EZB senkt Leitzins auf 3,25 Prozent

Auf der heutigen turnusmäßigen Sitzung beschloss der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB), den Leitzins (Mindestbietungssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte) für den Euroraum um 50 Basispunkte auf 3,25% zu senken. Entsprechend wird der Zinssatz für die Spitzenrefinanzierungsfazilität um 50 Basispunkte auf 3,75 % reduziert. Der Zinssatz für die Einlagefaziliät sinkt gleichfalls um 50 Basispunkte auf 2,75 %. Alle drei neuen Zinssätze gelten erstmals für das am 12. November 2008 abzuwickelnde Geschäft.

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Die letzte Anpassung des Leitzinses für den Euroraum hatte die EZB am 8. Oktober in einer gemeinsamen Aktion mit anderen großen Notenbanken vorgenommen, um der anhaltenden Finanzmarktkrise zu begegnen (wir berichteten darüber). Damals reduzierte die EZB den Leitzins um ebenfalls 50 Baisispunkte von 4,25% auf 3,75%.

Eine Zinssenkung hatte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet bereits damals angedeutet. Die Experten und Anleger an den Börsen hatten allerdings eine deutlichere Senkung erwartet. Zumal heute auch die Notenbanken Großbritanniens und der Schweiz ihre Leitzinsen senkten.

Die Bank of England verringerte den Leitzins des britischen Pfunds besonders drastisch um 150 Basispunkte auf 3,00%. Eine derart heftige Zinssenkung gab es für das Pfund zuletzt vor über 10 Jahren. die Schweizerische Nationalbank senkte heute das Zielband für den Dreimonats-Libor mit sofortiger Wirkung um 50 Basispunkte auf 1,5% bis2,5%. Sie gab außerdem bekannt, dass sie den Dreimonats-Libor bis auf Weiteres im mittleren Bereich des Zielbandes halten will. Diese Senkung entspricht in der Wirkung ungefähr der Leitzinssenkung der EZB.

(ml)