Unternehmer müssen mit Google kooperieren

Der Fall BMW demonstriert die gigantische Macht von Google. Das Markenunternehmen mit Spitzenplätzen für seine Autos und Motorräder in nahezu allen Suchmaschinen ist von heute auf morgen aus den Datenzentren von Google verbannt und wieder aufgenommenworden. Während kleinste Unternehmen ein solches Fiasko selbst vielleicht gar nicht bemerken, berichteten die Medien ausführlich darüber. Matt Cutts, der Hofberichtblogger von Google hat die Aktion in seinem sehr lesenswerten Blog begleitet. Wer sich durch die seitenlangen Beiträge durcharbeitet, kann eine Menge lernen.

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Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit haben es die Webmaster von BMW dank seiner Analysen innerhalb kürzester Zeit geschafft, die von Google beanstandeten Seiten zu korrigieren und per „Reinclusion Request“ wieder akzeptiert zu werden. Dass Geld dabei eine Rolle spielte, darf bezweifelt werden. Denn Cutts persönlich betrachtet so genannte Doorways  als eher harmlosen Grund, bei Google rausgeworfen und nach entsprechender Korrektur in zwei bis drei Wochen wieder aufgenommen zu werden.

Millionen kleine Unternehmen haben es dagegen schwer. Denn Google schweigt sich über die Gründe für einen Rauswurf generell aus. Es gibt Fälle, in denen sich Webmaster wie ich selbst nach Wochen aufwändiger Analysen ihrer Website den Bann nicht erklären können. Entsprechende Anfragen in einschlägigen Blogs und Foren stoßen meist auf Unverständnis. Wer von Google mit einer so genannten Spam Penalty bestraft wird, sei selbst schuld. Diese allgemeine Haltung beweist die enorme Reputation von Google. Der Defacto-Monopolist kann sich nahezu alles erlauben, ohne  mit breitenwirksamen Protesten rechnen zu müssen. „Bad Guy“ Microsoft würde in solchen Angelegenheiten vermutlich kältesten Gegenwind zu spüren bekommen. Aber das ist eine andere Story.

Die Moral von der BMW-Geschicht’: Verlassen Sie sich auf Ihre Webmaster nicht. Zumindest nicht blind. Sie müssen sie verpflichten, regelmäßig die neuesten Richtlinien zu lesen und Ihre Website(s) entsprechend anzupassen. Denn was heute noch geduldet ist, kann beim nächsten Update zum Rauswurf aus den Datenzentren von Google führen. Den Grund dafür werden Sie wahrscheinlich nie oder so spät erfahren, dass Ihr mühsam aufgebautes Online-Geschäft ruiniert sein könnte. Wer glaubt, auch ohne Google auskommen zu können, irrt. Von potenziellen Kunden verursachter Traffic im Web entsteht über Antworten auf Fragen an Suchmaschinen wie zum Beispiel www.google.de. Deshalb müssen Unternehmer die jeweils neuesten Spielregeln kennen und sich daran halten.