Baugewerbe braucht tariflich geregelte Zeitarbeit

Auf dem IGZ-Bundeskongress „Zeitarbeit ist unser Thema“, der gestern zu Ende ging, forderte der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB), Dr.-Ing. Hans-Hartwig Loewenstein (siehe Bild) die Einführung eines dreiseitigen Tarifvertrags zwischen den Arbeitgeberverbänden der Zeitarbeitsbranche, den Arbeitgeberverbänden der Bauwirtschaft und den zuständigen Gewerkschaften, um auch im Baugewerbe Zeitarbeit zu ermöglichen.

In der Begründung führte Loewenstein die gerade im Bau extremen Auftragsschwankungen und kurzen Auftragsreichweiten zwischen ein und zwei Monaten an. Die Baubetriebe müssten in die Lage versetzt werden, auf Auftragsspitzen flexibel reagieren zu können, wenn sie vorübergehend mehr oder spezielles Personal brauchen.

Der ZDB-Präsident machte in seinem Statement auch deutlich, dass Neueinstellungen und die Befristung von Arbeitsverträgen wegen des gesetzlichen Kündigungsschutzes keine Alternative darstellten. Dessen wirtschaftliche Risiken seien für den Baubetrieb deutlich höher als die der Zeitarbeit. Er wies ausdrücklich darauf hin, dass es nicht darum gehe, eigene Mitarbeiter zugunsten von Zeitarbeitnehmern zu entlassen. Es gehe auch nicht darum, vermeintlich billige Arbeitskräfte zu bekommen. Man wolle kein Lohndumping, sondern fordere vielmehr, dass auch bei der Zeitarbeit im Baugewerbe die Bau-Mindestlöhne oder höhere Tariflöhne der Zeitarbeitsbranche gezahlt werden. (na/ml)