Wie gut sind Deutschlands Wirtschaftsminister?

Diese Frage stellte das Umfrageinstitut Forsa im Auftrag des Wirtschaftsmagazins „impulse“ mittelständischen Unternehmern. Das Ergebnis ist nicht unbedingt schmeichelhaft für den amtierenden Bundesminister Michael Glos (CSU). Die Unternehmer bewerten seine Leistungen schlechter als die fast aller seiner Vorgänger.

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In der Untersuchung erreichte der amtierende Wirtschaftsminister auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten lediglich 47 Punkte und damit die niedrigste Bewertung im Vergleich zu seinen fünf Amtsvorgängern. Otto Graf Lambsdorff (FDP), der das Wirtschaftsministerium von 1977 bis 1994 führte, überzeugte die befragten Unternehmer dagegen in den vier Beurteilungskriterien Unternehmensnähe, Durchsetzungsfähigkeit, Engagement und Kompetenz am meisten und kam mit 69 Punkten auf den ersten Platz. Ihm folgen Wolfgang Clement (SPD), letzter Wirtschaftsminister der Schröder-Regierung, mit 61 Punkten, Günter Rexrodt (FDP) mit 55 Punkten, Werner Müller (parteilos) mit 53 Punkten und Martin Bangemann (FDP) mit 49 Punkten.

Zum schlechten Bewertungsergebnis von Glos kommen laut impulse-Umfrage noch niedrige Bekanntheitswerte hinzu. So können 61% der Befragten nicht auf Anhieb den Namen des aktuellen Ressortchefs nennen. An der repräsentativen Umfrage beteiligten sich bundesweit 504 mittelständische Unternehmer mit einem Jahresumsatz von mindestens 150.000 Euro und bis zu 500 Mitarbeitern. Bewertet wurden alle Bundeswirtschaftsminister der letzten 30 Jahre, die mindestens vier Jahre oder eine Legislaturperiode lang im Amt waren.

Für eine vergleichbare Abstimmung auf Landesebene befragte Forsa für ‚impulse‘ 1600 Mittelständler (jeweils 100 pro Bundesland). Danach konnte der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister Dietrich Austermann (CDU) 66 von 100 möglichen Punkten verbuchen und kam auf Platz eins der Rangliste der Landeswirtschaftsminister. Mit einem knappen Abstand von je einem Punkt schafften es der Hamburger Wirtschaftssenator Gunnar Uldall (CDU) und sein hessischer Amtskollege Alois Rhiel (CDU) mit 65 und 64 Punkten auf die Plätze zwei und drei. Die drei schlechtesten Bewertungen erhielten der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hendrik Hering (SPD) mit 52 Punkten, die nordrhein-westfälische Ressortchefin Christa Thoben (CDU) mit 48 Punkten und der Berliner Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linkspartei) mit 45 Punkten.

Die komplette Studie mit allen Ergebnissen steht im Internet zur Verfügung. Gedruckt und ausführlich kommentiert liegt die Studie heute am 13. Dezember in Form der Ausgabe 01/2008 der Zeitschrift „impulse“ an den Kiosken zum Verkauf aus. (ots/ml)