Erzeugerpreise explodieren um knapp 9 Prozent

Die durchschnittlichen Preise gewerblicher Produkte haben im Juli 2008 einen gewaltigen Sprung nach oben gemacht. Sie legten gegenüber dem Juli des Vorjahres um 8,9% zu. Das ist trauriger 27-Jahres-Rekord. Im Juni lag die Teuerungsrate noch bei 6,7%. Auch der Anstieg gegenüber dem Vormonat Juni liegt bei heftigen 2,0%. Das meldete heute das Statistische Bundesamt . Wie schon in den vergangenen Monaten hatten die Preise für Energie mit einem Jahresplus von 24,5% den höchsten Einfluss auf die Jahresteuerungsrate.

Ohne Berücksichtigung von Energie hätten die Erzeugerpreise im Jahresvergleich laut Bundesstatistiger lediglich um 3,6% zugelegt.

Preisentwicklung der Energieträger

Die Preise für Erdgas lagen um 27,1% über dem Vorjahresniveau und erklären allein knapp ein Viertel der Jahresteuerungsrate. Von Juni 2008 bis Juli 2008 stiegen sie um 7,5%. Mit einem Plus von 39,1% war die Steigerung im Jahresvergleich bei der Abgabe an Kraftwerke am höchsten. Weiterverteiler zahlten 37,9% mehr als im Juli 2007, Ortsgasversorgungsunternehmen 34,6% und Industriekunden 24,9%. Für private Haushalte war Erdgas um 8,0% teurer als im Juli 2007 (+2,0% gegenüber Juni 2008).

Strom war gegenüber Juli 2007 um 22,6% teurer (+5,7% gegenüber Juni 2008). Weiterverteiler mussten im Vorjahresvergleich 37,5% mehr bezahlen (+9,3% gegenüber Juni 2008), gewerbliche Großabnehmer mit Sondervertrag zahlten 22,8% mehr (+5,5% gegenüber Juni 2008). Für Haushalte stiegen die Preise im Jahresvergleich um 4,6%, gegenüber Juni 2008 um 0,6%.

Die Preise für Mineralölerzeugnisse stiegen gegenüber Juli 2007 um 28,3% (+1,6% gegenüber Juni 2008). Die einzelnen Mineralölprodukte zeigten folgende Veränderungsraten gegenüber Juli 2007 (beziehungsweise Juni 2008): Schweres Heizöl +79,4% (+19,7%), leichtes Heizöl +63,0% (+1,9%), Flüssiggas +40,6% (+4,6%), Dieselkraftstoff +30,2% (+0,7%), Motorenbenzin +11,5% (+1,1%).

Steinkohle und Steinkohlebriketts waren um 65,1% teurer als im Juli 2007, gegenüber Juni 2008 stiegen die Preise um 12,1%.

Preisentwicklung sonstiger Warengruppen

Die Preise für Vorleistungsgüter (Güter, die im Produktionsprozess verbraucht, verarbeitet oder umgewandelt werden), stiegen gegenüber Juli 2007 insgesamt um 5,0% (+1,3% gegenüber Juni 2008).

In der Metallverarbeitung stiegen die Preise für Betonstahl um 87,4% gegenüber Juli 2007 (+2,7% gegenüber Juni 2008). Warmgewalzter Walzdraht war um 66,6% teurer als im Vorjahr (+17,7% gegenüber Juni 2008). Walzstahl verteuerte sich um 21,0% (+6,5% gegenüber Juni 2008).
Die Preise für metallische Sekundärrohstoffe lagen um 37,1% über denen vom Juli 2007 (-1,0% gegenüber Juni 2008), Edelmetalle und Halbzeug daraus waren um 27,5%  teurer (+5,4% gegenüber Juni 2008) sowie chemische Grundstoffe um 13,4% (+4,3% gegenüber Juni 2008).

Dagegen lagen die Preise für Blei, Zink und Zinn und Halbzeug daraus um 40,8% niedriger als im Juli 2007 (-2,7% gegenüber Juni 2008). Spanplatten waren um 4,8% preiswerter als im Juli 2007 (-1,7% gegenüber Juni 2008).

Für Verbrauchsgüter insgesamt lag die Jahresteuerungsrate im Juli 2008, wie bereits im Juni 2008, bei +4,2%. (Statistisches Bundesamt/ml)