Gesundheitsgefahr durch Büromaschinen nicht belegt

Bei ihrer intensiven Suche nach schädlichen Auswirkungen von Ausdünstungen und Stäuben aus Büromaschinen – vor allem aus Kopiergeräten und Laserdruckern – haben Wissenschaftler keine schwerwiegenden Gesundheitsschäden feststellen können. Ob beobachtbare Reizungen auf diese Emissionen zurückzuführen sind, müssen erst weitere Untersuchungen zeigen. Zu diesem Ergebnis kommt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einer umfangreichen gesundheitlichen Bewertung, mit der es seine Arbeiten zur „Toner“-Problematik jetzt abgeschlossen hat.

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In die Bewertung des BfR sind neben den Daten der BfR-eigenen Toner-Studie die Ergebnisse weiterer aktueller, zum Teil noch nicht veröffentlichter Studien eingeflossen. Belegt sind bisher nur unspezifische Symptome wie Schleimhautbeschwerden, Bindehautreizungen, Reizungen des Atemtraktes und der Rachenschleimhaut. Aber auf welche Komponenten diese Nebenwirkungen zurückzuführen sind, ist derzeit noch unklar.

Beim Drucken und Kopieren werden leicht-, mittel- und schwerflüchtige Verbindungen sowie Staubpartikel emittiert. Um mögliche Zusammenhänge mit gesundheitlichen Beschwerden bei Büroangestellten abzuklären, hatte das Bundesinstitut für Risikobewertung 2005 eine Pilotstudie in Auftrag gegeben, die als Machbarkeitsstudie konzipiert war. Sie wurde am Institut für Innenraum- und Umwelttoxikologie des Universitätsklinikums Gießen durchgeführt, die humanmedizinischen Untersuchungen am Institut fürHygiene und Umweltmedizin der Justus-Liebig-Universität Gießen. Für die Studie wurden 63 Büroräumen in Deutschland daraufhin untersucht, welche Emissionen der Luft beigemengt waren und welche Auswirkungen diese auf den Gesundheitszustand der 69 dort arbeitenden Personen hatten.

Die Untersuchungsergebnisse waren für die meisten der gemessenen raumlufttechnischen Parameter laut Studie unauffällig. Nicht geklärt werden konnte die genaue Zusammensetzung feiner und ultrafeiner Partikel. Um Tonermaterial handelte es sich bei den ultrafeinen Partikeln, deren Konzentration mit der Inbetriebnahme von Laserdruckern und Kopierern vorübergehend signifikant anstieg, offenbar überwiegend nicht. Die gesundheitlichen Beschwerden der Probanden waren unspezifisch und in keinem Fall schwerwiegend. Möglicherweise reagieren einzelne, besonders empfindliche Personen mit Beschwerden, die dem „Sick-Building-Syndrom“ ähneln, vermuten die Experten. Welche Emissionskomponenten diese Reaktionen auslösen könnten, sei aber bislang noch nicht abschließend geklärt.

Auch nach Auswertung der aktuellen Daten zur „Toner“-Problematik bleiben damit Fragen offen. Grundsätzlich geeignet, mögliche Einflüsse von Emissionen aus Büromaschinen zu erfassen, wäre laut BfR eine umfassende epidemiologische Studie. Da die gesundheitlichen Wirkungen aber nur bei einem kleinen Teil der Bevölkerung auftreten, wäre eine signifikante Aussage jedoch nur dann zu erwarten, wenn an der Studie mehrere Millionen Probanden teilnähmen.

Unabhängig von den Ergebnissen weiterer Forschung empfiehlt das BfR nur Geräte zu verwenden, die mit dem Blauen Engel gekennzeichnet sind. Um dieses Umweltzeichen zu erlangen, müssten Geräte Mindeststandards im Hinblick auf die Emissionen flüchtiger organischer Stoffe und von Staub einhalten.

Genauere Daten der Studie stehen im Rahmen der Broschüre „Gesundheitliche Bewertung Nr. 014/2008“ online zur Verfügung.

(idw/ml)