KMU müssen WLAN schützen

Bereits jeder zweite von bundesweit 13,6 Millionen Breitband-Anschlüssen wird per WLAN betrieben, schätzt der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM). Auch die meisten Freiberufler und mittelständischen Betriebe betreiben ein Funknetzwerk, da immer mehr Mitarbeiter und Freiberufler mit Notebooks arbeiten. Mehrere Gerichte haben nun im Zusammenhang mit dem Betrieb eines solchen WLAN und dessen Missbrauchsmöglichkeiten gravierende Urteile getroffen: Danach können die Anschluss-Inhaber dafür verantwortlich gemacht werden, wenn ihr WLAN für illegale Downloads benutzt wird.

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© Heise Business Services

Anders als bei einem kabelgebundenen Firmennetzwerk sind die Missbrauchsmöglichkeiten eines WLAN nicht auf das Firmenareal beschränkt. Findet der illegale Gebrauch von ausserhalb statt, ist der Betreffende selten dingfest zu machen. Im Falle eines Funknetzwerkes bleibt dann die Schuld am Firmeninhaber bzw. der Firmenleitung haften, wenn nicht nachgewiesen werden kann, dass das technisch und wirtschaftlich Zumutbare an Vorsorge getroffen wurde.

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) rät deshalb dringend, den Zugang zum WLAN zu verschlüsseln: „Ist das WLAN nicht verschlüsselt, können sich Unbekannte ins Funknetz einklinken und zum Beispiel Raubkopien aus dem Web laden. Auch E-Mails und persönliche Daten auf dem PC sind dann nicht mehr sicher. Deshalb sollten WLAN-Inhaber die drahtlose Datenübertragung verschlüsseln. Ein digitaler Schlüssel lässt sich mit einer Software des Internet-Providers erstellen oder im Betriebssystem des Computers. Er sollte dem aktuellen WPA-Standard entsprechen. Am besten ist eine willkürliche Kombination aus Zahlen, Buchstaben und Sonderzeichen – keine Eigennamen oder Begriffe aus dem Wörterbuch.“ Allerdings sind nach den Urteilen noch eine Reihe Fragen ungeklärt, u.a. die, ob eine Verschlüsselung nach den älteren Standards WEP und WPA als ausreichend gelten, oder erst eine Verschlüsselung nach WPA2, die wiederum für viele KMU und Freiberufler mit einer Neuanschaffung der WLAN-Komponenten verbunden wäre. (ml)