Wirtschaftsklima für den Euroraum deutlich schlechter

Das ifo-Wirtschaftsklima für den Euroraum hat sich im ersten Quartal 2008 nochmals deutlich verschlechtert und fiel auf den niedrigsten Wert seit Mitte 2005, wie die Vorabergebnisse des „Ifo World Economic Survey“ (WES) für das erste Quartal 2008 zeigen. Entsprechend den Angaben des ifo-Instituts in München fiel der Index für das Klima von 90,7 Punkten im vierten Quartal 2007 auf 81,4 Punkte im ersten Quartal 2008.

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Der Rückgang des ifo-Indikators für das Klima resultiert sowohl aus weniger positiven Urteilen zur gegenwärtigen Wirtschaftslage als auch aus ungünstigeren Erwartungen für die nächsten sechs Monate. So sank der Wert für die Lageeinschätzung von 123,4 Punkten im vierten Quartal 2007 auf 112,1 Punkte im ersten Quartal 2008, jener für die Erwartungen im gleichen Zeitraum von 63,6 auf 55,8 Punkte.

Das Wirtschaftsklima hat sich im ersten Quartal 2008 in allen Ländern des Euroraums verschlechtert. Insbesondere in Belgien, Spanien, Irland, Österreich und Griechenland rechnen die WES-Experten mit einer deutlichen konjunkturellen Abkühlung in den kommenden Monaten. Auch in Finnland, Deutschland, den Niederlanden und Slowenien ist der Optimismus zurückgegangen; die aktuelle Wirtschaftslage wird hier jedoch weiterhin sehr positiv bewertet. In Italien und Frankreich fielen dagegen sowohl die Urteile zur gegenwärtigen Wirtschaftslage als auch die wirtschaftlichen Erwartungen für das erste Halbjahr 2008 negativ aus. In Portugal wird die aktuelle Wirtschaftslage nach wie vor als ungünstig eingestuft.

Die Inflationserwartungen liegen mit 2,5% für den Jahresdurchschnitt 2008 spürbar über der Zielmarke der Europäischen Zentralbank. Nach Meinung der WES-Experten werden die Leitzinsen im Laufe der nächsten sechs Monate zurückgehen, die Kapitalmarktzinsen dürften annähernd stabil bleiben.

Im Vergleich zum Euro wird der US-Dollar weiterhin als klar unterbewertet eingeschätzt; dennoch rechnet auch diesmal die Mehrheit der WES-Experten mit einer erneuten Abschwächung des US-Dollar in den kommenden sechs Monaten. Auch der japanische Yen wird nach wie vor als unterbewertet bezeichnet. Das britische Pfund wird nunmehr gegenüber dem Euro als angemessen bewertet gesehen, während es davor lange Zeit als überbewertet galt.

(ifo/ml)