Experten erwarten keine Entspannung bei Energiepreisen

Die große Mehrheit der für das ZEW-Energiemarktbarometer des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) befragten Experten erwartet langfristig (das heißt in den nächsten fünf Jahren) steigende Preise bei Strom für Industriekunden, bei Erdgas, Rohöl und Kohle. Kurzfristig (das heißt in den nächsten sechs Monaten) geht die Mehrheit der Experten für Kohle und Erdgas von stagnierenden Preisen aus. Für Strom und Rohöl erwarten ebenso viele Experten stagnierende Preise wie steigende Preise.

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Die überwiegende Mehrheit der über 200 befragten Experten sieht weiterhin langfristig steigende Energiepreise. So erwarten rund 84% in den nächsten fünf Jahren steigende Strompreise. Etwa 13% gehen von einem gleich bleibenden Preisniveau aus, und lediglich 3% rechnen mit niedrigeren Preisen.

Auch Öl- und Gaspreise steigen nach Einschätzung der Experten in den nächsten Jahren weiter. Etwa 84% der Befragten gehen von steigenden Erdgaspreisen aus, 82% von weiter steigenden Ölpreisen. Mit einer Umkehr der Preisentwicklung hin zu gleich bleibenden Preisen rechnet nur eine Minderheit (11% für den Ölpreis und 9% für den Gaspreis). Noch geringer ist der Anteil der Experten, die von langfristig sinkenden Preisen ausgehen (rund 7% für Gas- und Ölpreis).

Nicht ganz so pessimistisch ist die Einschätzung der Kohlepreisentwicklung. Zwar erwarten immer noch rund 65% der Experten steigende Preise, aber immerhin 30% rechnen für das Jahr 2012 mit einem Kohlepreis auf ähnlichem Niveau wie im Jahr 2007, rund 5% sogar darunter.

Bei der kurzfristigen Energiepreisentwicklung hatten die Befragten noch vor einem halben Jahr eine deutliche Entspannung erwartet. Diese Erwartung hatte allerdings nicht lange Bestand. In der aktuellen Befragungsrunde gehen lediglich rund 49% der Experten von stagnierenden Strompreisen aus (erstes Halbjahr 2007: rund 57%). Nur noch rund 2% rechnen mit sinkenden Strompreisen (gegenüber rund 6% im ersten Halbjahr 2007). Hingegen rechnen 49% der Experten mit höheren Elektrizitätspreisen in den nächsten sechs Monaten.

Die Experten sehen auch die kurzfristige Entwicklung der Öl- und Gaspreise weit skeptischer als vor sechs Monaten. So erwartet jeweils eine knappe Mehrheit stagnierende Preise (etwa 47% bei Öl und 50% bei Gas). Gut 45% der Experten rechnen dagegen mit steigenden Öl- und rund 40% mit steigenden Gaspreisen. Gut zwei Drittel der Experten gehen für die nächsten sechs Monate von konstanten Kohlepreisen aus, rund 30% von steigenden Preisen und lediglich rund 3% von einem Rückgang des Kohlepreises.

Weitere Informationen stehen im Internet per Download bereit. (idw/ml) ENGLISH