Deutsche Dienstleister pessimistisch

Die deutschen Dienstleistungsunternehmen beurteilen ihre Geschäftsaussichten für die kommenden zwölf Monate deutlich pessimistischer als noch im Frühjahr. Ursachen dafür sind die globale Finanzmarktkrise und zunehmende Befürchtungen, dass es zu einem länger anhaltenden Konjunkturabschwung in Deutschland kommen könnte. Das hat die aktuelle Herbstumfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG zu den Geschäftsaussichten ergeben, für die rund 500 deutsche Serviceunternehmen befragt wurden.

Die befragten Dienstleister prognostizieren für die kommenden zwölf Monate eine äußerst schwache Geschäfts- und Erlösentwicklung. Die entsprechenden Umfragewerte sackten bei diesem Punkt auf den tiefsten Stand seit Beginn der Umfrage im April 2006 ab. Derzeit rechnen ebenso viele Befragte mit einer Verbesserung ihrer Geschäftslage wie mit einer Verschlechterung rechnen (jeweils 27.7%). Im Frühjahr hatten die Optimisten bei weitem überwogen.

Die Optimisten sind davon überzeugt, dass die Einführung neuer Services und geplante Akquisitionen kräftige Erlössteigerungen nach sich ziehen werden. Unternehmen mit negativen Erwartungen begründen ihren Pessimismus mit den gedämpften globalen Konjunkturaussichten im Zuge der anhaltenden Finanzmarktkrise.

Wie die Umfrage weiter ergab, gehen die Branchenakteure binnen Jahresfrist von einem rückläufigen Auftragseingang aus. Nach unten geschraubt wurden auch die Gewinnerwartungen: So dürften sich Preisnachlässe zur Aufrechterhaltung der Marktanteile und zur Ankurbelung der Nachfrage vor dem Hintergrund der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Lage negativ auf die operativen Margen auswirken. Folglich rechnen fast drei Mal so viele Umfrageteilnehmer (42%) mit einem Rückgang der Profite wie mit einem Anstieg (15%).

Die pessimistischen Gewinn- und Auftragserwartungen deuten zudem darauf hin, dass die deutschen Dienstleister voraussichtlich noch im Laufe der nächsten zwölf Monate Arbeitsplätze abbauen werden. Darüber hinaus veranschlagen die Firmen niedrigere Investitionen, worauf ein deutlicher Rückgang des Saldos von +4.5 im April 2008 auf -20.9 im Oktober 2008 hinweist. Gekürzt werden sollen vor allem Investitionen abseits der Kernbereiche.

(ots/ml) ENGLISH