Stagnation des Arbeitsmarkts erwartet

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), die Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, prognostiziert für das kommende Jahr 3,16 Millionen Arbeitslose. Damit geht die Zahl der Arbeitslosen gegenüber 2008 zwar voraussichtlich noch einmal um rund 100.000 zurück, allerdings nur, weil der bisherige positive Trend am Arbeitsmarkt zu Beginn des kommenden Jahres noch anhalten wird.  Im Verlauf des Jahres 2009 sollen dann aber nach Meinung der IAB-Ökonomen die monatlichen Beschäftigten- und Arbeitslosenzahlen saisonbereinigt stagnieren.

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Das IAB erwartet für das Jahr 2009 im Schnitt 40,39 Millionen Erwerbstätige. Dabei rechnet das Institut mit einem preisbereinigten Wirtschaftswachstum von 1%. Selbst bei einer pessimistischen Annahme von nur einem halben Prozent Wachstum würde die Arbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt noch knapp unter dem Stand von 2008 liegen.

Die Unterbeschäftigung insgesamt, also die registrierte Arbeitslosigkeit plus die so genannte Stille Reserve, wird nach Einschätzung des IAB auf rund 4,24 Millionen sinken. Das entspräche dem Stand von 1991.

Durch die abflauende Konjunktur werde die Arbeitsnachfrage abnehmen und sich wieder mehr als bisher auf gut qualifizierte und leistungsstarke Personen konzentrieren, so die IAB-Studie. Vor allem die Chancen der arbeitslosen Hartz-IV-Empfänger werden sich dann verschlechtern, da es sich bei ihnen häufig um Langzeitarbeitslose mit geringerer Qualifikation und Personen mit persönlichen Vermittlungshemmnissen handelt.

Der Anteil der Hartz-IV-Empfänger an den Arbeitslosen werde deshalb im Jahr 2009 auf 70% steigen. Hier besteht dem IAB zufolge Bedarf an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik, beispielsweise an Weiterbildung, um einer Verfestigung der Langzeitarbeitslosigkeit entgegenzuwirken.

Das Arbeitskräfteangebot werde aufgrund der demografischen Entwicklung um rund 130.000 Personen sinken, schreiben die Autoren der Studie. Erstmals gebe es auch im Westen einen demografisch bedingten Rückgang.

Ausfüphrlichere Ergebnisse der IAB-Arbeitsmarktprojektion finden sich im aktuellen IAB-Kurzbericht, der im Internet als Download kostenlos zur Verfügung steht. (idw/ml)