2008 leichter Umsatzrückgang bei Zeitschriften

Wolfgang Fürstner, Geschäftsführer VDZ
Wolfgang Fürstner, Geschäftsführer des VDZ

Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) rechnet in diesem Jahr trotz Konjunkturrückgang und  Finanzmarktkrise mit weitgehend stabilen Erlösen sowie kräftigen Wachstumsimpulsen aus dem Online-Werbemarkt. Wie die aktuelle Herbstumfrage des VDZ ergab, stieg der Gesamtumsatz der Zeitschriftenverlage 2007 noch geringfügig um 1% auf 7,7 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr rechnet der VDZ jedoch mit einem leichten Rückgang der Erlöse auf rund 7,6 Milliarden Euro. VDZ-Geschäftsführer Wolfgang Fürstner (links im Bild) warnte bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse außerdem vor zu viel Optimismus: Die Zeitschriftenverlage könnten sich nicht gänzlich von der globalen Entwicklung abkoppeln, Bereinigungseffekte seien daher nicht auszuschließen.

Laut Fürstner sind vor allem die Werbemärkte verunsichert. Mittel- und langfristig würden sich zwar die starken Leistungsdaten der Zeitschriftenbranche und der hohe redaktionelle Standard behaupten, Voraussetzung aber sei, dass es keine weiteren Restriktionen durch die Politik gebe. Werbebeschränkungen für Pkw, Alkohol oder Lebensmittel seien ebenso Gift für die Verlage wie weitere Knebelungen der Abonnentenwerbung durch Telefon und Brief, mahnte Fürstner.

Einen günstigen Einfluss erwarten die Verleger in diesem Jahr vor allem von der Erschließung neuer Geschäftsfelder im Internet. 56% der Verlage rechnen laut Herbstumfrage damit, dass ihre Umsätze 2008 über denen des Vorjahres liegen werden. Alle Verlage glauben daran, dass aus dem Online-Geschäft bis 2011 kräftige Wachstumsimpulse kommen und dessen Umsatzanteil auf 13% hochtreiben werden. 2007 lag der Anteil des Online-Geschäfts noch bei mageren 5,4%.

Auch bei den Fachverlagen rechnet der VDZ mit einer alles in allem robusten Geschäftsentwicklung. Hier machen sich, im Werbe- wie im Vertriebsmarkt, die in weiten Teilen mittelständischen Strukturen der Werbungtreibenden und der Leserschaft bemerkbar. „Die Anfälligkeit für Börsenschwankungen wie für Veränderungen im Lesermarkt bilden sich hier deutlich weniger stark aus als im Gesamtmarkt“, so Fürstner.

Im Vertriebsgeschäft, das bei weiter steigender Titelzahl leicht sinkende Gesamtauflagen verzeichnet, arbeitet der VDZ zusammen mit dem Presse-Grosso an einer verbesserten Warenpräsentation von Zeitschriften. Allein zwischen Januar 2007 bis September 2008 wurden laut Verband – gemeinsam mit 2800 Fachhandelsgeschäften – am Point of Sale über 8000 Einzelmaßnahmen durchgeführt. Diese Qualitätsoffensive begleitet der VDZ mit einem langfristigen Monitoring und regelmäßiger Ergebnisauswertung. Erste Ergebnisse zeigen, das diese Maßnahmen innerhalb eines halben Jahres immerhin eine Umsatzsteigerung von 5% bewirken konnten.

(VDZ/ml)