Ausbildungsmarktlage hat sich 2007 deutlich verbessert

bfa21.jpegDie Ausbildungsmarktlage hat sich 2007 nach Angaben zahlreicher Verbände, aber auch der Bundesagentur für Arbeit (BA) deutlich verbessert. Auch für das vierte Paktjahr sei die Bilanz positiv. Die Zusagen seien erfüllt und in vielen Bereichen sogar weit übertroffen worden. Dazu habe die gemeinsame Anstrengung aller Partner im Ausbildungspakt und die günstige Konjunkturentwicklung beigetragen.

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Durch die vielfältigen Bemühungen war die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge zum Stichtag 30. September 2007 um 49.800 oder 8,6% gegenüber dem Vorjahr auf knapp 626.000 angestiegen. Gegenüber 2003 – dem Jahr vor dem Ausbildungspakt – ist dies ein Anstieg um 12% oder 68.300 Ausbildungsplätze. Neben den Bemühungen der Paktpartner habe auch die Förderung zusätzlicher außerbetrieblicher Ausbildungsplätze durch die Bundesagentur für Arbeit zu diesem guten Ergebnis beigetragen, loben die Wirtschaftsverbände.

Die von den Betrieben durchgeführten und von der Bundesregierung geförderten Einstiegsqualifizierungen bauten 2007 für rund zwei Drittel der Teilnehmer eine Brücke in die Berufsausbildung. 65,5% begannen eine betriebliche Ausbildung, weitere 8,5% in eine außerbetriebliche oder schulische Berufsausbildung. Auch der Effekt bei den Betrieben ist positiv: Rund ein Drittel der bislang nicht ausbildenden Betriebe hat nach der Einstiegsqualifizierung mit der Ausbildung begonnen.

Wie schon in den vergangenen Jahren folgten allerdings nur 52% der Jugendlichen der Einladung zu den gemeinsamen Nachvermittlungsaktionen von Kammern und Arbeitsagenturen. Alle zur Nachvermittlung erschienenen Jugendlichen haben ein Angebot erhalten, darunter 88% einen Ausbildungsplatz oder eine Einstiegsqualifizierung.

Von den nicht erschienenen Jugendlichen hatten sich 13% begründet entschuldigt, rund ein Drittel hat trotz Nachfrage nicht auf die Einladung reagiert.

Von den 29.100 am 30.September noch unversorgten Bewerbern wurden bis Januar 2008 um 17.800 versorgt. Aktuell sind damit noch 11.300 Bewerber aus dem Vorjahr bei den Arbeitsagenturen als unversorgt gemeldet (5.400 weniger als im Vorjahr).

Von den 18.400 unbesetzten Ausbildungsplätzen am 30. September 2007 waren Mitte Januar 2008 noch 4200 Plätze unbesetzt. Zusammen mit den 19.500 noch offenen Stellen für Einstiegsqualifizierungen sind damit genügend Angebote zur beruflichen Qualifizierung vorhanden.

Eine Bilanz des Ausbildungspaktes mit detaillierteren Daten steht auf der Website des Deutschen Industrie- und Handelskammertages als Download zur Verfügung. (BA/ml)

Der Erfolg in Zahlen

  • 88.900 neue Ausbildungsplätze wurden von Kammern und Verbänden eingeworben. 53.600 Betriebe konnten erstmalig für Ausbildung gewonnen werden.
  • Für Einstiegsqualifizierungen stellten Betriebe 43.250 Plätze zur Verfügung. Bis Mitte Januar 2008 hatten knapp 24.000 Jugendliche eine Einstiegsqualifizierung begonnen. Diese Zahl wird in den kommenden Monaten noch weiter ansteigen.
  • Die organisatorische Unterstützung betrieblicher Ausbildungsvorbereitung und Ausbildung zugunsten von benachteiligten Jugendlichen wurde durch das Vierte SGB-III-Änderungsgesetz in das Arbeitsförderungsrecht aufgenommen. Betriebe können diese neue Förderungsmöglichkeit nutzen.
  • Die Ausbildungsleistung der Bundesverwaltung lag 2007 mit 7,6% der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten über der im Pakt gegebenen Zusage von 7%.
  • Bund und neue Länder haben das Bund-Länder-Ausbildungsprogramm Ost im Jahr 2007 mit 10.000 Plätzen fortgeführt.
  • Die Bundesagentur für Arbeit hat im Jahr 2007 insgesamt 48.700 Eintritte in außerbetriebliche Ausbildungsplätze gefördert (12.300 mehr als im Vorjahr).