Chefredakteur belegt Desinteresse am Mittelstand

Eine krasses Desinteresse der Medien am Mittelstand beklagt Dr. Helfried Schmidt, Chefredakteur des P.T. Magazin in der aktuellen November-/Dezember-Ausgabe. Die Zeitschrift, das offizielle Organ der Oskar-Patzelt-Stiftung, versteht sich als Sprachrohr des Mittelstandes.

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Dr. Schmidt belegt seine Kritik mit harten Fakten. Seinen Recherchen entsprechend berichteten die Medien im Jahr 2004 über die Großunternehmen Lufthansa, BASF, Deutsche Bank, MAN und TUI zusammengenommen mehr als 3000 mal. Dieser großen Aufmerksamkeit stehen an unternehmerischen Fakten gegenüber: 357.020 Beschäftigte, ein Stellenabbau um knapp 20.000 Beschäftigte im letzten Jahr und eine Gewinnsteigerung von bis zu 140 Prozent.

Ganz anders die Aufmerksamkeit für den Mittelstand. Chefredakteur Dr. Schmidt vergleicht in seinem Vorwort zur Zeitschrift die genannten Großkonzerne mit den 2.992 von der Stiftung für den Großen Preis des Mittelstandes nominierten mittelständischen Unternehmen. Diese beschäftigen seinen Angaben entsprechend zusammen 356.364 Mitarbeiter und damit nur unwesentlich weniger als die genannten fünf Konzerne. Im Gegensatz zu diesen konnten sie aber im vergangenen Jahr fast 25.000 neue Arbeitsplätze schaffen. Sie führten außerdem rund vier Milliarden Euro Steuern und Beiträge für Renten, Krankenkassen u. Ä. an das Gemeinwesen ab. Trotz dieser weitaus wichtigeren Rolle für den Arbeitsmarkt und die große Bedeutung für die Gesellschaft finden sie fast ausschließlich auf lokaler Ebene Interesse bei den Medien. (ml)