Qualitative Ratingfaktoren

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Blanke Zahlen genügen nicht

Von Dr. rer. nat. Jürgen Kaack, STZ-Consulting Group

Bei der Einführung des Ratings nach Basel II hat man neben den quantitativen auch die qualitativen Faktoren berücksichtigt.

Wenn über das Bankenrating diskutiert wird, dann meist über die quantitativen Faktoren, die auch in der Vergangenheit das Gespräch zwischen Unternehmen und Banken dominiert haben: Eigenkapitalquote, Umsatzrendite, Eigenkapitalrendite, Debitorenlaufzeiten, Kapitaldienstfähigkeit etc. Diese Faktoren haben natürlich eine hohe Aussagekraft zur Stärke und Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens, allerdings sind diese Werte alle systembedingt vergangenheitsorientiert. Aus ihrer zeitlichen Entwicklung kann man zwar die zukünftige Entwicklung extrapolieren. Aber in dynamischen Märkten mit hohen Abhängigkeiten kann das auch zu deutlichen Fehleinschätzungen führen.

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Gesamturteil 60:40

Zu den qualitativen Rating-Faktoren gehören u.a. folgende Aspekte der marktorientierten Unternehmensführung:

Die qualitativen Faktoren gehen mit 40 % in das Rating-Ergebnis mit ein und haben daher durchaus Auswirkungen auf den Gesamtwert. Quantitative und qualitative Faktoren zusammen ergeben ein „rundes“ Bild des Unternehmens und lassen auch mit entsprechender Vorsicht Prognosen zur künftigen Entwicklung zu. Damit erfüllt das Rating bei richtiger Anwendung auch die ursprünglichen Absichten, nämlich das Risikoausmaß für die Bank objektivierbar zu machen und, im zweiten Schritt, Darlehen mit höherem Risiko auch mit höheren Zinssätzen zu belegen. Letztlich schafft dies auch Fairness für solche Unternehmen, die niedrige Rating-Werte haben.

Fazit: Für Profis nichts Neues

Im Übrigen sollten die geforderten Informationen sowohl im quantitativen als auch im qualitativen Bereich einen Unternehmer nicht vor neue und unzumutbare Herausforderungen stellen. Für eine risikobewusste Unternehmensführung handelt es sich insgesamt nur um Selbstverständlichkeiten. Allerdings ist es um die Umsetzung bei manchem mittelständischen Unternehmen immer noch schlecht bestellt.

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