Mauerwerksindustrie warnt vor Existenzproblemen

Angesichts eines drastischen Einbruchs der Baugenehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser warnt die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerksbau (DGfM) vor nachhaltigen Folgen für die Gesamtkonjunktur. Die Zahl der Baugenehmigungen ist in den ersten fünf Monaten diesen Jahres um 52% gegenüber dem Vorjahreswert zurückgegangen. Das führe auch zu Existenzproblemen der Branche.

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Ersten vorläufigen Prognosen zufolge werden damit im Jahr 2008 die niedrigsten Baufertigstellungszahlen im Wohnungsbau nach dem 2. Weltkrieg erreicht. Als Ursache gelten der Wegfall der Eigenheimzulage sowie die Mehrwertsteuererhöhung.

Im Bundesbauministerium werde der Rückgang des Wohnungsbaus auf eine entspannte Wohnungsmarktlage zurückgeführt. Entsprechend stehe die qualitative Aufwertung des Wohnungsbestandes im Vordergrund, so die DGfM. Sie macht jedoch politische und steuerliche Entscheidungen der letzten Jahre für die Entwicklung verantwortlich. „Der zweistellige Einbruch bei den Baugenehmigungen unmittelbar nach Abschaffung der Eigenheimzulage zeigt,“ so DGfM-Geschäftsführer Dr. Ronald Rast, „dass diese Maßnahme ein wichtiges Instrument zur Förderung des Eigenheimbaus war.“

Es sei ein unhaltbarer Zustand, dass Folgeregelungen zur Integration der Immobilie in die private Altersvorsorge immer noch nicht existieren. Rast appellierte an die Politik, entsprechende Gesetze, die gemäß Koalitionsvertrag bereits zum 1. Januar 2007 in Kraft treten sollten, endlich umzusetzen. (ots/ml)