Minijobs und Mindestlohn

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Maximal 5400 geteilt durch 8,50 Euro

Von Sabine Wagner

© Marco2811 – fotolia.com

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Seit 1. Januar 2015 gilt der Mindest­lohn von 8,50 Euro auch für Minijobs. Sofern ein Unter­nehmen Mini­jobber beschäftigt, sollte es noch 2014 recht­zeitig prüfen, ob durch den im Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Tarifautonomie (Tarif­autonomie­stärkungs­gesetz) geregelten Mindest­lohn die Entgelt­grenzen überschritten werden, sodass dann kein beitragsfreier Minijob mehr vorliegt.

Jahresentgelt über der Geringfügigkeitsgrenze

In allen Fällen, in denen die Minijobber des Unternehmens bereits einen Stundenlohn von 8,50 Euro haben, erübrigt sich diese Prüfung.

Von Bedeutung ist sie aber in all den anderen Fällen, in denen z.B. eine entsprechend hohe Arbeitsstundenzahl und ein Stundenlohn unter 8,50 Euro dazu führen, dass ab Jahresbeginn 2015 die jährliche Entgeltgrenze von 5400 Euro überschritten wird. Diese Grenze kann aber auch in Kombination mit Einmalzahlungen (EZ) überschritten werden. Ein Beispiel:

Das Unternehmen beschäftigt 2014 für 50 Stunden im Monat einen Minijobber zu einem Stundenlohn von 8 Euro. Die EZ beträgt 400 Euro. Während 2014 die jährliche Geringfügigkeitsgrenze mit einem Jahresentgelt von 5200 Euro noch unterschritten wird, hat der Mindestlohn 2015 zur Folge, dass diese Grenze um 100 Euro überschritten wird. Denn das Jahresentgelt liegt dann bei 5500 Euro.

Wenn das betreffende Unternehmen nicht bereits 2014 entsprechend die Weichen stellt, dann hat dies zur Folge, dass die Tätigkeit versicherungspflichtig ist.

Fazit: Vertrag anpassen oder zum Midijob wechseln

Dies lässt sich vermeiden, indem man entweder die Arbeitsstunden entsprechend reduziert oder auf die EZ kappt. Für beide Anpassungen ist die Änderung des Minijob-Vertrages mit dem Arbeitnehmer erforderlich. Dies kann durch eine Vertragsergänzung geschehen oder dadurch, dass der bisherige Arbeitsvertrag durch einen neuen ersetzt wird. Die Schriftform empfiehlt sich immer, schon aus Beweisgründen.

Eine Alternative zur Reduzierung der Stundenanzahl oder zum Verzicht auf die EZ wäre die Erwägung, ob das Unternehmen gleich vom Minijob zum Midijob wechselt.

Nützliche Links

Material zur Gesetzgebung gibt es auf der BMAS-Themenseite Mindestlohn.

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9 Kommentare:

  1. korinna belajew schrieb am 13.02.2015, 10:57 Uhr:

    Auch ich habe einen 400-Euro-Job. Ab diesen Jahr gelten ja die 8,50 Euro. Mein Chef meint, dass dies brutto ist, und netto bekomme ich nur 6 Euro. Was ist eigentlich gesetzlich?

  2. Julia schrieb am 12.01.2015, 10:02 Uhr:

    Ich habe einen Minijob in der Gastronomie. Ich bekomme 7,50 Euro netto pro Stunde ausbezahlt. Meine Chefin meint, dass ich keine 8,50 Euro bekomme, da dies 8,50 Euro brutto ist. Stimmt das? Dachte, ich bekomme jetzt 8,50 netto!

  3. schreibliese59 schrieb am 19.11.2014, 14:02 Uhr:

    Ende 2014 als Minijoberin angestellt, soll ab 2015 ein Gewerbe anmelden, um [..] weiter zu arbeiten. Ich weiß nicht, was ich machen soll. Wer steckt auch in so einem Dilemma? Kann mir jemand einen Tipp geben, was ich machen soll? Danke

  4. Ich schrieb am 06.11.2014, 09:23 Uhr:

    Ich habe einen Minijob. Wir werden nach Stückzahlen bezahlt. Erhalten wir für die gleiche Stückvorgabe anstelle von unserem jetzigen Stundenlohn die 8,50 Euro oder darf die Stückzahl so hochgesetzt werden, das wir automatisch nicht auf 8,50 Euro kommen?

  5. Kefferstein Christine schrieb am 05.11.2014, 09:57 Uhr:

    Zuerst wurde die Möglichkeit geschaffen, selbst in die Rente einzuzahlen bei einem Minijob. Jetzt bekommt der Minijobler 8,50 Euro auf die Hand. Der Sozialversicherungspflichtige ist der Benachteiligte, das macht doch den Minijob sehr interessant und kommt den großen Firmen sehr entgegen, noch mehr Minijobler einzustellen, denn die sind immer noch „billiger“ als ein anderer.

  6. Marco Jansen schrieb am 30.10.2014, 01:11 Uhr:

    @Marcel Marzenke: Also laut Deiner Aussage sind dann Festangestellte die Dummen. Ich bin im Taxigewerbe und habe zurzeit 6,88 Euro brutto bzw. ca. 5 Euro netto als Festangestellter. Die Minijobber bei uns haben auch 5 Euro die Stunde. Also nach Deiner Aussage bekomme ich ab Januar ca. 6,28 Euro netto als Festangestellter. Und der Kollege, der hier nur Nebenverdienst hat, bekommt 8,50 Euro netto, nur weil er weniger Stunden macht als ich? Das kann ja wohl nicht sein, dann bräuchte ich auch gar nicht mehr arbeiten gehen.

  7. Marcel Marzenke schrieb am 24.10.2014, 12:35 Uhr:

    @m.voll: Dann hat dein Chef leider keine Ahnung. Bei einem Minijobber bedeutet brutto = netto. Somit verdient jeder Minijobber ab dem 1. Januar 2015 mindestens 8,50 Euro netto. Vielleicht solltet ihr eure Plätze tauschen, denn du scheinst ja mehr Ahnung als dein Chef zu haben :-)

  8. m. voll schrieb am 14.10.2014, 09:43 Uhr:

    Mein Chef ist der Meinung, dass die 8,50 Euro brutto sind und wir als Minijobber weiterhin 6,50 Euro erhalten. Meinem Einwand, dass wir sozialversicherungs- und damit frei von Abzügen sind, wurde widersprochen. Also haben wir definitiv 8,50 brutto = netto zu erhalten?

  9. Unter welchen Bedingungen soll dann bitteschön noch ein Hartz-4-Empfänger arbeiten? Zunächst darf er bis 31.12.2014 eh nur 165 Euro ohne Abzüge von der ARGE dazuverdienen. Aber bei 8,50 Euro bei gleicher Stundenleistung wird er nun auch noch sozialabgabepflichtig. Und der Arbeitgeber ist auch einmal wieder in den Arm gekniffen. Mindestlohnerhöhung für den Arbeitnehmer kann nur mit einer Anhebung der Minijobgrenze auf 560 Euro erfolgen. Sonst hat weder Arbeitnehmer noch Arbeitgeber etwas davon.

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