Die seit rund einem Jahr verfügbaren Domains mit länderspezifischen Sonderzeichen hebeln sichere Internet-Verbindungen aus. Besonders beliebt bei Datendieben sind unter anderem URLs, die das kyrillische „a“ enthalten, berichtet die Computerzeitschrift PC Professionell. Der Buchstabe gleicht exakt dem lateinischen „a“; der Unterschied ist nicht zu erkennen. Auf der Seite www.onlinebanking.com beispielsweise kann das fatale Folgen haben. Anwender haben kaum eine Chance zu durchschauen, ob sie tatsächlich auf ihrer Banking-Seite sind oder unbemerkt auf eine Phishing-Seite gelotst wurden und dort PINs, Nutzerdaten oder Kreditkarten-Informationen eingeben.
Theoretisch könnte sogar die Adresse der internationalen Domain-Vergabestelle ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers, www.icann.com) zweimal registriert werden – einmal korrekt mit lateinischem, einmal gefälscht mit kyrillischem »a«.
Der Trick funktioniert mit fast allen gängigen Internet-Browsern und auch mit vermeintlich SSL-gesicherten Seiten. Während die ICANN mit Arbeitskreisen auf das Problem reagiert und sich »besorgt zeigt«, haben Firefox-Entwickler gleich durchgegriffen: Ab Version 1.0.1 ist die Umlaut-Unterstützung standardmäßig ausgeschaltet. Wer darauf nicht verzichten kann, sollte das Plug-in IDN Info (4t2.cc/mozilla/idn) installieren: Dieses warnt, wenn URLs Sonderzeichen enthalten. Nutzer des Internet Explorer sind ausnahmsweise fein raus: Ohne aufwändige Zusatz-Installation unterstützt der Microsoft-Browser ohnehin keine Domains mit länderspezifischenSonderzeichen (Quelle: PC Professionell, 05/2005).






