfte auch für alle anderen Tablet-Hersteller gelten, denn wenn die 2G-3G-Datennetze wegen Überfüllung demnächst vollends in die Knie gehen, wird man den Wert von LTE erst richtig schätzen lernen.

LTE-Tablets: Asus, Panasonic, Samsung

Für Samsung ist LTE längst normal: „Selbstverständlich wird das neue Galaxy Note 10.1 2014 Edition LTE unterstützen“, sagt Mario Winter. Aber auch Produkte, die bereits auf dem Markt sind, wie das Galaxy Tab 3 8.0 LTE (LTE-Bänder: 800, 850, 900, 1.800, 2.100, 2.600), das Galaxy Note 8.0 LTE (LTE-Bänder: 800, 900, 1.800, 2.600, je nach Region) und das Samsung Galaxy Note 10.1 LTE bieten schnellen LTE-Funk“, erklärte der Director IT & Mobile Communication der Samsung Electronics GmbH kurz nach der IFA 2013. „Immer mehr Nutzer verlagern ihre Daten in die Cloud und genießen den Vorteil, auch von unterwegs auf Dokumente und E-Mails zuzugreifen. Daher werden höhere Datenübertragungsraten wie LTE und LTE+ in Zukunft immer entscheidender. Aus diesem Grund sind die meisten unserer Produkte längst als LTE-Version verfügbar.“

Asus MeMO Pad FHD 10 ME302 All 02---1024.jpg Neben dem Nexus 7 Version 2013 bietet Asus das MeMO Pad FHD 10 LTE (hier im Bild), das Asus VivoTab ME400CL sowie das Padfone 2 mit LTE-Modul an. (Bild: Asus)

Asus hat ebenfalls einige Tablets mit LTE: „Neben dem Nexus 7 (2013) bietet Asus das MeMO Pad FHD 10 LTE, das Asus VivoTab ME400CL sowie das Padfone 2 mit LTE-Modul an“, fasst Jörg Wissing zusammen. Und sogar der Ruggedized-Anbieter Panasonic hat schon 4G im Portfolio, wie Marco Rach erklärt: „Aktuell bieten wir lediglich für das Toughpad JT-B1 optional ein integriertes LTE-Modul an. Ab November wird dies auch für das Toughpad FZ-G1 der Fall sein. Die LTE-Bänder B20, B8, B7, B3 und B1 werden unterstützt.“

Last, but not least soll Caroline Bergmann von der Deutschen Telekom zu Wort kommen: „Für die meisten unserer Geschäftskunden ist die mobile Nutzung ganz wichtig. Sie wollen unterwegs genauso schnell Zugriff auf Ihre Informationen haben wie im Büro – und damit wird auch die LTE-Fähigkeit der Geräte zum wichtigen Kriterium.“ Das gilt entsprechend auch für andere Mobilfunker wie o₂ und Vodafone.

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Fazit: Europa ist (noch) kein LTE-Markt

Viele Hersteller führen ihre LTE-Modelle zuerst in Korea, Japan und den USA ein, weil die Absatzmärkte dort schon größer oder aufgeschlossener sind als im Rest der Welt. Einigen global agierenden Laptop-Herstellern sind die LTE-versorgten Länder in Europa auch noch zu klein und die Unterschiede in den nationalen LTE-Ausprägungen zu groß.

So bietet etwa Dell seine LTE-Geräte vorerst nur in den USA an. In Europa unterstützt das Unternehmen dagegen „die am weitesten verbreitete Technologie HSPA+“, sagt Michael Müller. Auf gut Deutsch: Dell hat noch keine LTE-Geräte für Europa – kein Laptop und auch kein Tablet.

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