Praktika für Arbeitslose im Schussfeld der Opposition

Einen Bericht des ARD-Magazins „Report Mainz“ vom 27. August nahmen Ende letzter Woche die Fraktionen der Grünen und der Linken zum Anlass, sich im Bundestag nach möglichen Missbrauchsfällen von Arbeitslosen in Unternehmenspraktika zu erkundigen. Die ARD-Journalisten hatten von angeblich erheblichen Überschreitungen der maximalen Praktikumsdauer von zwölf Wochen, von falschen Versprechungen über anschließende Festeinstellungen und von Praktikanten berichtet, die reguläres Personal ersetzen.

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Die Abgeordneten der Grünen wollten wissen, wie viele dieser Praktika es in den Jahren 2006 und 2007 gegeben hat, wie lange die Maßnahmen im Schnitt dauerten und in wie vielen Fällen die maximale Dauer überschritten wurde. Auch über Mitnahmeeffekte und die Substitution von regulären Arbeitsplätzen soll von der Regierung Auskunft gegeben werden.

Die Linke zweifelte in einer Kleinen Anfrage darüber hinaus die gesetzlichen Grundlagen für Praktika von Arbeitslosengeld-II-Empfängern generell an.

In der Vergangenheit hatten allerdings Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen gezeigt, dass der Mythos der „Generation Praktikum“ zumindest im Bereich der Hochschulabsolventen einer realen Grundlage entbehrt (wir berichteten darüber). Wie die Praxis der Praktika für Arbeitslose in der Realität aussieht, wurde bisher noch nicht in vergleichbarer Weise untersucht. (Deutscher Bundestag/ml)