Anreize für KMU sollen Innovationsdefizit beheben

Die Förderung für Forschung und Entwicklung (FuE) in Deutschland ist wenig effizient, so das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW). 2004 investierten Wirtschaft und Staat zwar 55 Milliarden Euro in FuE. Das sind aber nur rund 2,5% des Bruttoinlandsprodukts. Über die Hälfte der staatlichen Forschungsgelder kommt zudem Unternehmen mit mehr als 2000 Beschäftigten zugute, mittelständische Betriebe gehen oft leer aus.

Anzeige

Ein Grund hierfür: Wer bei der Umsetzung einer Idee unterstützt werden will, muss sich durch den Formalitätendschungel unzähliger öffentlicher Förderprogramme kämpfen. Zudem scheint der Staat genau zu wissen, was die Zukunft bringt, und lässt daher jenen kaum Chancen, die sich nicht auf den von ihm bevorzugten Forschungsfeldern tummeln. Dies schreckt viele kleine Firmen ab: Nur rund jedes vierte mittelständische Unternehmen hat sich in den vergangenen fünf Jahren überhaupt mit der staatlichen FuE-Förderung beschäftigt, und gerade jedes achte stellte einen Antrag.

Traurig ist auch der Rückzug des Staates aus der FuE-Förderung. Im Jahr 2004 finanzierte der Staat lediglich 6% der FuE-Ausgaben der Wirtschaft – Anfang der achtziger Jahre war der Anteil rund dreimal so hoch. Selbst wenn zusätzlich etwa die Mittel für die Hochschulforschung berücksichtigt werden, bleibt der Trend derselbe. Hatte der Fiskus 1981 noch rund 42% der gesamten volkswirtschaftlichen FuE-Aufwendungen getragen, waren es zuletzt nur gut 30%.

Das Institut in Köln hat nun ein Konzept entwickelt, das vor allem kleinen und mittleren Betrieben größere Innovationsanreize bietet und für eine stärker am Markt orientierte Finanzierung von Forschungsprojekten sorgt. Die Kernpunkte des IW-Modells sind:

  • Innovationsforen: Unter diesem Namen sollen zentrale Anlaufstellen für forschende Unternehmen entstehen.
  • Forschungsprämien: Betriebe, die Forschungsaufträge an zertifizierte öffentliche oder private Einrichtungen vergeben, sollten eine staatliche Prämie erhalten, um so den Wissenstransfer zu forcieren.
  • Steuerliche FuE-Förderung: Der Staat sollte sich von der Idee verabschieden, er könne besser als die Unternehmen beurteilen, was morgen am Markt gefragt ist. Statt einzelne Technologien zu fördern, gilt es, FuE-Aktivitäten der Wirtschaft allgemein steuerlich zu begünstigen.
  • Innovationspool: In Deutschland werden zwar viele Produkte und Herstellungsprozesse patentiert, ein großer Teil davon kommt aber nicht auf den Markt. Nur wenige Unternehmen verfügen nämlich über das nötige Eigenkapital. Hier sollte ein mit einer Milliarde Euro gefüllter Innovationspool Abhilfe schaffen.

Mehr Informationen zu den Vorschlägen des IW finden sich auf der Homepage des Instituts. (IW/ml)