Konjunktur bringt Entspannung bei Insolvenzen

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland wird nach der jüngsten Prognose von Kreditversicherer Euler Hermes im Jahr 2007 um 10,1% auf rund 27.300 sinken. Das wäre der vierte Rückgang in Folge. Hermes rechnet zudem mit einem Minus bei den gerichtlich angemeldeten Forderungen von 2,3% auf rund 19 Milliarden Euro. Das ist allerdings wenig gegenüber der Reduzierung um 14,7% im Vorjahr.

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Gerade bei kleinen- und mittelständischen Betrieben tragen Lieferantenkredite nach wie vor stark zur Finanzierung bei. Geringe finanzielle Reserven, ein unzureichendes Forderungsmanagement, eine schlechte Zahlungsmoral einzelner Abnehmer und Managementfehler bergen auch weiterhin ein erhebliches Insolvenzpotential, mahnt Dr. Gerd-Uwe Baden, Vorstandsvorsitzender der Euler Hermes Kreditversicherung.

Wie schon in den Vorjahren profitiert das Baugewerbe in Deutschland deutlich von den günstigen konjunkturellen Bedingungen. Die Zahl der Pleiten soll dementsprechend laut Euler Hermes um 14,8% auf 4900 sinken. Deutlich geringer soll mit 8,7% in diesem Jahr der Rückgang bei den Dienstleistungen ausfallen. Trotzdem stehen die Dienstleistungen mit einer Gesamtzahl von voraussichtlich 13.600 Pleiten auch in 2007 an der Spitze aller Branchen. Nach einem deutlichen Minus von gut 16 Prozent 2006 werde die Zahl der Insolvenzen im Handel in diesem Jahr um 4,9% auf 6000 zurückgehen, vermutet der Versicherer. Am stärksten profitiere das Verarbeitende Gewerbe vom konjunkturellen Aufschwung, denn die Zahl der Insolvenzen geht voraussichtlich nach deutlichen Rückgängen in den Vorjahren auch 2007 um 20,1% auf 2300 zurück.

Trotz der günstigen Konjunktur bleibe die Insolvenzhäufigkeit im Baugewerbe mit 152 Fällen je 10.000 Unternehmen jedoch wesentlich höher als in den anderen Branchen. Im Durchschnitt aller Wirtschaftszweige liege die Insolvenzhäufigkeit bei 90 Fällen je 10.000 Unternehmen, prognostiziert der Kreditversicherer. (ots/ml)