Industrieproduktion Europas im Mai geschrumpft

Einen kräftigen Rückgang erlebte die Industrieproduktion im Mai sowohl in der Eurozone (EZ15) als auch in der EU27. Die saisonbereinigte Industrieproduktion war im Mai 2008 gegenüber April in der Eurozone um 1,9% und in der EU27 um 1,4% gesunken. Angesichts der Entwicklung der letzten Monate könnte der Rückgang – nach einer Phase der Abflachung – einen längeren Schrumpfungsprozess einläuten.

Im April hatte die Produktion gegenüber dem Vormonat März noch um 1,0% bzw. 0,3% zugenommen. Gegenüber der Produktion im Mai letzten Jahres notierte die Industrieproduktion in diesem Mai in der Eurozone um 0,6% und in der EU27 um 0,5% niedriger. Das ergeben Schätzungen des europäischen Statistischen Amts Eurostat.

Monatsvergleich

Gegenüber dem Vormonat April ging die Produktion von Verbrauchsgütern im Mai 2008 in der Eurozone um 1,2% und in der EU27 um 1,1% zurück. Die Produktion von Vorleistungsgütern nahm um 1,4% bzw. 1,0% ab. Bei Investitionsgütern war ein Produktionsrückgang um 2,4% in der Eurozone und um 2,1% in der EU27 zu beobachten. Die Produktion des Energiesektors sank um 2,7% bzw. 1,8%.  Die von Gebrauchsgüterproduktion fiel in der Eurozone um 3,3% und in der EU27 um 2,3%.

Von den Mitgliedstaaten, deren Daten schon bekannt sind, mussten im Mai 2008 achtzehn eine sinkende Industrieproduktion verkraften. Lediglich Irland (+13,3%), Bulgarien (+3,3%) und Rumänien (+0,5%) erfreuten sich einer ansteigenden Industrieproduktion. Die stärksten Rückgänge waren in Litauen (-7,5%), den Niederlanden (-6,0%), Portugal (-5,7%) und Lettland (-5,6%) zu beobachten.

Jahresvergleich

Gegenüber Mai 2007 erhöhte sich die Produktion von Investitionsgütern im Mai 2008 um 2,2% in der Eurozone und um 1,9% in der EU27. Die Produktion von Vorleistungsgütern nahm in beiden Gebieten um 0,6% ab. Im Energiesektor gab es in der Eurozone einen Rückgang um 1,2%, in der EU27 sank die Energieproduktion um 1,1%. Die Verbrauchsgüterproduktion war um 3,2% bzw. 2,8% geringer. Die Produktion von Gebrauchsgütern nahm in der Eurozone um 5,2% und in der EU27 um 2,6% ab.

Im Rahmen bereits gemeldeter Daten verzeichneten im Mai 2008 zwölf Mitgliedstaaten eine ansteigende und neun eine sinkende Industrieproduktion. Über die höchsten Anstiege durften sich Irland (+9,2%), Bulgarien (+8,6%) und Dänemark (+7,4%) freuen. Die stärksten Rückgänge erlitten Lettland (-8,1%), Estland (-6,7%) und Griechenland (-6,6%).

(Eurostat/ml)

Anmerkung:

  • Eurozone (EZ15): Belgien, Deutschland, Irland, Griechenland, Spanien, Frankreich, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Österreich, Portugal, Slowenien, Finnland. Zypern und Malta.
  • EU27: Belgien, Bulgarien, die Tschechische Republik, Dänemark, Deutschland, Estland, Irland, Griechenland, Spanien, Frankreich, Italien, Zypern, Lettland, Litauen, Luxemburg, Ungarn, Malta, die Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Slowenien, Slowakei, Finnland, Schweden und Großbritannien

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