Die Entwicklung der Großhandelsverkaufspreise im Verlauf des Jahres 2008 gleicht einer Monsterwelle: Erst stiegen die Preise gegenüber dem jeweiligen Vormonat um bis zu 1,6% (im März), dann fielen sie wieder ebenso extrem. Allein im Dezember betrug der Rückgang zum Vormonat 3,0%. Gegenüber dem Vorjahresmonat lag der Rückgang im Dezember bei 3,3%. Das ist der stärkste Preisverfall seit März 1999. Auch der Jahresdurchschnitt tanzt aus der Reihe: Unter dem Strich stieg der Preisindex gegenüber 2007 um 5,4%. Eine derartige jährliche Steigerungsrate gab es sogar seit 26 Jahren nicht mehr.
Im Jahr 2008 Monsterwelle bei Großhandelspreisen
Hohe jahresdurchschnittliche Preissteigerungen wurden vor allem im Großhandel mit festen Brennstoffen und Mineralölerzeugnissen beobachtet (+14,9%). Mit Ausnahme eines Rückgangs im Februar (-3,2%) verteuerten sich die Produkte in diesem Bereich bis Juli 2008. Ab August wurden feste Brennstoffe und Mineralölerzeugnisse permanent billiger. Im Dezember betrug der Preisrückgang gegenüber dem Vormonat 15,0%, gegenüber dem Vorjahresmonat 15,3%.
Im Großhandel mit Milch, Milcherzeugnissen, Eiern, Speiseölen und Nahrungsfetten wurde im Jahresdurchschnitt 2008 ganze 9,8% mehr bezahlt als im Vorjahr. Während das Jahr mit Preissenkungen begann, die im Mai ihren Höhepunkt fanden (-4,1% zum Vormonat), verteuerten sich die Waren auf Großhandelsebene ab Juni 2008 wieder. Ab Oktober waren erneut Preisrückgänge zu beobachten. Im Dezember lag die Vormonatsveränderung bei -1,7%. Gegenüber Dezember 2007 sank der Preisindex im Dezember 2008 um 9,5%.
Bei Erzen, Eisen, Stahl, Nicht-Eisen-Metallen und Halbzeug stiegen die Preise auf Großhandelsebene im Jahresdurchschnitt 2008 um 8,9%. Hier waren Preisrückgänge erst ab September 2008 zu verzeichnen, nachdem sich die Produkte in den ersten acht Monaten stetig verteuert hatten. Im Dezember 2008 lag der Index um 6,0% unter dem Stand von November 2008 und um 1,8% über dem Stand von Dezember 2007.
Auch im Großhandel mit Getreide, Saaten und Futtermitteln wurde im Jahresdurchschnitt 2008 mehr bezahlt als im Vorjahr (+6,9%). Hier setzte nach Preissteigerungen im ersten Quartal der kontinuierliche Preisrückgang bereits ab April 2008 ein. Besonders starke Preisrückgänge gegenüber dem Vormonat gab es im Mai (-7,5%), August (-9,5%) und im Oktober (-11,0%). Im Dezember lag die monatliche Veränderungsrate bei -6,5%. Gegenüber dem Vorjahresmonat sanken die Preise im Dezember 2008 um 37,7%.
Kaffee, Tee, Kakao und Gewürze wurden 2008 auf Großhandelsebene im Durchschnitt gegenüber 2007 um 7,6% teurer. Die Preise für Obst, Gemüse und Kartoffeln stiegen um 6,9%. Deutliche Preisrückgänge gegenüber 2007 waren dagegen beim Großhandel mit Büromaschinen und -einrichtungen (-11,0%) zu beobachten. (Statistisches Bundesamt/ml)